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19.05.2022 10:05:00

UNIQA mit mehr Nettogewinn bis März - Russland-Geschäft am Prüfstand

--------------------------------------------------------------------- AKTUALISIERUNGS-HINWEIS Neu: O-Töne von Konzernchef Brandstetter ---------------------------------------------------------------------

Die UNIQA-Versicherungsgruppe ist besser ins neue Jahr gestartet als von Analysten erwartet. Im ersten Quartal stieg der Nettogewinn um 19 Prozent auf 106,4 (89,4) Mio. Euro, und das Vorsteuerergebnis (EGT) wurde bei 112,8 (112,1) Mio. Euro gehalten. Die verrechneten Prämieneinnahmen wuchsen um 4,3 Prozent auf 1,859 Mrd. Euro, teilte die UNIQA am Donnerstag mit.

Abschreibungen auf russische und ukrainische Bonds wurden keine vorgenommen. Auf Basis eines vereinfachten IFRS-Abschlusses habe man per 31. März keinen eindeutigen Trigger dafür gesehen. "Ein schlechtes Länderrating reicht dafür nicht, denn es kommen weiterhin Zinszahlungen", sagte UNIQA-Chef Andreas Brandstetter zur APA. Man werde die Situation jedoch für den per 30. Juni fälligen Halbjahresbericht neu bewerten.

Die UNIQA Gruppe prüfe aber alle Optionen für die Zukunft am russischen Markt, bis hin zu einem vollständigen Ausstieg. Eine Entscheidung darüber könne man nur gemeinsam mit der Raiffeisen Bank International (RBI) treffen, "wir stehen in Gesprächen dazu", so Brandstetter. Denn an der Lebensversicherungsgesellschaft in Russland hält die UNIQA 75 Prozent, die RBI 25 Prozent.

Diese Gesellschaft ist relativ klein, 2021 entfiel auf sie mit 74 Mio. Euro nur rund ein Prozent der gesamten Konzernprämien. Man hat dort nur Privatkundengeschäft und keine Großkunden. Das Neugeschäft in Russland sei im Februar de facto eingestellt worden, so der CEO.

In russische Bonds war die UNIQA zuletzt mit 386 Mio. Euro investiert, davon wurden allein 231 Mio. Euro über die LV-Tochter dort veranlagt, die restlichen 155 Mio. Euro in der Gruppe, also vor allem von Wien aus, so Brandstetter zur APA. In ukrainische Assets ist man mit 143 Mio. Euro investiert, davon 99 Mio. Euro direkt in der dortigen Tochter, 44 Mio. Euro in der Gruppe.

In der Ukraine, wo die UNIQA Nummer 2 am Markt ist, sei das Geschäft im ersten Quartal trotz des Krieges und der humanitären Katastrophe gut gelaufen, mit 28 Mio. Euro Prämieneinnahmen habe man sich auf Vorjahreshöhe bewegt. Der Gewinn vor Steuern habe in der Ukraine 5,5 Mio. Euro betragen, das Unternehmen sei trotz des Krieges voll einsatzfähig, die Belegschaft leiste eine beeindruckende Arbeit. Bis vor dem Krieg haben 850 Mitarbeiter die 1,2 Millionen Kunden im Land betreut. Allerdings hätten rund 150 davon das Land verlassen, begleitet von 250 Angehörigen. Diese 400 Menschen habe man als UNIQA in andere Länder (Polen, Slowakei, Rumänien, Österreich) begleitet und betreue sie.

Einen Ergebnisausblick für heuer gibt die UNIQA wegen der unsicheren weiteren Kapitalmarktentwicklung infolge des Krieges von Russland gegen die Ukraine keinen. Im Kerngeschäft sehe man sich aber aktuell sehr stabil, man gehe von einem Prämienwachstum aus. "Was in unserer eigenen Verantwortung liegt, verläuft derzeit nach Plan", so UNIQA-CEO Brandstetter. Alles außerhalb der eigenen Gestaltungsmöglichkeiten, "wie etwa die weitreichenden Konsequenzen des verheerenden Angriffskriegs gegen die Ukraine", versuche man bestmöglich zu managen.

Das Kapitalanlageergebnis erhöhte sich im ersten Quartal um 12,9 Prozent auf 169,6 (150,1) Mio. Euro, getrieben durch höhere Realisate aus Aktien und auch aus festverzinslichen Wertpapieren. Der Kapitalanlagebestand verringerte sich gegenüber Ende 2021 von 21,785 auf 20,405 Mrd. Euro.

Die Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Prämeineinnahmen - erhöhte sich nach Rückversicherung binnen Jahresfrist leicht von 90,9 auf 92,8 Prozent, nachdem die Kostenquote in der Sparte Schaden/Unfall etwas angestiegen ist. Die Gesamtkostenquote sank aber leicht auf 26,8 (27,2) Prozent.

Beim Prämienplus von 4,3 Prozent auf 1,859 Mrd. Euro im ersten Quartal wuchsen die laufenden Prämien um 4,0 Prozent auf 1,817 Mrd. Euro und die Einmalerlagsprämien in der Lebensversicherung um 21,1 Prozent auf 41,9 Mio. Euro. In der Schaden- und Unfallversicherung legte man um 4,6 Prozent auf 1,102 Mrd. Euro zu, in der Krankensparte um 5,5 Prozent auf 326,0 Mio. Euro. Die Lebensversicherung wuchs um 2,7 Prozent auf 431,0 Mio. Euro.

In der Sparte Leben seien die Fondspolizzen drauf und dran, der klassischen Lebensversicherung schön langsam den Rang abzulaufen, sagte Brandstetter. Bei Fondspolizzen gegen laufende Prämie habe man heuer im ersten Quartal einen Zuwachs von 72 Prozent erzielt. Derzeit sei das Verhältnis bei den Neuabschlüssen bereits bei 2 zu 1 zugunsten von Fondspolizzen und bewege sich weiter in Richtung Fondsgebundene. Die sich abzeichnende Zinserhöhung sei für die gesamte Branche positiv und werde sich auch bei der Bewertung widerspiegeln.

UNIQA Österreich erhöhte die Einnahmen um 3,9 Prozent auf 1,197 Mrd. Euro, bei den internationalen Konzerngesellschaften betrug das Plus 5,6 Prozent auf 662,2 Mio. Euro.

Die Versicherungsleistungen der UNIQA Group im Eigenbehalt stiegen um 3,8 Prozent auf 1,063 Mrd. Euro.

Das Eigenkapital reduzierte sich von Ende 2021 bis Ende März aufgrund des Zinsanstiegs von 3,304 Mrd. auf 2,657 Mrd. Euro. Die Solvency-II-Quote lag zuletzt bei 208 Prozent, nach 195 Prozent Ende März 2021.

Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl der UNIQA Group sank binnen Jahresfrist auf 14.387 (14.817).

Die UNIQA-Aktien gaben am Donnerstag in der ersten dreiviertel Stunde um 2,4 Prozent nach, etwas stärker als die Titel der VIG (-2,1 Prozent). Der ATX lag zugleich um 1,2 Prozent tiefer.

sp/itz

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