20.02.2015 14:58:00

IHS zieht ins Palais Strozzi - Umbau kostet etwa 1 Million

Das Institut für Höhere Studien (IHS) hat eine neue Bleibe befunden. Nach über 50 Jahren in der Wiener Stumpergasse werden die 125 wissenschaftlichen und technischen Mitarbeiter noch im Laufe dieses Jahres in das Palais Strozzi in der Wiener Josefstadt umziehen. Das Palais steht im Eigentum der ARE Austrian Real Estate.

"Der Neuanfang ist schon mal gelungen", sagte IHS-Direktor Sigurd Höllinger bei einem Fototermin vor dem Palais am Freitag zur APA. Höllinger führt das IHS seit dem Ausscheiden von Ex-IHS-Chef Christian Keuschnigg seit Jahresbeginn interimistisch für ein Jahr.

Die Miete für die rund 5.700 Quadratmeter umfassenden Räumlichkeiten wird das IHS jährlich rund 500.000 Euro kosten. Das Institut verfügt laut Höllinger über ein jährliches Budget von rund 10 Mio. Euro. Der Umbau werde etwa 1 Mio. Euro kosten, sagte Mario Steiner, im IHS für den Umzug hauptverantwortlich.

Statt der bisher 102 wird es künftig für die Wirtschafts-, Politik- und Sozialwissenschaftler sowie die IT und Verwaltung 108 Büros geben. Mit seinem Innenhof bietet das Palais Campus-Atmosphäre und damit sollte es ausreichend Gelegenheit zum kreativen Austausch geben.

"Ich bin nicht der Chef-Ökonom, sondern der Sanierungsdirektor, der für eine neue Strategie und eine neue Organisation sorgen muss", so Höllinger. Weiters müsse er für eine mittelfristig abgesicherte Finanzierung des Instituts sorgen, und eben für eine neue Bleibe. "Das letzte ist schon geschafft", meinte Höllinger.

Der IHS-Direktor geht davon aus, dass bereits im Juli und August der Umzug stattfinden wird. Im September sollte dann die Eröffnung stattfinden und Anfang Dezember das Institut am neuen Standort in Vollbetrieb gehen.

Bereits im Laufe des Jahres werde auch mit der Suche nach einem neuen ökonomischen Leiter für das IHS begonnen werden. Der Posten werde natürlich international ausgeschrieben, betonte Höllinger.

Der Umzug wurde notwendig, da der bisherige Standort sehr renovierungsbedürftig ist. Das Palais Strozzi punktete unter den Angeboten mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis.

Das Institut für Höhere Studien wurde im Jahre 1963 vom österreichischen Soziologen Paul F. Lazarsfeld und dem Ökonomen Oskar Morgenstern gegründet. Seit mehr als 50 Jahren integriert das IHS wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Expertise unter einem Dach.

Das Palais Strozzi wurde zwischen 1699 und 1702 für Gräfin Maria Katharina Strozzi, geborene Khevenhüller, als Sommerresidenz errichtet. Mit einem aufwendig gestalteten Garten beherbergte es von 1841 bis 1919 auch das sehr beliebte k.k. Zivilmädchenpensionat. Von 1940 bis 2012 war in den Räumlichkeiten das Finanzamt Wien Mitte untergebracht. 1996 wurden in der Sala terrena des Mittelvestibüls Malereien gefunden. Diese Deckengemälde sind eines der letzten Beispiele der Grottenmalerei in Wien.

(Schluss) ggr/tsk

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