Ergebnis zufriedenstellend 19.02.2015 17:34:00

OMV: Solides operatives Ergebnis trotz Ölpreis-Halbierung

OMV: Solides operatives Ergebnis trotz Ölpreis-Halbierung

"2014 haben wir ein solides operatives Ergebnis erzielt, trotz eines turbulenten Jahres für die Branche mit um rund 50 Prozent gefallenen Ölpreisen in der zweiten Jahreshälfte und Sicherheitsproblemen in Libyen und im Jemen", sagte Roiss laut Aussendung.

Der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (CCS EBIT) schrumpfte 2014 um 15 Prozent auf 2,24 Mrd. Euro und lag damit etwas über den Erwartungen der Analysten. Der den Aktionären zuzurechnende CCS-Überschuss stieg um 2 Prozent auf 1,13 Mrd. Euro. Im 4. Quartal legte das CCS EBIT um 23 Prozent auf 545 Mio. Euro zu, der CCS-Überschuss verdoppelte sich auf 348 Mio. Euro. Unbereinigt gab es im 4. Quartal jedoch einen Nettoverlust von 344 Mio. Euro (nach 59 Mio. Euro Nettogewinn im Vergleichsquartal 2013).

Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit ging im Vorjahr um 11 Prozent auf 3,666 Mrd. Euro zurück.

Der Produktionsanstieg im Gesamtjahr 2014 um 8 Prozent auf durchschnittlich 309.000 boe/d (Barrel Öl-Äquivalente pro Tag) sei hauptsächlich auf den Beitrag der Assets in Norwegen zurückzuführen, sagte Roiss. "Diese Assets liefern mittlerweile den zweitstärksten Beitrag zur OMV-Produktion und untermauern die Entscheidung, unsere Beteiligungen in stabilen EU/OECD-Ländern zu erhöhen." Die Produktion in Norwegen trug im Vorjahr rund 35.000 boe/d zur Gesamtproduktion bei.

Im Schlussquartal wirkte sich der Beitrag der norwegischen Felder mit einem Produktionsanstieg um 15 Prozent gegenüber dem 4. Quartal 2013 aus. Die Tagesproduktion von Erdöl, NGL und Erdgas betrug 318.000 boe/d. Die Gesamtverkaufsmenge stieg im 4. Quartal um 23 Prozent. Der durchschnittlich realisierte Rohölpreis des Konzerns sank um 30 Prozent, während der durchschnittlich im Konzern erzielte Gaspreis um 12 Prozent über dem Niveau des Schlussquartals 2013 lag.

Der Geschäftsbereich Gas & Power, der 2013 noch ein geringfügig positives EBIT von 1 Mio. Euro verbucht hatte, war 2014 mit -162 Mio. Euro in der Verlustzone. Das EBIT sei durch Sondereffekte in Höhe von 263 Mio. Euro belastet worden, vor allem durch Wertminderungen des Gaskraftwerks Brazi in Rumänien und des Firmenwerts der türkischen Petrol Ofisi. Der EBIT-Verlust im 4. Quartal weitete sich von -47 Mio. Euro (Q4/13) auf -258 Mio. Euro aus.

Allerdings sei es gelungen, den langfristigen Gasliefervertrag mit Gazprom neu zu verhandeln, der nun die geänderten Marktbedingungen widerspiegle, heißt es im Ergebnisbericht. Das unterstütze den Ergebnisbeitrag von EconGas, deren Ergebnisbeitrag etwa auf dem Niveau des Vorjahres liege. Die gesamte Erdgas-Verkaufs- und Handelsmenge stieg um 14 Prozent auf gut 486 TWh (Terawattstunden).

Der Bereich Raffinerien & Marketing hat 2014 einen EBIT-Verlust von 290 Mio. Euro eingefahren (nach +658 Mio. Euro im Vorjahr). Im 4. Quartal war das EBIT mit -528 Mio. Euro negativ. Der Beitrag der Borealis fiel mit 51 Mio. Euro etwas geringer aus.

Bis 2017 will die OMV jährlich 2,5 bis 3 Mrd. Euro investieren, davon 80 Prozent in den Produktionsbereich. Das untere Ende der Investitionsbandbreite entspricht einer Ölpreis-Erwartung von rund 50 Dollar für die nächsten drei Jahre. Das Produktionsziel von 400.000 boe/d für 2016 wird aufrecht erhalten. Für heuer wird mit einem durchschnittlichen Ölpreis zwischen 50 und 60 Dollar pro Fass gerechnet.

