278e-Formular 21.11.2021 16:42:00

Fed-Chef Jerome Powell: So investiert der oberste Währungshüter der USA

Fed-Chef Jerome Powell: So investiert der oberste Währungshüter der USA

• 278e-Formular legt Einkünfte und Vermögenswerte offen
• Powell investiert vorrangig in Aktien
• US-Titel bevorzugt


Der Chef der US-Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, gehört zu den mächtigsten Personen im Finanzwesen. Der 68-jährige Jurist und ehemalige Investmentbanker steht seit 2018 an der Spitze der Fed und hat seit seinem Amtsantritt große Herausforderungen zu bewältigen gehabt. Eine der größten dürfte wohl die anhaltende Corona-Pandemie sein, die die Währungshüter dazu zwang, eine extrem lockere Geldpolitik zu fahren. Die Folgen sind inzwischen deutlich spürbar: Die Inflationsrate ist im Oktober - auch infolge von Lieferengpässen und einem massiven Anstieg der Energiepreise - auf 6,2 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahrzehnten gestiegen.

So investiert der Fed-Chef

Das bekommt auch der Fed-Chef selbst zu spüren, der mit einem Jahresgehalt von 203.500 US-Dollar und einem Nettovermögen von geschätzten 55 Millionen US-Dollar zu den vermögendsten Personen unter den Währungshütern zählt.

Aus dem 278e-Formular, das Powell - ebenso wie alle anderen Notenbank-Gouverneure - beim "Office of Government Ethics" einreichen muss, lässt sich herauslesen, wie der oberste US-Währungshüter sein Vermögen investiert. Calderwood Capital Research hat das Formular unter die Lupe genommen und eine interessante Aufstellung der Powell-Investitionen erstellt.

Demnach liegen fast 60 Prozent seines investierten Vermögens in Aktien. Powell dürfte dabei von der starken Entwicklung der US-Börse besonders profitiert haben, denn er hat primär US-amerikanische Unternehmenstitel in seinem Depot.
20 Prozent seines Vermögens waren im Jahr 2019 - dem Jahr, aus dem die Aufstellung stammt - in Muni Bonds angelegt. Municipal Bonds sind Schuldverschreibungen von staatlichen Emittenten und gemeinnützigen Einrichtungen. Staatsanleihen finden sich im Depot von Jerome Powell unterdessen nicht.
Weitere zehn Prozent seines Vermögens hat Powell Calderwood Capital Research zufolge "marktneutral" angelegt, davon fünf Prozent in Barmittel und drei Prozent in Immobilien. Die übrigen zwei Prozent sind Anlagen in Lebensversicherungen.

Mit Aktien gegen Inflation

Die Aktienquote von rund 60 Prozent und der Fokus auf US-Titel legt nahe, dass Powell sein Vermögen auf diesem Weg gegen Inflation schützen will. Aus dem 278e-Formular gehen keine konkreten Aktientitel hervor. In welche Unternehmen der Fed-Chef sein Geld investiert hat, ist damit nicht nachvollziehbar.

Tatsächlich gilt ein breit aufgestelltes Aktiendepot bei vielen Experten als das beste Mittel, um das eigene Vermögen vor Inflation zu schützen. Auch Starinvestor Warren Buffett hat in der Vergangenheit immer wieder Indexfonds zum Schutz gegen Geldentwertung empfohlen. Ein Analyst von Bernstein war im Hinblick auf Aktieninvestments unlängst sogar konkret geworden und hat eine Liste von 80 Unternehmen veröffentlicht, die sich als Inflationsschutz eignen. Darunter finden sich auch prominente Namen wie Apple, Alphabet, Amazon und Microsoft.

Redaktion finanzen.at

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Bildquelle: SAUL LOEB / Kontributor/Getty Images,Alex Wong/Getty Images

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