12.02.2015 06:32:30

Komplizierte Verhandlungen beim Ukraine-Krisengipfel dauern an

   MINSK (AFP)--Die Gespräche beim Ukraine-Krisengipfel in Minsk haben sich in der Nacht zum Donnerstag zum Nervenkrieg entwickelt. Nach über zehnstündigen Verhandlungen gab es am frühen Donnerstagmorgen zunächst keine Hinweise auf eine Einigung. Im Laufe des Treffens hieß es von ukrainischer Seite, es seien "Fortschritte" erzielt worden. Das Auswärtige Amt sprach von "nicht einfachen" Verhandlungen. Versammelt waren in Minsk Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Staatschefs von Frankreich, Russland und der Ukraine.

   Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande hatten sich am Mittwochabend mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko zu den Gesprächen über ein Ende des Konflikts in der Ostukraine zurückgezogen. Poroschenko und Putin, die sich zum ersten Mal seit mehreren Monaten direkt trafen, schüttelten sich kurz die Hände. Später waren durch eine offene Tür Poroschenko und Putin im angeregten Gespräch zu sehen.

   Zwischenzeitlich zogen die Verhandlungsspitzen ihre Außenminister und Berater zu den Gesprächen hinzu. Aus dem Umfeld der Verhandlungen in der weißrussischen Hauptstadt hieß es, es werde an einer gemeinsamen Erklärung gefeilt. Diese soll demnach bekräftigen, dass der im September in Minsk ausgehandelte Friedensplan, der unter anderem eine Waffenruhe vorsieht, umgesetzt werden müsse.

   Ein ranghoher ukrainischer Diplomat sagte nach einigen Stunden, es seien zwar "Fortschritte" erzielt worden. Die Gespräche seien aber "sehr schwierig". Ähnlich äußerte sich das Auswärtige Amt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der sich ebenfalls in Minsk aufhielt, werde daher weiter vor Ort bleiben, weshalb sich seine geplante Reise nach Brasilien verzögere.

   Gegen 01.30 Uhr MEZ schrieb der Berater von Poroschenko, Waleri Tschali, auf seiner Facebook-Seite, vor ihnen lägen noch "mindestens fünf bis sechs Stunden Arbeit". Das Treffen könne aber nicht ohne die Vereinbarung einer bedingungslosen Waffenruhe beendet werden. "Der Nervenkrieg hat begonnen."

   In den frühen Morgenstunden gingen die Verhandlungen in die elfte Stunde. "Alle gähnen, aber sie debattieren noch", verlautete aus Kreisen einer der Delegationen. Als wichtigster Punkt eines Abkommens gilt die Einigung auf eine Waffenruhe. Umstritten ist vor allem, wieviel Kontrolle die prorussischen Kämpfer in der Ostukraine erhalten sollen.

   Vertreter der prorussischen Rebellen trafen sich unterdessen am Mittwoch an einem anderen Ort in Minsk mit Vertretern aus Kiew, Moskau und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Überschattet wurden die Bemühungen in Minsk von neuer Gewalt in der Region. So wurde bei dem Beschuss eines Krankenhauses in der ostukrainischen Rebellenhochburg Donezk am Mittwochabend mindestens ein Mensch getötet.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/smh

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   February 11, 2015 23:59 ET (04:59 GMT)- - 11 59 PM EST 02-11-15

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