19.02.2015 16:09:00

OMV auch bei niedrigem Ölpreis profitabel - Roiss: Sind fit for fifty

Der massive Ölpreis-Verfall in der zweiten Jahreshälfte 2014 ist auch an der OMV nicht spurlos vorübergegangen: Obwohl die Gesamtproduktion um 8 Prozent auf 309.000 Fass pro Tag gesteigert wurde, ging der Umsatz zurück und das Betriebsergebnis (EBIT) schrumpfte um 59 Prozent auf 1,05 Mrd. Euro. Unterm Strich blieb dennoch ein Nettogewinn von 613 Mio. Euro.

Die OMV sei "fit for fifty", ein gesundes Unternehmen auch bei einem Ölpreis-Szenario von 50 Euro pro Fass, betonte OMV-Chef Gerhard Roiss am Donnerstag bei der Präsentation der Ergebniszahlen für 2014, "und das gilt es zu bewahren". Derzeit liegt der Brent-Ölpreis bei rund 59 Dollar pro Fass, die OMV stellt sich für das laufende Jahr auf einen Preis von 50 bis 60 Dollar ein.

Um in diesem Umfeld profitabel zu bleiben, will Roiss "jeden Euro dreimal umdrehen, bevor wir ihn ausgeben". "Unser Ziel ist es, mittelfristig einen ausgeglichenen Free Cashflow nach Dividende und nach Investitionen zu erwirtschaften", sagte Roiss. Die langfristig geplanten Investitionen von 3,9 Mrd. Euro pro Jahr, die vor allem in den Bereich Exploration und Produktion fließen sollen, werden wie angekündigt mittelfristig auf 2,5 bis 3 Mrd. Euro reduziert, abhängig vom Ölpreis. Dennoch wolle man im Upstream-Bereich wachsen und an den Entwicklungsprojekten festhalten. "Ob das ein zwei Jahre länger dauert oder nicht, ist sekundär."

Die bisherige Dividendenpolitik soll fortgesetzt werden, deshalb wird der Vorstand der Hauptversammlung für das vergangene Geschäftsjahr neuerlich eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie vorschlagen. Das Ergebnis je Aktie brach im Vorjahr um 69 Prozent auf 1,09 Euro ein.

Der Umsatz der OMV ist 2014 um 15 Prozent auf 35,9 Mrd. Euro zurückgegangen, im 4. Quartal wurden 7,68 Mrd. Euro erlöst (nach 10,37 Mrd. Euro im Q4/2013). "Wir haben circa 50:50 Öl und Gas", erklärte Roiss. Der Gasbereich schwanke nicht voll mit dem Ölpreis, sondern nur zu etwa 80 Prozent. Wichtig sei auch die Integration von Upstream und Downstream. "Wir wollen ein integriertes Unternehmen bleiben, das ist Teil der Strategie." Im vierten Quartal habe man 42 Prozent des Ergebnisses im Downstream-Bereich gemacht.

Roiss verteidigte auch den Zukauf in Norwegen. Diese Entscheidung sei richtig gewesen, daran ändere auch der derzeit niedrige Ölpreis nichts. "Die Strategie ist langfristig." Öl sei ein global nachgefragtes Produkt und die Nachfrage werde wachsen. In Norwegen stand die gemeinsame Produktion der Felder Gudrun und Gullfaks 2014 bei rund 35.000 Fass pro Tag und wird weiter steigen, da erwartet wird, dass zusätzliche Bohrungen im Feld Gudrun dieses Jahr in Betrieb genommen werden. Bereits zu Jahresende 2014 wurden dort 50.000 boe/d produziert.

Libyen hat im vergangenen Jahr insgesamt nur ein Viertel seiner Kapazität produziert, derzeit steht die Produktion dort still. Unsicher ist die Sicherheitslage auch im Jemen, wo derzeit aber produziert wird.

Am Produktionsziel von 400.000 Fass pro Tag halte man nach wie vor fest, sagte E&P-Vorstand Jaap Huijskes. Wann dieses Ziel erreicht werde, hänge aber von der Ölpreisentwicklung ab. Ziel sei ein eigenfinanziertes, profitables Wachstum, und aus Norwegen komme das Cash für die Exploration.

Für den Bereich Downstream, zu dem die bisherigen Geschäftsbereiche Refining & Marketing sowie Gas & Power zusammengeführt wurden, ist Manfred Leitner verantwortlich. 2014 seien alle strategischen Ziele, die 2011 für Refining & Marketing definiert worden seien, erfolgreich abgeschlossen worden, sagte Leitner. Man habe u. a. die Raffinerie-Kapazitäten um ein Drittel reduziert und sich aus Zypern, Kroatien und Bosnien zurückgezogen. Darüber hinaus seien in mehreren Ländern mehr als 100 Grundstücke verkauft worden. Ziel sei es, im Upstream-Bereich cashflow-neutral zu arbeiten, "das würde bedeuten, dass der Downstream-Cashflow für die Dividende ausreichen muss".

Der Gas-Einkaufspreis sei durch die Neuverhandlung des Liefervertrags mit Gazprom jetzt auf Marktniveau, sagte Leitner. "Das heißt, dass die EconGas positive Erträge erzielen wird." Das bedeute aber nicht, "dass jetzt automatisch Stromkraftwerke zu laufen beginnen", denn das hänge auch vom Strompreis ab.

Die OMV-Aktie hat heute bis 14 Uhr um 0,56 Prozent auf 24,165 Euro nachgegeben. Vor einem Jahr war sie noch rund 33 Euro wert.

(Grafik 0212, Format 88 x 70 mm) (Schluss) ivn/snu

ISIN AT0000743059 WEB http://www.omv.com

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