09.03.2015 14:04:00

Spanien schwenkt verstärkt auf Erholungskurs

Die spanische Wirtschaft hat sich aus der Rezession gearbeitet. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2013 noch um 1,2 Prozent geschrumpft war, wuchs es 2014 ersten Berechnungen zufolge um 1,3 Prozent. Heuer werde ein Plus von 2 Prozent erwartet, so der Handelsdelegierte der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Madrid, Michael Spalek. Entsprechend optimistisch sind die heimischen Exporteure.

2015 rechnen vor Ort tätige österreichischen Unternehmen einer Umfrage der WKÖ zufolge mehrheitlich mit höheren Umsätzen (65 Prozent) und Gewinnsteigerungen (61 Prozent). Rund ein Drittel will auch wieder mehr investieren und Mitarbeiter einstellen; gut die Hälfte wartet damit aber noch ab. Knapp die Hälfte der Betriebe schätzte die eigene Lage im abgelaufenen Jahr als "gut" (37 Prozent) bzw. "sehr gut" (10 Prozent) ein.

"Spanien hat seine Aufgaben gelöst - die EU kommt dem Land entgegen, weil es ein Musterbeispiel für Reformen ist und dafür, wie man aus der Krise rauskommt", sagte der Wirtschaftsdelegierte heute, Montag, vor Journalisten in Wien.

Wesentliche Stützen der Erholung sind laut Wirtschaftskammer die spanischen Exporte, die zwischen Jänner und September 2014 im Jahresabstand um 8 Prozent zulegten, sowie der Tourismus. Der Wiederaufschwung komme im Wesentlichen aus dem Außenwirtschaftssektor. "Im Gegensatz zu Griechenland gibt es in Spanien sehr viel Industrie und viele sehr gut ausgebildete Arbeitskräfte", meinte Spalek.

Die Lage auf dem spanischen Arbeitsmarkt dürfte sich weiter etwas entspannen: Die Arbeitslosenquote soll heuer gegenüber 2014 vorläufigen Zahlen zufolge von 24,5 auf immer noch gewaltige 23 Prozent sinken. Die Spanier helfen sich innerhalb der Familie gegenseitig aus. "Es gibt aber 1,4 Millionen Haushalte, wo keiner mehr etwas verdient", berichtete der Wirtschaftsdelegierte. Spätestens nach zwei Jahren laufen die Sozialleistungen bei Arbeitslosigkeit aus. Viele Spanier lebten dann vom Familienzusammenhalt und vom Schwarzmarkt, der etwa 20 Prozent der Wirtschaft ausmache, schätzte der Handelsdelegierte.

Der private Konsum hat sich im abgelaufenen Jahr erstmals seit Jahren mit einem Plus von 2 Prozent leicht erholt - ein ähnlicher Zuwachs (1,9 Prozent) wird auch für heuer prognostiziert. "In Spanien gehts wieder los - die Leute konsumieren wieder", berichtete der Marktexperte.

Jetzt muss das Land noch seine Staatsfinanzen und das Problem Korruption in den Griff bekommen - gut Ansätze gibt es bereits: 2015 soll das Budgetdefizit im Jahresabstand von 5,6 auf 4,5 Prozent des BIP sinken. Die Leistungsbilanz soll sich 2015 von 0,5 auf 0,8 Prozent des BIP weiter verbessern. Parallel dazu laufen derzeit gegen rund 3.000 Politiker in Spanien Korruptionsprozesse. "Das zeigt, dass die Justiz aufarbeitet", betonte Spalek.

(Schluss) kre/stf

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