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Milliardenauftrag 30.05.2022 17:52:00

Siemens-Aktie im Plus: Siemens an Bau von Hochgeschwindigkeitssystem in Ägypten beteiligt - Rekordauftrag

Siemens-Aktie im Plus: Siemens an Bau von Hochgeschwindigkeitssystem in Ägypten beteiligt - Rekordauftrag

Zusammen mit zwei Partnern habe man einen Vertrag über den Bau des sechstgrößten Hochgeschwindigkeitssystems der Welt unterzeichnet, teilte das Münchner Unternehmen am Samstagabend mit. Demnach entfällt allein auf Siemens ein Auftragswert von 8,1 Milliarden Euro. Darin sind auch 2,7 Milliarden Euro für die erste Strecke enthalten, die bereits im vergangenen Jahr vereinbart wurde.

Nach Siemens-Angaben handelt es sich um den größten Auftrag in der 175-jährigen Geschichte des Unternehmens. Geplant ist der Bau eines 2000 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsnetzes. Siemens Mobility werde 41 Hochgeschwindigkeitszüge, 94 Regionalzüge und 41 Güterlokomotiven liefern. Die Züge sollen mit bis zu 230 Kilometern in der Stunde unterwegs sein. Der Vertrag beinhalte auch Bahninfrastruktur, acht Betriebs- und Güterbahnhöfe sowie einen Wartungsvertrag über 15 Jahre.

Bereits bekannt war, dass Siemens am Bau eines "Suezkanals auf Schienen" beteiligt ist - also einer Bahnverbindung zwischen Mittelmeer und Rotem Meer. Dem Unternehmen zufolge wurden nun Verträge für Strecken zwischen Kairo und Abu Simbel an der Grenze zum Sudan sowie zwischen den archäologischen Stätten des Weltkulturerbes in Luxor und dem Badeort Hurghada unterzeichnet. Insgesamt soll das Hochgeschwindigkeitsnetz 60 Städte miteinander verbinden.

Siemens gründet Verein für CO2-Netzwerk Estainium

Mithilfe eines Vereins will Siemens die Messung von CO2-Fußabdrücken sehr viel genauer machen. Der am Montag auf der Hannover Messe vorgestellten Estainium Association gehören neben dem Münchner Konzern 14 weitere Gründungsmitglieder an. Dabei sind internationale Konzerne wie der japanische IT-Dienstleister NTT Data und das deutsche Chemie- und Pharmaunternehmen Merck sowie Branchengrößen wie der TÜV Süd.

Der Verein ist eine von drei Schichten eines Systems, das es ermöglichen soll, CO2-Emissionen zu ermitteln, zu zertifizieren und unter Umständen auch auszugleichen. Er betreibt das Estainium Netzwerk, in dem einzelne Anbieter aktiv sind. Siemens ist zwar Treiber der Gründung von Netzwerk und Verein, doch das System steht offen. "Da soll jeder sein Interface bauen können", betont Siemens-Vorstand Cedrik Neike.

Die Münchner sind mit ihrer Plattform SiGreen vertreten. Sie ermöglicht, den CO2-Fußabdruck eines Produkts samt Emissionen bei Zulieferern und deren Zulieferern zu ermitteln. "Durchschnittlich kontrollieren Hersteller nur etwa 10 Prozent des CO2-Fußabdrucks ihrer Produkte. Der Rest entsteht bereits davor, in der Lieferkette", sagt Neike. Bisher würden bei der Ermittlung von CO2-Fußabdrücken für diesen Teil meist Mittelwerte verwendet. "Aber Sie wollen ja das Unternehmen belohnen, das grünen Strom verwendet und seine Teile nicht fünf Mal um die Welt geschickt hat", betont Neike.

Der Verein soll das Netzwerk tragen und weiterentwickeln - und seine Unabhängigkeit sicherstellen. "Das Ganze wird dann ein Erfolg, wenn Siemens nur ein Anbieter unter mehreren ist", sagt Neike. Zudem geht es um sensible Informationen, wie Siemens-Manager Gunter Beitinger erklärt. Die Lösung: Die Informationen werden nicht zentral abgelegt sondern dezentral und verschlüsselt zwischen einzelnen Partnern ausgetauscht.

Beitinger ist zuversichtlich, dass das Netzwerk schnell wachsen wird. "Wir sind mit vielen Firmen im Gespräch. Bis zum Jahresende sollten es 50 bis 100 Teilnehmer sein. Auf Dauer sehr viel mehr."

Zunächst dreht sich Estainium um CO2, doch langfristig sind auch weitere Aspekte möglich. "Wenn ich das weiterdenke, kann man auch den Wasserverbrauch, Blei oder die Recyclingfähigkeit messen", sagt Neike. All das auf einmal umsetzen zu wollen, hält er aber nicht für sinnvoll. "Wenn Sie versuchen, die eierlegende Wollmilchsau zu kreieren, scheitern Sie."

Siemens-Aktie stark gefragt nach Rekordauftrag

Die Aktien von Siemens haben am Montag via XETRA mit einem Kurssprung auf einen Milliardenauftrag aus Ägypten reagiert. Für die Papiere des Industriekonzerns ging es zuletzt um 2,43 Prozent auf 124,82 Euro nach oben. Damit waren sie Spitzenreiter im DAX und erklommen den höchsten Stand seit acht Wochen.

Siemens hat nach eigenen Angaben den größten Auftrag der 175-jährigen Unternehmensgeschichte erhalten. Zusammen mit zwei Partnern habe man einen Vertrag über den Bau eines 2.000 Kilometer langen Hochgeschwindigkeits-Zugnetzes in Ägypten unterzeichnet. Demnach entfällt auf Siemens ein Auftragswert von 8,1 Milliarden Euro. Branchenkenner nahmen die Nachricht mit Wohlwollen entgegen.

Die Münchener verzeichneten in jüngster Zeit einen massiven Auftragsboom. Kunden zogen angesichts der Lieferengpässe sowie in Erwartung steigender Preise ihre Bestellungen vor. Wegen des Ukraine-Krieges hat Siemens aber auch sein Neugeschäft in Russland sowie die internationalen Lieferungen nach Russland eingestellt. Trotz eines guten ersten Geschäftsquartals hatte sich das Siemens-Management zuletzt wegen des schwierigen Umfelds vorsichtig gezeigt und die Jahresziele lediglich bekräftigt.

Lichtblick bleibt die Medizintechniktochter Siemens Healthineers, die dank des anhaltend brummenden Geschäfts mit Corona-Schnelltests zuletzt besser abgeschnitten hatte als erwartet. Dagegen hinkt die Entwicklung der Beteiligung Siemens Energy, die mit anhaltenden Schwierigkeiten bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa zu kämpfen hat, weiter hinterher.

Für die Siemens-Aktien lief es in den vergangenen Monaten mehr schlecht als recht. Zwar erreichte der Kurs Anfang Januar mit fast 158 Euro einen Rekord - danach ging es jedoch deutlich abwärts. Dies war der insgesamt schwächeren Marktlage mit Zins- und Inflationsängsten geschuldet, aber auch den Gewinnwarnungen von Siemens Energy und Siemens Gamesa. Im bisherigen Jahresverlauf gehören die Papiere mit einem Abschlag von rund 17 Prozent zu den unterdurchschnittlich laufenden Dax-Werten. Der deutsche Leitindex fiel 2022 bislang um gut acht Prozent.

HANNOVER / MÜNCHEN (dpa-AFX)

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