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Corona-Krise 27.04.2020 10:43:00

Japans Zentralbank lockert Geldpolitik weiter

Japans Zentralbank lockert Geldpolitik weiter

Wie die Bank of Japan (BoJ) am Montag mitteilte, sollen unter anderem mehr Staatsanleihen und Unternehmenspapiere gekauft werden. Dabei setzt sie sich beim Kauf von Staatsanleihen kein eigenes Limit mehr. Bei Unternehmensanleihen hat die Bank of Japan die Obergrenze der von ihr gehaltenen Papiere auf 20 Billionen Yen (etwa 172 Milliarden Euro) angehoben.

Nach Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse versicherte Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda auf einer Pressekonferenz, dass die Notenbank alles tun werde, was möglich sei. Er machte deutlich, dass die Wirtschaft härter getroffen werde als in der Finanz- und Wirtschaftskrise nach Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers 2008.

Kuroda wies außerdem darauf hin, dass vorerst keine nennenswert steigenden Preise zu erwarten seien. Das "Preismomentum" sei verloren gegangen, sagte der Notenbanker. Es werde daher "einige Zeit dauern", bis das angepeilte Inflationsziel von zwei Prozent erreicht werden könne. In Japan lag die Inflationsrate zuletzt deutlich unter einem Prozent.

An den Finanzmärkten war eine neue Lockerung der geldpolitischen Zügel in Japan erwartet worden, nachdem die BoJ bereits im März weitere Schritte ergriffen hatte. Ökonomen gehen davon aus, dass die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt in Folge einer umstrittenen Anhebung der Verbrauchsteuer im vergangenen Jahr sowie der Folgen der Coronakrise in eine Rezession gerutscht ist.

In ihrem Quartalsausblick senkte die Zentralbank ihre Wachstumsprognose für das am 31. März abgelaufene Fiskaljahr und geht jetzt davon aus, dass die Wirtschaft um drei bis fünf Prozent geschrumpft ist. Die zukünftige Entwicklung sei "äußerst unklar", befand die BoJ. Diese hänge davon ab, wann das Virus abklinge, sowie von den Folgen für die heimische und für andere Volkswirtschaften. Dennoch dürfte sich Japans Wirtschaft im gerade begonnenen Fiskaljahr laut der Zentralbank wieder erholen und ein Wachstum von 2,8 Prozent bis 3,9 Prozent erreichen.

Nach Einschätzung des Experten Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank gehen die neuen Maßnahmen der Notenbank in die richtige Richtung. Allerdings habe die BoJ "keine makroökonomische Feuerkraft mehr". "Wer schon den größeren Teil aller japanischen Staatsanleihen besitzt, der kann schlecht damit drohen, viel mehr zu kaufen", sagte Leuchtmann.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Bank of Japan mit ihren aktuellen Maßnahmen ein starkes Signal geben wollte, bevor die US-Notenbank Fed und die europäische Notenbank EZB diese Woche ihre Zinssitzungen abhalten.

Trotz der neuen geldpolitischen Lockerung konnte der japanische Yen im Handel mit dem US-Dollar am Vormittag zulegen. Leicht nach oben ging es auch mit den Kursen japanischer Anleihen, während die Rendite in der zehnjährigen Laufzeit im Gegenzug um 0,02 Prozentpunkte auf minus 0,04 Prozent fiel.

/stk/ln/jkr/bgf/stk

TOKIO (dpa-AFX)

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Bildquelle: WIANGYA / Shutterstock.com

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