Stresstest-Ergebnisse 27.10.2014 17:25:00

OeNB: Gesundheitscheck gut, aber Banken noch nicht marathontauglich

OeNB: Gesundheitscheck gut, aber Banken noch nicht marathontauglich

"Wir haben jetzt eine Gesundenuntersuchung gehabt, die ist gut ausgegangen. Das heißt noch nicht, dass ich damit einen Marathon laufen kann. Da muss ich weiter trainieren". So fasste Notenbankdirektor Andreas Ittner die Ergebnisse der Stresstests für jene heimischen Banken zusammen, die bestanden haben. Dass die Volksbanken (ÖVAG) scheiterten, war schon vorweggenommen.

Ein überdurchschnittliches Risiko zeigte der Stresstest für die Österreicher im Vergleich zu anderen europäischen Banken nicht, betonte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Sonntag. Bei den Österreichern wog freilich das Osteuroparisiko schwerer. Andere Länder hatten andere Assetprobleme.

Bei der stressbedingten Reduktion des Kapitals - also beim simulierten Kapitalverzehr in einem Schockszenario - lägen die heimischen Banken mit im Schnitt vier Prozentpunkten nicht schlechter als die in anderen Staaten - etwa in Deutschland. "Wir sind hier im normalen Bereich", befand OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny. Beim Kapitalwert sei man insgesamt etwas unter dem Euroschnitt, da die Kapitalquoten in der Ausgangslage niedriger waren.

Nowotny nannte die Bankentests eine "sehr harte Übung". Sie wirke insgesamt deutlich vertrauensstärkend, sowohl auf europäischer Ebene als auch in Österreich. Es habe in Österreich keinen Fall gegeben, wo eine nachträgliche Korrektur einer schon bestehenden Bilanz erforderlich sei.

Nicht in die Testergebnisse eingeflossen sind Kapitalmaßnahmen (Aufstockungen, Ersatz von Partizipationskapital etc.) bei den gestressten Banken aus dem Jahr 2014. Bis 2023, wenn die neuen scharfen Kapitalvorgaben von "Basel III" uneingeschränkt gelten und bestimmte Kapitalbestandteile nicht mehr anrechenbar sind, müssen die Banken noch einiges Geld aufstellen - oder den Kapitalbedarf durch Verkäufe oder Struktur-Umbau reduziert haben. Von 7 Milliarden Euro, die über diese Zeit nicht mehr anrechenbar sein werden, sei ein Teil schon erledigt oder ersetzt, so die Notenbank heute. Damit blieben nicht mehr so viele Milliarden, die noch ersetzt werden müssten, so Notenbankdirektor Ittner.

Die Volksbanken AG (ÖVAG), die beim Stresstest heuer wieder gescheitert ist, muss binnen zweier Wochen ihren Abwicklungsplan fertigstellen, der dann der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Annahme vorgelegt werden muss. Laut FMA gibt es da noch viele offene rechtliche Fragestellungen. Umgesetzt werden muss der Plan binnen eines halben Jahres. Die ÖVAG wird zerschlagen, sie gibt nächstes Jahr ihre Banklizenz zurück und wird zur reinen Abwicklungsgesellschaft. Als Institut ohne Banklizenz würde sie dann laut FMA keinem weiteren europäischen Stresstest mehr unterliegen.

(Schluss) rf/tsk

WEB http://www.ecb.int http://www.oenb.at/

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Bildquelle: OeNB

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