12.03.2015 19:39:00

Nowotny: EZB kann Griechenland nicht finanzieren

OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny hat heute Donnerstag im Finanzausschuss des Nationalrats klargestellt, dass Griechenland Hilfe von außen aufgrund einer politischen Entscheidung brauche und eine Finanzierung des Landes durch die EZB nicht möglich sei. Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) zeigte sich besorgt zur Lage in Griechenland, SPÖ-Abgeordneter Christoph Matznetter warnte vor einem Crash.

Matznetter hielt es laut Parlamentskorrespondenz für unverständlich, dass Griechenlands Hauptgläubiger Deutschland die Situation eskaliere, und warnte vor einem Crash in der Ägäis. Schelling zeigte sich besorgt über Kommunikationsprobleme mit der griechischen Regierung. Ein drittes Hilfsprogramm habe die erfolgreiche Beendigung des zweiten Hilfsprogramms zur Voraussetzung. Schelling berichtete aber auch von Aussagen des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis, Griechenland wolle keinen Kreditausfall und keinen Austritt aus der Eurozone. Nun hoffe er auf neue Gespräche und auf mehr Daten über die Finanzsituation der Griechen.

Griechische Banken werden derzeit mit Liquiditätshilfen (Emergency Liquidity Assistance - ELA) durch die griechische Notenbank finanziert. Die öffentlichen Schulden Griechenlands betrugen Ende 2014 318 Mrd. Euro oder 176,3 Prozent des BIP. Für die Hilfspakete der EU (EFSF, bilalterale Kredite) und für mögliche Verluste aus dem SMP Programm haften die Staaten des Euroraums im Ausmaß ihres EZB-Kapitalschlüssels. Insgesamt betragen die Kredite und Anleihen 219,7 Mrd. Euro. Österreich hat ein Kreditexposure von 6,5 Mrd. Euro und darüber hinaus einen 260 Mio. Euro-Anteil an IWF-Krediten.

APA

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