29.08.2018 13:22:45

Spekulationen in Italien über neue Staatsanleihekäufe

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--In der italienischen Presse gibt es Spekulationen über neue Ankäufe italienischer Staatsanleihen. La Stampa will aus Regierungskreisen erfahren haben, dass sich die italienische Regierung an die Europäische Zentralbank (EZB) wenden will, um diese von zusätzlichen Ankäufen zu überzeugen. Der Corriere della sera meldete kürzlich, US-Präsident Donald Trump habe den Italienern angeboten, ihre Staatspapiere zu kaufen. Hintergrund ist das nahende Ende der Nettoankäufe von Staatsanleihen durch die EZB.

Laut La Stampa könnte die italienische Regierung die EZB bitten, ein QE-Programm aufzulegen, das, falls erforderlich, einen anderen Namen bekommen sollte. Das Blatt nannte weder die Quelle seiner Information, noch Details des angeblichen Vorschlags. Am Mittwochmorgen sorgte das zumindest kurzzeitig für einen Rückgang des Euro-Wechselkurses. Zudem fiel die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen leicht.

Anfang des Monats hatte Giancarlo Giorgetti, Sekretär des Ministerrats von Ministerpräsident Guiseppe Conte den Wunsch geäußert, die EZB möge ihr Ankaufprogramm verlängern, um Italien vor "Finanzspekulanten" zu schützen.

Dahinter dürfte die Angst des Lega-Nord-Politikers stehen, dass die Finanzierungskosten des Staats steigen könnten, wenn die aktuelle Regierung ihre Wahlversprechen umsetzt und zugleich die EZB keine zusätzlichen Anleihen mehr kauft. Der EZB-Rat hatte beschlossen, das Monatsvolumen seiner Anleihekäufe ab Oktober auf 15 (derzeit: 30) Milliarden Euro zu verringern und am Jahresende ganz einzustellen.

Der EZB ist eine monetäre Staatsfinanzierung verboten, Appelle von Regierungen, bitte Staatsanleihen anzukaufen, könnten also kontraproduktiv sein. Um in den Genuss von Outright Monetary Transaktions (OMT) zu kommen, müsste nicht nur die EZB die italienischen Anleiherenditen zu hoch finden - Italien müsste außerdem fiskalisches Wohlverhalten zeigen und sich von europäischer Seite konkrete Vorschriften machen lassen.

Noch bizarrer ist die Geschichte des Corriere. Dieser berichtete kürzlich, dass US-Präsident Donald Trump Ministerpräsident Conte den Ankauf italienischer Staatsanleihen angeboten haben soll. Ein weiterer Bericht, dem die Regierung allerdings offiziell entgegen trat, betraf die Idee, China könnte im großen Stil italienische Staatsanleihen erwerben.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/jhe

(END) Dow Jones Newswires

August 29, 2018 07:23 ET (11:23 GMT)

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