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Warnung 04.09.2026 17:52:38

Siemens Energy-Aktie fester: Energie-Infrastruktur laut CEO zunehmend Ziel hybrider Angriffe

Siemens Energy-Aktie fester: Energie-Infrastruktur laut CEO zunehmend Ziel hybrider Angriffe

"Wir müssen anerkennen, dass kritische Infrastruktur nicht vollumfänglich geschützt werden kann. Aus meiner Sicht hat die Bedrohungslage über die letzten 12 bis 18 Monate deutlich zugenommen", sagte der Manager der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir sind als großes Land, das in einem Konfliktfall ein Transitland wäre und eine Schlüsselrolle spielt, besonders exponiert", sagte Bruch. "Das müssen wir uns bewusst machen. Und das sollte auch der Bevölkerung bewusst sein."

Zuletzt hatten Angriffe auf das Stromnetz in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen für Aufsehen gesorgt. Die Ermittler gehen davon aus, dass beide Vorfälle auf verfassungsfeindliche Sabotage zurückzuführen sind.

"Die Vorfälle nehmen zu"

Bruch sieht die schnelle Ausarbeitung des zivilen Operationsplans als dringend erforderlich an, um auf Krisenfälle reagieren zu können. Es gehe um den Schutz der Strom- oder der Wasserinfrastruktur sowie der Versorgung mit Lebensmitteln im Falle einer Krise. "Da müssen wir uns vorbereiten. Denn man muss akzeptieren, dass dies alles Anzeichen von hybriden Angriffen sein können", sagte der Manager. "Die Vorfälle nehmen zu und auch auf der Cyberseite steigt die Frequenz der Angriffe auf Infrastruktur deutlich."

Die neue Bedrohungslage erfordere ein strukturiertes Vorgehen. "Es gilt sicherzustellen, dass wir Schäden schnell reparieren können. Dafür wären wir heute nicht ausreichend aufgestellt. Die rechtlichen Voraussetzungen liegen vor, jetzt geht es darum, schnell handlungsfähig zu werden."

"Reparaturfähigkeit stärken"

Kritische Infrastruktur sei schwer zu schützen und könne mit einfachen Mitteln gestört werden, räumte der Konzernchef ein. Es gehe daher auch darum, die "Reparaturfähigkeit" zu stärken, also mögliche Schäden mithilfe von Eingriffstrupps rasch zu reparieren. Das sei etwa in der Ukraine, in der kritische Infrastruktur ständig von Russland angegriffen wird, gut organisiert.

Dazu gehörten schnelle Meldeketten und das Wissen um die Lagerung von Ersatzteilen. "Das ist viel wichtiger, als zu glauben, ich könnte alles schützen." Bei der Steuerung und dem Schutz von Infrastruktur müsse Resilienz mitgeplant werden. Und außerdem müsse man sagen: "Ich muss jetzt nicht an jede wichtige Infrastruktur "Achtung, wichtige Schaltanlage" hinschreiben. Wir machen das in Deutschland sehr sichtbar." Das sei nicht unbedingt ideal.

Siemens Energy spaltete sich 2020 vom Siemens-Konzern ab und ging als eigenständiges Unternehmen an die Börse. Der Energietechnikkonzern entwickelt, produziert und liefert Technologien und Lösungen für die Stromerzeugung und -übertragung, für erneuerbare Energien - darunter Windkraftanlagen - sowie für industrielle Energieanwendungen. Das Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Energietechnikunternehmen. Im Geschäftsjahr 2025 beschäftigte Siemens Energy weltweit rund 103.000 Menschen, davon rund 27.000 in Deutschland.

Die Siemens Energy-Aktie notierte im XETRA-Handel letztlich 0,77 Prozent fester bei 146,52 Euro.

/am/DP/zb

BERLIN (dpa-AFX)

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Bildquelle: Siemens Energy AG

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