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Optimistischer Ausblick 24.03.2021 16:02:39

NORMA will überraschend hohe Dividende ausschütten - NORMA-Aktie steigt

NORMA will überraschend hohe Dividende ausschütten - NORMA-Aktie steigt

So sollen sowohl der Umsatz als auch die Profitabilität 2021 klar zulegen, wie der im Nebenwerteindex SDAX notierte Autozulieferer am Mittwoch im hessischen Maintal bei der Vorlage ausführlicher Jahreszahlen mitteilte.

Die Erlöse aus eigener Kraft sollen im laufenden Jahr im niedrigen zweistelligen Prozentbereich steigen, nachdem sie 2020 um gut 12 Prozent auf rund 952 Millionen Euro gesunken waren. Die Marge des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) soll auf über 13 Prozent klettern. 2020 war sie auf 5,7 Prozent abgesackt, nach 13,2 Prozent ein Jahr zuvor.

Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank sprach von einem sehr zuversichtlichen Ausblick, der sogar leicht über den Erwartungen liege. Er blieb bei seiner Kaufempfehlung für die Aktie und sieht sie weiterhin attraktiv bewertet. NORMA habe außerdem selbst in einem Krisenjahr einen starken freien Barmittelzufluss (Free Cashflow) erzielt, so der Experte.

Im vergangenen Jahr bekam NORMA die Pandemie sowie hohe Umbaukosten zu spüren. Vor allem im zweiten Quartal war es zu einem Nachfrageeinbruch und Produktionsunterbrechungen in zahlreichen NORMA-Werken gekommen, ehe die Nachfrage nach Verbindungstechnik anschließend nach und nach wieder anzog. Der Überschuss brach 2020 unter dem Strich fast komplett auf nur noch 5,5 Millionen Euro ein, nachdem der Konzern 2019 noch 58,4 Millionen Euro erwirtschaftet hatte.

Allerdings gelang es NORMA in der zweiten Jahreshälfte, aus den roten Zahlen zu kommen, nachdem im ersten Halbjahr noch ein deutlicher Fehlbetrag zu Buche gestanden hatte. Im Schlussquartal profitierten die Hessen dann von einer deutlichen Erholung vor allem im Autogeschäft.

Konzernchef Michael Schneider verwies darauf, dass NORMA im vierten Quartal wieder organisch gewachsen sei. 2021 will der Manager den Fokus noch stärker auf die Geschäftsfelder Wassermanagement, Industrieanwendungen und Elektromobilität ausrichten. Zudem solle das laufende Umbau- und Sparprogramm weiter umgesetzt werden, betonte Schneider.

Im Gegensatz zu reinen Automobilzulieferern ist NORMA breiter aufgestellt. Die NORMA Group stellt unter anderem Schläuche, Verschraubungen, Rohre und Befestigungen her. Die Produkte des Verbindungstechnik-Spezialisten kommen etwa in der Autoindustrie, aber auch bei Luftfahrt und Marine, in Kühlsystemen oder im Wassermanagement zum Einsatz. Das Unternehmen hat laut eigenen Angaben rund 8800 Mitarbeiter und Kunden in über 100 Ländern.

Die Aktionäre sollen für 2020 eine Dividende von 70 Cent je Aktie erhalten und damit deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Im Vorjahr hatte die Ausschüttung wegen der Corona-Krise lediglich 4 Cent betragen - die gesetzliche Mindestdividende. NORMA verdeutlichte, dass mit dem Dividendenvorschlag nahezu 92 Prozent des bereinigten Periodenergebnisses ausgeschüttet werden sollen. Damit will das Unternehmen die reduzierte Dividende aus dem vergangenen Jahr teilweise kompensieren.

Langfristig will NORMA wieder zu seiner gewohnten Dividendenstrategie mit einer Ausschüttungsquote von rund 30 bis 35 Prozent des bereinigten Periodenergebnisses zurückkehren.

NORMA-Chef: Setzen stärker auf Elektromobilität - gutes Auftaktquartal

NORMA setzt für die künftige Entwicklung des Autogeschäfts noch stärker auf Elektromobilität. "Die Elektromobilität ist für uns eines der entscheidenden Zukunftsfelder", sagte Konzernchef Michael Schneider am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Er sieht das SDAX-Unternehmen mit Sitz im hessischen Maintal, das Schneiders Angaben zufolge zwischen 40 und 50 Prozent seines Geschäfts mit der Autoindustrie macht, für die vielfältigen Herausforderungen der Branche gewappnet. "Ob Vollelektrisch, Hybrid, Brennstoffzelle oder Wasserstoff - wir sind in allen Antriebssträngen vertreten und gut aufgestellt", erklärte er.

Im Gegensatz zu klassischen Autozulieferern ist NORMA breiter aufgestellt und hat etwa auch im Wassermanagement einen Fokus. Schneider sieht gerade das mit Blick auf die Corona-Krise als großen Vorteil. "Unser Wassergeschäft hat sich sehr positiv entwickelt und auch das Autogeschäft hat im zweiten Halbjahr wieder stark angezogen, insbesondere in China", betonte der Konzernlenker. Er erwartet für das laufende Jahr deutliche Zuwächse bei Umsatz und Profitabilität, nachdem Erlös und Gewinn infolge der Pandemie 2020 abgesackt waren.

Während Schneider damit rechnet, dass NORMA gestärkt aus der Krise hervorgehen wird, bewertet er die Lage für die gesamte Zulieferer-Branche unterschiedlich. "Der Markt wird sich insgesamt differenziert entwickeln", so der Manager. In China werde sich das Wachstum fortsetzen, und auch in Amerika und der Region Europa-Nahost-Afrika geht der NORMA-Chef wieder von positiven Entwicklungen aus. Allerdings stünden gerade solche Unternehmen, die im vergangenen Jahr durch Corona in Schwierigkeiten und Liquiditätsprobleme gekommen sind, nun vor einer großen Herausforderung: "Sie werden das wieder zu erwartende Wachstum gut managen müssen. Das ist die zentrale Aufgabe", blickte Schneider voraus.

Das noch bis Ende März laufende erste Quartal des NORMA-Geschäftsjahrs dürfte nach Schneiders Erwartung "richtig gut" werden und im Rahmen der Prognose liegen. NORMA sei auch dank des laufenden Konzernumbaus, der mit einer Standortschließung in Gerbershausen (Thüringen) und dem Abbau von bis zu 100 Stellen in der Zentrale in Maintal einhergeht, auf einem guten Weg. "Natürlich sind in dem Programm auch ein paar schwierige Entscheidungen drin. Aber sie sind leider notwendig, um uns für die Zukunft gut aufzustellen."

Auf XETRA notiert die NORMA-Aktie zeitweise 0,60 Prozent im Plus bei 40,12 Euro.

/eas/mis

MAINTAL (dpa-AFX)

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Bildquelle: ZVG,Norma Group