Hauptversammlung 16.05.2019 15:52:45

FMC-Aktionäre strafen Fresenius Medical Care-Management ab

FMC-Aktionäre strafen Fresenius Medical Care-Management ab

Zwar wurden Vorstand und Aufsichtsrat entlastet, allerdings fiel das Votum mit Mehrheiten von knapp 57 Prozent bzw. gut 52 Prozent denkbar knapp aus.

Im vergangenen Jahr waren die Gremien noch mit überwältigender Mehrheit von gut 99 Prozent bzw. 95,5 Prozent entlastet worden. Erforderlich für die Entlastung ist eine einfache Mehrheit von mehr als 50 Prozent des anwesenden Grundkapitals. Die FMC-Mutter Fresenius SE mit rund 30 Prozent Anteil an FMC darf bei der Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand nicht mitstimmen.

Im Vorfeld der diesjährigen Hauptversammlung hatte der Stimmrechtsberater Institutional Shareholder Services (ISS) empfohlen, das Management von FMC für das Geschäftsjahr 2018 nicht zu entlasten. Als Grund nannte ISS die mittlerweile beigelegten Ermittlungen zweier US-Behörden zu möglichen Verstößen von FMC gegen das US-amerikanische Antikorruptionsgesetz.

Eine Reihe institutioneller Investoren, die sich von ISS zum Stimmverhalten auf Hauptversammlungen beraten lassen, sind dieser Empfehlung offenbar gefolgt. Ein FMC-Sprecher sagte, das Unternehmen sei im Vorfeld der Hauptversammlung von der ISS-Empfehlung zur Nichtentlastung informiert worden.

"Wir respektieren das Votum der Aktionäre, sehen für die Empfehlung von ISS aber keine sachliche Grundlage", sagte der FMC-Sprecher. Zum einen hätten die Ermittlungen Vorgänge aus länger zurückliegenden Geschäftsjahren betroffen, zum anderen hätte FMC selbst die Behörden von den Vorgängen in Kenntnis gesetzt. Und zum dritten habe sich FMC im Frühjahr 2019 außergerichtlich mit den US-Behörden in der Angelegenheit ohne Schuldeingeständnis geeinigt.

FMC hatte im März mit dem US-Department of Justice und der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission eine Einigung wegen möglicher Verstöße gegen den U.S. Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) in einigen Ländern außerhalb der USA erzielt. Im Rahmen der Vereinbarungen hat FMC insgesamt rund 231,7 Millionen US-Dollar an beide Behörden gezahlt.

Darüber hat sich das Dialyseunternehmen bereit erklärt, für die nächsten beiden Jahre einen unabhängigen Experten zur Überwachung der internen Compliance zu engagieren, der direkt an die Behörden berichten wird.

Von Ulrike Dauer

FRANKFURT (Dow Jones)

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Bildquelle: Fresenius Medical Care

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