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Wegen Zöllen 27.09.2018 20:40:00

Lenzing-Aktie bricht ein: Lenzing legt Lyocell-Ausbau in den USA vorerst auf Eis - Thailand im Blick

Lenzing-Aktie bricht ein: Lenzing legt Lyocell-Ausbau in den USA vorerst auf Eis - Thailand im Blick

Auslöser für diese heutige Entscheidung seien "die steigende Wahrscheinlichkeit höherer Handelszölle, gepaart mit einer möglichen Überschreitung der Baukosten aufgrund des boomenden US-Arbeitsmarktes", teilte Lenzing am Mittwochabend mit.

Um die Nachfrage nach Lyocellfasern bestmöglich bedienen zu können, konzentriere sich Lenzing nun auf die Erweiterung der Lyocellfaser-Kapazitäten in Prachinburi (Thailand). Das Projekt in den USA wird aber nicht aufgegeben, sondern regelmäßig überprüft. Allerdings werde Lenzing nun neben der 25.000-Tonnen-Erweiterung in Heiligenkreuz im Burgenland in den Jahren 2019 und 2020 "keine wesentlichen zusätzlichen Lyocellfaser-Mengen auf den Markt bringen", heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Die Umsetzung des Expansionsplans bei Lyocell-Spezialstapelfasern werde sich durch diese Entscheidung verlangsamen. Die Erweiterung der Kapazitäten von anderen Spezialprodukten bleibe aber auf Kurs.

Die Lenzing-Aktie rutscht deutlich ab

Die Lenzing-Aktie hat zum Handelsschluss an der Wiener Börse einen Kurseinbruch in Höhe von 14,57 Prozent auf 89,10 Euro hinnehmen müssen. Die Aktie brach in der Spitze um mehr als 15 Prozent auf 88 Euro ein und markierte den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Marktteilnehmer begründeten den Kurssturz damit, dass Analysten nun möglicherweise ihre Gewinnerwartungen für 2020 nach unten schrauben müssten. "Das ist das erste Mal, dass das Management nicht geliefert hat", sagte ein Börsianer.

Am Mittwochabend informierte der Faserhersteller, dass er den Ausbau der Lyocellfaser-Kapazitäten im US-Bundesstaat Alabama vorerst auf Eis legt. Auslöser für diese Entscheidung waren laut Unternehmensaussendung "die steigende Wahrscheinlichkeit höherer Handelszölle, gepaart mit einer möglichen Überschreitung der Baukosten aufgrund des boomenden US-Arbeitsmarktes".

Lenzing setzt nach US-Projekt-Stopp auf Thailand

Der österreichische Faserhersteller Lenzing will sich nach dem Stopp eines Lyocell-Werks in den USA auf einen Geschäftsausbau in Thailand konzentrieren. "Wir haben uns entschlossen, dass die nächste Anlage in Thailand sein wird", sagte Vorstandschef Stefan Doboczky am Donnerstag zur Nachrichtenagentur Reuters.

Lenzing habe daher ein Grundstück in Prachinburi, 120 Kilometer östlich der Hauptstadt Bangkok, erworben und zähle bereits mehr als 20 Ingenieure vor Ort.

Ausschlaggebend für die Standortwahl sei gewesen, dass man dort mit einem reibungslosen Export rechnet. "Der Grund, warum wir Thailand gewählt haben, ist, dass es sowohl mit Indien als auch mit China ein Freihandelsabkommen gibt", sagte der Manager. Den Plänen zufolge soll das Werk eine Kapazität von etwa 90.000 Tonnen pro Tag haben - was in etwa so viel wäre, wie in den USA geplant war. Den Projekt-Stopp in den USA begründete Lenzing mit möglichen US-Zöllen. Zudem wurden höhere Baukosten infolge des boomenden US-Arbeitsmarktes befürchtet.

Die Investitionssumme für das Lyocell-Werk in Thailand will der Firmenchef nach der finalen Entscheidung in ein paar Monaten nennen. Für die USA wurden früheren Angaben zufolge Kosten von 275 Millionen Euro angegeben. Lyocell-Fasern werden unter dem Namen Tencel verkauft und überwiegend in der Textilindustrie eingesetzt. Die Fasern finden sich in Jeans, Dessous, Sportbekleidung oder Bettwäsche.

Auswirkungen auf die Ergebnisse im laufenden Jahr erwartet der Firmenchef keine. "Wir haben jetzt weder eine Gewinnwarnung für 2018, weder eine Veränderung unseres Ergebnisses, noch sehen wir uns mit einer Abschreibung konfrontiert". Der Gewinn 2018 werde aber, so wie prognostiziert, aufgrund des Preisdrucks im Markt unter dem Vorjahr zu liegen kommen. Als Grund für die starke Reaktion des Marktes nannte der Firmenchef, dass man nun später als angekündigt mit zusätzlichen Lyocell-Kapazitäten auf den Markt kommen werde.

(Schluss) tsk

APA

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Bildquelle: Markus Kirchgatterer / Lenzing AG,Lenzing Mitarbeiter