Übernahme immer schwieriger 29.11.2019 13:50:00

Hedgefonds halten offenbar fast die Hälfte der OSRAM-Aktien

Hedgefonds halten offenbar fast die Hälfte der OSRAM-Aktien

Hedgefonds sollen bis zu 45 Prozent der OSRAM-Aktien halten, berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Die oftmals als aggressiv geltenden Investmentfonds sollen ihre Aktienbeteiligungen in den vergangenen Tagen und Wochen vor allem von Großinvestoren erworben haben.

"Es scheint, dass eine Reihe von Hedgefonds Aktien erworben haben mit dem Ziel, diese erst zu einem späteren Zeitpunkt und zu einem höheren Preis anzudienen", sagte OSRAM-Chef Olaf Berlien der Zeitung. Diese Strategie sei "fraglich, denn zur Zeit wurden erst 3,3 Prozent der Aktien angedient". Ein OSRAM-Sprecher wollte sich darüber hinaus nicht äußern.

Vor rund einem Monat war bereits der britische Hedgefonds Sand Grove Capital Management bei OSRAM mit 5,75 Prozent eingestiegen. Sand Grove verfolgt eigenen Angaben zufolge eine "ereignisgesteuerte Strategie" - will also aus der Situation kurzfristigen Gewinn schlagen.

Am Mittwochabend hatte ams mitgeteilt, dass erst 3,3 Prozent der OSRAM-Aktionäre ihre Aktien verkauft hätten. Weitere 20 Prozent der Aktien hatten sich die Österreicher bereits zuvor durch Käufe am Markt gesichert.

Mindestens 55 Prozent der Anteile muss ams allerdings bis zum kommenden Donnerstag von den Aktionären angedient bekommen, damit die Übernahme gelingt. In Finanzkreisen wird laut Zeitung nun damit gerechnet, dass viele Hedgefonds darauf spekulieren, ihre Aktien zu einem späteren Zeitpunkt mit einem hohen Aufschlag an ams verkaufen zu können. Andere dagegen könnten aber auch auf einen massiven Kursverfall der OSRAM-Aktie wetten und darauf spekulieren, dass die Übernahme in der kommenden Woche scheitert.

ams bietet 41 Euro pro OSRAM-Aktie, insgesamt wäre die Übernahme des Münchner Konzerns damit 4,6 Milliarden Euro wert. Am Donnerstag beendete die OSRAM-Aktie den Handel bei 39,34 Euro.

FRANKFURT (Dow Jones)

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