Die OMV sei "fit for fifty", ein gesundes Unternehmen auch bei einem Ölpreis-Szenario von 50 Euro pro Fass, betonte OMV-Chef Gerhard Roiss am Donnerstag bei der Präsentation der Ergebniszahlen für 2014, "und das gilt es zu bewahren". Derzeit liegt der Brent-Ölpreis bei rund 59 Dollar pro Fass, die OMV stellt sich für das laufende Jahr auf einen Preis von 50 bis 60 Dollar ein.

Um in diesem Umfeld profitabel zu bleiben, will Roiss "jeden Euro dreimal umdrehen, bevor wir ihn ausgeben". "Unser Ziel ist es, mittelfristig einen ausgeglichenen Free Cashflow nach Dividende und nach Investitionen zu erwirtschaften", sagte Roiss. Die langfristig geplanten Investitionen von 3,9 Mrd. Euro pro Jahr, die vor allem in den Bereich Exploration und Produktion fließen sollen, werden wie angekündigt mittelfristig auf 2,5 bis 3 Mrd. Euro reduziert, abhängig vom Ölpreis. Dennoch wolle man im Upstream-Bereich wachsen und an den Entwicklungsprojekten festhalten. "Ob das ein zwei Jahre länger dauert oder nicht, ist sekundär."

Die bisherige Dividendenpolitik soll fortgesetzt werden, deshalb wird der Vorstand der Hauptversammlung für das vergangene Geschäftsjahr neuerlich eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie vorschlagen. Das Ergebnis je Aktie brach im Vorjahr um 69 Prozent auf 1,09 Euro ein.

Der Umsatz der OMV ist 2014 um 15 Prozent auf 35,9 Mrd. Euro zurückgegangen, im 4. Quartal wurden 7,68 Mrd. Euro erlöst (nach 10,37 Mrd. Euro im Q4/2013). "Wir haben circa 50:50 Öl und Gas", erklärte Roiss. Der Gasbereich schwanke nicht voll mit dem Ölpreis, sondern nur zu etwa 80 Prozent. Wichtig sei auch die Integration von Upstream und Downstream. "Wir wollen ein integriertes Unternehmen bleiben, das ist Teil der Strategie." Im vierten Quartal habe man 42 Prozent des Ergebnisses im Downstream-Bereich gemacht.

Roiss verteidigte auch den Zukauf in Norwegen. Diese Entscheidung sei richtig gewesen, daran ändere auch der derzeit niedrige Ölpreis nichts. "Die Strategie ist langfristig." Öl sei ein global nachgefragtes Produkt und die Nachfrage werde wachsen. In Norwegen stand die gemeinsame Produktion der Felder Gudrun und Gullfaks 2014 bei rund 35.000 Fass pro Tag und wird weiter steigen, da erwartet wird, dass zusätzliche Bohrungen im Feld Gudrun dieses Jahr in Betrieb genommen werden. Bereits zu Jahresende 2014 wurden dort 50.000 boe/d produziert.

Libyen hat im vergangenen Jahr insgesamt nur ein Viertel seiner Kapazität produziert, derzeit steht die Produktion dort still. Unsicher ist die Sicherheitslage auch im Jemen, wo derzeit aber produziert wird.

Am Produktionsziel von 400.000 Fass pro Tag halte man nach wie vor fest, sagte E&P-Vorstand Jaap Huijskes. Wann dieses Ziel erreicht werde, hänge aber von der Ölpreisentwicklung ab. Ziel sei ein eigenfinanziertes, profitables Wachstum, und aus Norwegen komme das Cash für die Exploration.

Für den Bereich Downstream, zu dem die bisherigen Geschäftsbereiche Refining & Marketing sowie Gas & Power zusammengeführt wurden, ist Manfred Leitner verantwortlich. 2014 seien alle strategischen Ziele, die 2011 für Refining & Marketing definiert worden seien, erfolgreich abgeschlossen worden, sagte Leitner. Man habe u. a. die Raffinerie-Kapazitäten um ein Drittel reduziert und sich aus Zypern, Kroatien und Bosnien zurückgezogen. Darüber hinaus seien in mehreren Ländern mehr als 100 Grundstücke verkauft worden. Ziel sei es, im Upstream-Bereich cashflow-neutral zu arbeiten, "das würde bedeuten, dass der Downstream-Cashflow für die Dividende ausreichen muss".

Der Gas-Einkaufspreis sei durch die Neuverhandlung des Liefervertrags mit Gazprom jetzt auf Marktniveau, sagte Leitner. "Das heißt, dass die EconGas positive Erträge erzielen wird." Das bedeute aber nicht, "dass jetzt automatisch Stromkraftwerke zu laufen beginnen", denn das hänge auch vom Strompreis ab.

Die OMV-Aktie hat heute bis 14 Uhr um 0,56 Prozent auf 24,165 Euro nachgegeben. Vor einem Jahr war sie noch rund 33 Euro wert.

ivn/snu

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Bildquelle: OMV

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