PayPal Aktie
WKN DE: A14R7U / ISIN: US70450Y1038
| Mega-Deal voraus? |
15.07.2026 22:19:00
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PayPal-Aktie im Blick: Mögliches Übernahmeangebot sorgt für Aufsehen
- Stripe und Advent bieten laut Reuters 60,50 US-Dollar je PayPal-Aktie
- Das entspricht einer Bewertung von mehr als 53 Milliarden US-Dollar
- PayPal und Stripe äußerten sich bislang nicht offiziell zu dem Bericht
Ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters bringt Bewegung in die PayPal-Aktie: Der Zahlungsdienstleister Stripe und die Beteiligungsgesellschaft Advent International sollen dem Unternehmen ein gemeinsames Übernahmeangebot von 60,50 US-Dollar je Aktie unterbreitet haben, das PayPal mit mehr als 53 Milliarden US-Dollar bewertet und einen Aufschlag von rund 28 Prozent auf den Schlusskurs vom Dienstag bedeutet. Für Anleger ist das ein deutliches Signal: Nach Jahren der Kursschwäche gilt der einstige Zahlungspionier plötzlich wieder als ernsthaftes Übernahmeziel.
Warum Stripe ausgerechnet jetzt zugreifen will
Die Offerte kommt nicht aus heiterem Himmel: Bereits im Februar 2026 hatte Bloomberg berichtet, dass Stripe eine Übernahme von PayPal oder Teilen des Geschäfts prüft. Der Bezahldienstleister hat sich in den vergangenen Jahren primär auf Zahlungsinfrastruktur für Unternehmen konzentriert, PayPal würde ihm dagegen sofortigen Zugang zu einer breiten Verbrauchermarke, Millionen Kundenkonten und dem Bezahldienst Venmo verschaffen. Advent International bringt als Finanzinvestor Erfahrung im Zahlungssektor mit. Laut Reuters sollen Stripe und Advent das Unternehmen gemeinsam und zu gleichen Teilen halten, ohne es aufzuspalten.
PayPal-Aktie: Ein Übernahmekandidat mit Vorgeschichte
Für PayPal ist das Interesse auch Ausdruck einer schwierigen Phase. Den ursprünglichen Vorstoß der beiden Bieter datiert Reuters auf April 2026, das aktuelle Angebot reichten Stripe und Advent demnach Anfang Juli erneut ein. Seit März 2026 führt mit Enrique Lores ein neuer Vorstandschef das Unternehmen und treibt ein Sparprogramm sowie eine strategische Neuausrichtung voran. Der Konzern kämpft seit Jahren mit wachsendem Wettbewerb im digitalen Zahlungsverkehr und mit einem Wachstumstempo, das hinter den Erwartungen aus der Pandemiezeit zurückbleibt.
Im Mai hatte es laut unbestätigten Informationen geheißen, das Unternehmen plane eine große Sparrunde, der in den nächsten Jahren ein Fünftel der Jobs zum Opfer fallen könnte. Das privat gehaltene Unternehmen Stripe ist ein Zahlungsabwickler, der in jüngeren Jahren dagegen zulegen konnte und seine Bewertung im Rahmen eines internen Mitarbeiter-Aktiengeschäfts im Februar laut Bloomberg auf fast 160 Milliarden Dollar steigerte. Stripe bietet vor allem digitale Zahlungstechnologie für Unternehmen an.Offene Fragen: Bestätigung, Kartellrecht und Zeitplan
Bislang bleibt vieles unbestätigt: Advent lehnte laut Reuters eine Stellungnahme ab, PayPal und Stripe reagierten zunächst nicht auf entsprechende Anfragen der Agentur. Reuters beruft sich auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen, die anonym bleiben wollten, eine Garantie für einen Vertragsabschluss gibt es demnach nicht. Hinzu kommt die Kartellfrage: Zwei der größten Namen im digitalen Zahlungsverkehr unter einem Dach zu vereinen, dürfte Wettbewerbshüter in mehreren Regionen auf den Plan rufen. Das laut Reuters zugesagte Bankenfinanzierungsvolumen von rund 50 Milliarden US-Dollar zeigt zumindest, dass die Finanzierungsseite offenbar steht.
Ob PayPal auf das Angebot reagiert und ob Stripe sowie Advent den Bericht offiziell bestätigen, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen. Anleger reagierten aufgeregt auf die neuesten Entwicklungen: Die PayPal-Aktie zeigte sich an der NASDAQ 17,19 Prozent höher bei 55,51 US-Dollar.
Selbst mit dem starken Kursanstieg der vergangenen beiden Handelstage liegt die Aktie von Paypal im laufenden Jahr rund 5 Prozent im Minus. Auf Sicht der vergangenen fünf Jahre hat sie 80 Prozent eingebüßt.Claudia Stephan, Thomas Zoller, Martina Köhler, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.at mit Material von dpa-AFX
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