27.10.2014 15:36:00

Metaller-Lohnrunde - Verwirrspiel um Angebot zu 0,5-Prozent-Lohnplus

Der Spannungsbogen erreicht vor der vierten Runde der KV-Verhandlungen in der Maschinen & Metallwaren Industrie morgen, Dienstag, eine neue Stufe. 2013 hatte es in Runde Fünf eine Einigung gegeben: Die 180.000 Branchen-Mitarbeiter erhielten im Schnitt 2,8 Prozent mehr Geld - bei einer Jahresinflation von 2,4 Prozent. Heuer gab es Aufregung um ein Arbeitgeber-Angebot von 0,5 Prozent Lohnplus.

Aber just dieses - für die Arbeitnehmerseite inakzeptable - Angebot soll es so gar nie gegeben haben, hieß es heute in einer Aussendung vom FMMI (Fachverband Maschinen & Metallwaren Industrie). "Fakt ist, dass in keiner der drei Runden bisher überhaupt eine konkrete Zahl zur Lohn- und Gehaltserhöhung genannt wurde." Die Verhandler der Arbeitgeber hätten viel mehr "erklärt", dass "wir heuer die heimische Inflation weniger denn je als Grundlage für unsere Verhandlungen heranziehen können, weil die Teuerung in den Ländern unserer Mitbewerber im Durchschnitt eben nur 0,5 Prozent - etwa ein Drittel der österreichischen (derzeit 1,7 Prozent, Anm.) - beträgt", so Fachverbandsobmann Christian Knill heute in einer Aussendung.

"Die Zeichen stehen auf Streik", hieß es von den Arbeitnehmervertretern nach der dritten Runde vor zwei Wochen. Die EU-Inflationsrate heranzuziehen sei unmöglich. Bundesweit wurden daraufhin Betriebsräteversammlungen abgehalten, die bis zum Verhandlungstermin morgen andauern sollten. Ziel der Arbeitnehmervertreter ist ein Abschluss über 1,7 Prozent.

Aus Sicht des Fachverbandes ist die Inflation in Österreich "hausgemacht", kritisierte der FMMI heute. Offenbar soll in den KV-Verhandlungen in Richtung einer Entlastung des Faktors Arbeit gepokert werden, anstatt die Inflation bei Löhnen und Gehältern ausgleichen zu "müssen". Denn die Teuerung sei "vor allem durch die Erhöhung öffentlicher Gebühren, durch die massive Verteuerung der Mieten und durch gestiegene Telekommunikationskosten aufgrund der Versteigerung von Funklizenzen durch die Regierung angefacht". Aufgabe der Arbeitgeber sei "es vielmehr, Arbeitsplätze und damit Kaufkraft zu sichern", spielt man den Ball weiter und erinnert daran, dass diese Teuerungen ja auch Firmen treffen würden.

Die heimischen Pensionisten bekommen übrigens eine Pensionserhöhung in Inflationshöhe von 1,7 Prozent - zumindest soll dies morgen im Ministerrat beschlossen werden.

(Schluss) phs/pro

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