Virus-Krise und Katastrophen kosten Versicherer Zurich Milliarden | 11.02.21 | finanzen.at

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11.02.2021 13:07:14

Virus-Krise und Katastrophen kosten Versicherer Zurich Milliarden

Zürich (Reuters) - Mehr als zwei Milliarden Dollar Schadenzahlungen infolge der Corona-Krise und für Naturkatastrophen haben der Zurich Insurance Group im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang eingebrockt. Zwar ging es in der zweiten Jahreshälfte wieder aufwärts und auch an den Finanzmärkten verdiente Europas fünftgrößter Versicherungskonzern gut. Doch unter dem Strich stand 2020 mit 3,83 Milliarden Dollar schlussendlich ein um acht Prozent geringerer Gewinn als 2019. An die Aktionäre sollen 20 Franken je Aktie ausgeschüttet werden und damit gleich viel wie im Jahr davor. Die zuletzt bezahlte Dividende gilt bei Zurich als Untergrenze.

"In der zweiten Jahreshälfte haben wir Wachstum bei den Gewinnen, den Prämien und den Kunden erzielt", sagte Zurich-Chef Mario Greco. "Das ist wahrscheinlich die stärkste Demonstration für die Stärke und Solidität des Unternehmens." Ins Jahr 2021 geht der Italiener optimistisch. "Der Markt für Firmenkunden zieht stark an, was uns einen guten Schwung für dieses Jahr gibt." Finanzchef George Quinn ergänzte, dass die Prämien in der Kernsparte Schaden- und Unfallversicherung gestiegen seien, insbesondere in Nordamerika, und das dieser Trend anhalte.

COVID UND NATURKATASTROPHEN SCHLAGEN MIT MILLIARDEN ZU BUCHE

Die Zahlungen für die Folgen der Covid-19-Pandemie wie etwa Betriebsunterbrechungen, den Ausfall von Großveranstaltungen oder Kranken- und Ablebensversicherungen summierten sich auf gut 850 Millionen Dollar. In der Schaden- und Unfallversicherung kosteten Katastrophen, allen voran eine heftige Hurrikan-Saison in Nordamerika, rund 1,5 Milliarden Dollar und damit fast 600 Millionen mehr als 2019. Im Kerngeschäft, das für gut zwei Drittel der Prämieneinnahmen steht, waren die Zahlungen für Schäden und Verwaltung nur knapp durch die Prämieneinnahmen gedeckt. In der Lebensversicherung brachen die Prämieneinnahmen, bedingt vor allem durch die Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie und deren Auswirkungen auf den Vertrieb von Lebensversicherungspolicen um 27 Prozent ein. Konzernweit waren die Prämieneinnahmen im vergangenen Jahr mit 50,56 Milliarden Dollar stabil.

Enttäuscht zeigten sich Analysten vom neuen Kapitalziel: Zurich will basierend auf dem Regelwerk Swiss Solvency Tests (SST) mindestens 160 Prozent des benötigten Kapitals vorhalten. Ende vergangenen Jahres waren es 182 Prozent. Bislang orientierte sich der Versicherer an einem unternehmensinternen Modell. An der Börse gaben die Zurich-Aktien 1,3 Prozent nach. Sie zählten damit zu den größten Verlierern unter den europäischen Versicherungstiteln. "Das neue Ziel von mindestens 160 Prozent erscheint niedrig im Vergleich zur Konkurrenz", erklärte Vontobel-Analyst Simon Foessmeier.

KEINE WEITERE GROßÜBERNAHME

Der Übernahmehunger von Zurich ist nach dem Kauf des amerikanischen Schaden- und Unfallversicherungsgeschäfts von MetLife vorerst gestillt. "Wir planen oder erwägen keine weiteren Zukäufe", sagte Greco. Das MetLife-Geschäft sei ein spezielles Ziel gewesen, an dem der Konzern seit Jahren interessiert gewesen sei. Eine Welle von Übernahmen in der Versicherungsbranche wegen der Coronavirus-Krise erwartet Greco nicht. "Ich wäre skeptisch, dass dies passieren wird."