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Viele Unsicherheiten 16.05.2022 13:27:39

Ryanair-Aktie verliert: Ryanair hält sich bei Prognose fürs laufende Jahr bedeckt

Ryanair-Aktie verliert: Ryanair hält sich bei Prognose fürs laufende Jahr bedeckt

Die Buchungen für den Sommer boomten zwar, die Nachfrage werde aber durch eine Reihe von Faktoren beeinträchtigt, teilte Ryanair am Montag in Dublin mit. Für das laufende Geschäftsjahr werde zwar eine angemessene Rentabilität angestrebt. Allerdings werde das Wachstum durch die Covid-19-Pandemie und Russlands Invasion in die Ukraine bedroht. Angesichts des anhaltenden Risikos negativer Nachrichten zu diesen beiden Themen sei es fast unmöglich, eine vernünftige oder genaue Gewinnprognose abzugeben.

Ryanair erwarte weiterhin einen starken Sommer, da die Reisebeschränkungen aufgehoben seien und dies die Menschen ermutige, wieder zu fliegen. Bezüglich der Preise zeigte sich da Unternehmen "vorsichtig optimistisch". Diese dürften in der Hochsaison etwas über dem Niveau von 2019 liegen. Im aktuellen Quartal müsse Ryanair aber weiter mit Rabattaktionen locken, um die Nachfrage anzukurbeln.

Der um Sondereffekte bereinigte Nettoverlust von Ryanair für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr 2021/22 schrumpfte von gut einer Milliarde Euro im Vorjahr auf 355 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas höheren Fehlbetrag gerechnet. Der Umsatz verdreifachte sich fast auf 4,8 Milliarden Euro. Die irische Fluggesellschaft bekräftigte ihr Ziel, im neuen Geschäftsjahr 165 Millionen Passagiere zu befördern. Der Vorstandsvorsitzende Michael O'Leary hatte Ende März noch gesagt, dass er einen Gewinn von mindestens einer Milliarde Euro anstrebe.

Anfang April hatte Ryanair bereits einige Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr bekannt gegeben. In den zwölf Monaten bis Ende März zählte die Fluggesellschaft wie bereits bekannt gut 97 Millionen Passagiere. Das waren rund dreieinhalb Mal so viele wie nach dem coronabedingten Geschäftseinbruch ein Jahr zuvor, aber immer noch über ein Drittel weniger als die 149 Millionen im letzten Jahr vor der Pandemie. Die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus hatte die Erholung der Ticketnachfrage vor allem in den Monaten Dezember bis Februar zurückgeworfen.

Derweil rüstet sich die Fluggesellschaft weiter gegen den Anstieg der Treibstoffpreise. Für das neue Geschäftsjahr bis Ende März 2023 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben inzwischen 80 Prozent seines Treibstoffbedarfs preislich abgesichert. Infolge des Ukraine-Kriegs und der internationalen Sanktionen gegen Russland ist der Ölpreis und damit auch der Kerosinpreis stark gestiegen.

Ryanair kritisiert Boeing

Europas größte Billigfluggesellschaft Ryanair hat ihren Haupt-Lieferanten Boeing scharf kritisiert. "Boeing braucht einen Neustart im Management", sagte der Chef der Ryanair Group, Michael O'Leary, am Montag in einem TV-Interview mit CNBC. Man sei sehr enttäuscht über die vergangenen zwölf Monate mit späten Auslieferungen. Man habe zudem von den Amerikanern nichts mehr zu der Langversion Boeing 737-Max-10 gehört, zu der Verhandlungen im September vergangenen Jahres abgebrochen worden waren.

Die Boeing 737 ist in verschiedenen Versionen der Standard-Jet der Iren, die nach Boeing-Angaben größter Kunde in Europa sind. Für den Sommer stammen von 505 Jets ihrer Flotte nur 29 bei der Tochter Lauda vom Konkurrenten Airbus (Airbus SE (ex EADS)). Von der modernisierten Boeing 737 Max hat Ryanair 210 Exemplare bestellt./ceb/DP/stw

Die Ryanair-Aktie verliert im Dubliner Börsenhandel zeitweise 3,38 Prozent auf 13,17 Euro. /mne/men/eas

DUBLIN (dpa-AFX)

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