Dramatische Zunahme 03.11.2014 10:37:00

Immer mehr Langzeitarbeitslose in Österreich

Immer mehr Langzeitarbeitslose in Österreich

Bei den Langzeitarbeitslosen gab es ein Plus von 111 Prozent, die Dauer ihrer Arbeitssuche verlängerte sich um neun Tage. Hart getroffen hat es einmal mehr auch Ausländer, von ihnen sind 82.244 ohne Job (plus 22,2 Prozent).

Problembranche war - wie üblich - der Bau, hier waren um 14,1 Prozent mehr Personen auf Jobsuche. Einen Kahlschlag gab es bei den Leiharbeitsfirmen mit einem Anstieg von 14,5 Prozent. Wer sehr jung oder älter ist, hat es ebenfalls besonders schwer. Bei den Lehrstellensuchenden gab es einen Zuwachs von 6,4 Prozent auf 6.098, bei den Personen über 50 Jahre lag die Zunahme der Arbeitslosigkeit bei 14,5 Prozent auf 79.762.

Leicht rückläufig blieb die Arbeitslosigkeit bei der Gruppe der 15- bis 19-Jährigen mit einem Minus von 3,0 Prozent.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung betrug im Oktober 8,1 Prozent (plus 0,7 Prozent), nach Eurostat lag sie im September bei 5,1 Prozent und damit schlechter als in Deutschland. Bis dato hatte sich die Regierung immer dafür gelobt, die niedrigste Arbeitslosenquote in Europa zu haben. In Spanien und Griechenland ist die Quote aber immerhin fünf mal so hoch.

Kräftige Unterschiede gibt es nicht nur in der EU, sondern auch in Österreich. So waren im Oktober in Wien um 15,2 Prozent mehr Personen auf Arbeitssuche. Im Burgenland hingegen lag das Plus nur bei 3,5 Prozent.

Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) führt die schlechten Zahlen in erster Linie auf die schlechte europäische Konjunktur zurück. Er forderte einmal mehr eine "kaufkraftsteigernde Steuerreform". "Die Aufnahmefähigkeit des österreichischen Arbeitsmarktes wird nicht unbegrenzt erhalten bleiben, daher sind konjunkturbelebende Maßnahmen auf europäischen wie auch österreichischer Ebene unumgänglich", so der Minister.

Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, erinnerte heute, Montag, daran, wie wichtig die aktuelle Verschärfung des Gesetzes gegen Lohn- und Sozialdumping gewesen sei. "Damit wird es schwieriger, Menschen illegal zu beschäftigen, Arbeitskräfte aus dem Ausland zu Billigstlöhnen anzuheuern und damit die anständigen Unternehmer aus dem Wettbewerb zu verdrängen", betonte Achitz.

(GRAFIK 1297-14, Format 88 x 128 mm) (Schluss) stf/sp/cs

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Bildquelle: Andy Dean Photography / Shutterstock.com,Gunnar Pippel / Shutterstock.com

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