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Gewinnrückgang 11.08.2020 17:45:00

RBI - Risikovorsorgen und Wertminderungen belasten Gewinn - Aktie legt zu

RBI - Risikovorsorgen und Wertminderungen belasten Gewinn - Aktie legt zu

Das teilte die RBI am Dienstag mit. Auch an der Dividendenpolitik ändert die Bank vorerst nichts.

Wegen des weltweiten Wirtschaftseinbruchs rechnet die RBI mit einem "deutlichen Ergebnisrückgang für das laufende Geschäftsjahr", heißt es im Zwischenbericht. Im ersten Halbjahr standen unterm Strich 368 Mio. Euro, nach 571 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Dagegen stieg der Zinsüberschuss leicht um 2,5 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro an, der Provisionsüberschuss blieb unverändert bei 840 Mio. Euro. Bei den Kundenkrediten wurde ein Wachstum von 3 Prozent erzielt, trotz deutlicher Währungsabwertungen, so die Bank.

Das Konzernergebnis sei "durch direkte und indirekte Effekte aus der Covid-19-Krise belastet: Dies betrifft die Kreditrisikokosten sowie Auswirkungen von Zahlungsmoratorien und Wertminderungen bei Beteiligungen und Firmenwerten", heißt es in der Aussendung am Dienstag.

Die Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte stiegen im Halbjahr deutlich von 12 Mio. Euro im Vorjahr auf 312 Mio. Euro an. Darin sind unter anderem Wertminderungen auf Beteiligungen und Firmenwerte in Höhe von 106 Mio. Euro und Anpassungen bei Krediten aufgrund von Zahlungsmoratorien im Ausmaß von 16 Mio. Euro erfasst. Zum Ende des Halbjahres waren 8,5 Mrd. Euro an Krediten Moratorien unterworfen. Für die Folgeperioden rechnet die RBI mit weiteren Effekten der Moratorien auf das Ergebnis.

Neben den Wertminderungen lasteten auch höhere Risikovorsorgen auf dem Gewinn. Für das Gesamtjahr geht die Bank von einer Neubildungsquote für die Risikokosten von 75 Basispunkten aus. Im ersten Halbjahr lag sie bei 66 Basispunkten (0,67 Prozent), im Vorjahreszeitraum lag sie noch bei 2 Basispunkten. Wegen der von der Coronakrise ausgelösten globalen Rezession buchte die Bank im ersten Halbjahr "zusätzliche zu erwartende Kreditrisikovorsorgen im Ausmaß von rund 158 Mio. Euro", so die RBI.

Das "notleidende Exposure" (NPE Ratio) lag bei 1,9 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert zum Jahresultimo. Dies sei laut der RBI vor allem auf das höhere Kreditvolumen zurückzuführen.

Auch an der Dividendenpolitik hält die Bank weiterhin fest und plant eine Dividendenausschüttung in Höhe von 20 bis 50 Prozent des Konzernergebnisses. Die Hauptversammlung, die darüber entscheidet, ist vorerst auf Oktober verschoben. Ende Juli hatte die Europäische Zentralbank (EZB) Europas Banken gemahnt, wegen der Coronakrise bis 2021 auf Dividendenausschüttungen zu verzichten. Die heimische Finanzmarktaufsicht (FMA) unterstützt die Empfehlungen der europäischen Finanzaufseher.

Die Dividendenausschüttung basiere auf einer Zielquote für das harte Kernkapital (CET1) von rund 13 Prozent, schreibt die RBI. Zum Ende des ersten Halbjahres lagen bei der RBI die harte Kernkapitalquote bei 13,2 Prozent, die Kernkapitalquote bei 14,6 Prozent (Vorjahr: 15,4 Prozent) und die Eigenmittelquote bei 17,5 Prozent (Vorjahr: 17,9 Prozent).

Die Bank befinde sich in "solider Verfassung und, habe "eine gute Kapitalausstattung und eine starke Liquiditätsposition", so RBI-Chef Josef Strobl laut Aussendung. Mittelfristig wird eine Kostenquote - das ist der Anteil der Kosten an den Einnahmen (Cost-Income-Ratio) - von 55 Prozent angepeilt. Aktuell liegt die Kostenquote bei 54,8 Prozent (Halbjahr 2019: 59,7 Prozent).

RBI rechnet mit weiter steigenden Risikokosten, Höhepunkt Ende 2020

Für das laufende Geschäftsjahr sieht sich die Raiffeisen Bank International (RBI) weiter steigenden Risikokosten gegenüber. Aktuell liegt die Neubildungsquote für die Risikokosten bei 66 Basispunkten (0,67 Prozent), für das Gesamtjahr sind im Ausblick 75 Basispunkte veranschlagt. Der Höhepunkt dürfte gegen Ende des Jahres erfolgen und sich bis ins nächste Jahr weiterziehen.

"Das Ganze wird auch 2021 noch nicht vorbei sein", sagte der Chief Risk Officer (CRO) Hannes Mösenbacher bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag. Er rechnet im vierten Quartal 2020 sowie im ersten Quartal 2021 mit dem Peak bei den Risikokosten. Die Prognose für die 75 Basispunkte für das Gesamtjahr bestehe "unter der Annahme, dass es zu keinen weiteren großflächigen Störungen" aufgrund der Coronakrise kommt, sagte RBI-CEO Johann Strobl.

Zwar gebe es derzeit steigende Corona-Fallzahlen in Südosteuropa, man hoffe aber, dass die Regierungen richtig damit umgehen werden und dass es nicht zu einem breiten Lockdown komme. Makroökonomisch gesehen habe man in den meisten Ländern, in denen die RBI tätig ist, seit Mai bereits wieder eine "kontinuierliche Verbesserung der Wirtschaftsaktivitäten" gesehen, so Strobl weiter.

Die Raiffeisen-Aktie legte im Wiener Handel am Dienstag 1,29 Prozent auf 15,75 Euro zu.

bel/cri

APA

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Bildquelle: Raiffeisen Bank International AG