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09.09.2020 13:26:00

Munich Re: Deshalb steht der Rückversicherer an der DAX-Spitze

DAX-Schwergewicht Munich Re setzt sich am Mittwoch an die Spitze der Tagesgewinner. Zeitweise legt das Papier um über drei Prozent zu. Kürzlich hatte der Rückversicherer höhere Preise im Schaden- und Unfallgeschäft angekündigt, was nun nachwirkt. Doch es gibt noch weitere Treiber, die dem Munich-Re-Kurs aufwärts helfen. Normalerweise treffen sich die Rückversicherer mit ihren Kunden und Maklern im September in Monte Carlo, um Preise und Bedingungen für die Vertragserneuerung zum folgenden Jahreswechsel auszuhandeln. Wegen der Corona-Pandemie fällt die Veranstaltung diesmal aus. Doch die Gespräche zum Thema finden nun in Videokonferenzen statt. Höhere PrämieneinnahmenUnd da gab es frohe Kunde: Nach milliardenschweren Schäden durch die Corona-Pandemie können Rückversicherer auf mehr Geld von ihren Kunden hoffen. Das sagen nicht nur die Branchenriesen Munich Re und Swiss Re, sondern auch ihre Großkundschaft – also Erstversicherer wie Allianz und Axa – erwartet, dass Rückversicherungsschutz im kommenden Jahr teurer wird. Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek von Munich Re sagte, insgesamt dürften die Prämieneinnahmen der Branche im Schaden- und Unfallgeschäft in den Jahren 2020 bis 2022 um jährlich 2 bis 4 Prozent steigen. Die hohen Schäden durch die Coronavirus-Pandemie hätten den Trend zu höheren Prämien zusätzlich befeuert, sagte Branchenexperte Johannes Bender von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) in einer Videokonferenz. Ratingagenturen rechnen mit höheren PreissteigerungenWährend S&P die zu erwartenden Preissteigerungen der Rückversicherer im Geschäft mit Erstversicherern wie Allianz und Axa nicht beziffern wollte, wurde die Ratingagentur Moody's konkreter. Die meisten von ihr befragten Erstversicherer erwarteten, dass sie für Rückversicherungsschutz im Schaden- und Unfallgeschäft im nächsten Jahr über fünf Prozent mehr bezahlen müssten als zuletzt, schrieb Moody's in einer aktuellen Studie. Viele rechneten gar mit Steigerungen von bis zu 15 Prozent. Möglicherweise halte der Trend auch über das nächste Jahr hinaus an, prognostizierte Moody's. Diese Erwartungen passen zu den Aussagen der beiden weltgrößten Rückversicherer. So hatte die Swiss Re am Dienstag angekündigt, dass sie angesichts der Niedrigzinsen und der hohen Belastungen im Schaden- und Unfallgeschäft mit weiteren Preiserhöhungen in allen Teilbereichen rechnet. Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek hatte sich bereits am Montag überzeugt gezeigt, dass die Rückversicherer 2021 erneut an der Preisschraube drehen können. Er begründete dies auch mit einem Aufholprozess, nachdem die Preise mehrere Jahre lang gefallen waren.Munich-Re-Aktie im AufwindDas Analysehaus Pareto Securities hat Munich Re daraufhin von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 235 auf 275 Euro angehoben. Die Aktie sei attraktiv bewertet und das Unternehmen solide finanziert, um die schwierige Corona-Situation zu bewältigen. An der Börse kommen derartige Aussagen natürlich gut an. Die Munich-Re-Aktie steigt heute zeitweise auf gut 251 Euro. Im Februar hatte der Kurs mit 284 Euro das höchste Niveau seit Frühjahr 2002 erreicht.
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