30.06.2017 11:11:00

VKW-Hauptversammlung beschloss Ausschluss der Kleinaktionäre

Die Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW) hat am Donnerstagabend per Beschluss der Hauptversammlung ihre Kleinaktionäre ausgeschlossen. Das Squeeze-out wurde mit rund 99 Prozent der Stimmen angenommen, teilte die VKW per Aussendung mit. Für das Unternehmen ergibt dies einen Aufwand von 15,4 Mio. Euro, unzufriedene Kleinaktionäre können das Barabfindungsangebot der VKW vom Gericht prüfen lassen.

Das Squeeze-out ist laut VKW die Voraussetzung für die Fusion mit der Illwerke AG, die Mitte 2019 erfolgen soll. Illwerke und VKW stehen seit 2001 unter gemeinsamer personeller und organisatorischer Führung, rein rechtlich handelt es sich aber noch um selbstständige Aktiengesellschaften. Der nun auch formal angestrebte Zusammenschluss ermögliche schlankere Strukturen. Damit sollen nach Angaben von Vorstandsmitglied Christof Germann Kosten gesenkt und der Illwerke/VKW-Konzern fit für die Zukunft gemacht werden.

"In den letzten vier Jahren sind die Großhandelspreise für Strom um 32 Prozent gesunken", erklärten Germann und sein Vorstandskollege Helmut Mennel bei der Hauptversammlung. Diese Marktentwicklung mache es notwendig, alle Effizienzpotenziale zu heben und für wettbewerbsfähige Strukturen zu sorgen.

Nach dem Rückzug der VKW von der Wiener Börse im Jahr 2013 befinden sich aktuell noch knapp 160.000 Aktien - 1,86 Prozent des Bestands - in Streubesitz, davon etwa jeweils die Hälfte in Händen von Gemeinden und Privaten. Die VKW bietet 96,60 Euro pro Aktie, was manche der Kleinaktionäre als zu niedrig ansehen. 2013 waren den Kleinaktionären 180 Euro pro Aktie offeriert worden. Darin enthalten war allerdings auch ein Bonus von 50 Euro, der auf dem Delisting von der Börse basierte.

Bei der Hauptversammlung ging Alfred Geismayr als Vertreter des Wirtschaftsprüfers RTG Rümmele auf die Unternehmensbewertung ein, die die Grundlage für die Höhe des Barabfindungsangebots bildet. Christina Khinast von Ernst & Young - vom Gericht bestellte externe Sachverständige - bestätigte laut VKW ebenfalls die Angemessenheit des Angebots. Wer als Aktionär mit den 96,60 Euro pro Anteilsschein dennoch nicht einverstanden ist, kann das Angebot auf Kosten der VKW noch einmal vom Gericht prüfen lassen.

Germann betonte abermals, dass man mit den bisherigen Kleinaktionären im Austausch bleiben wolle. Deshalb habe man für die Betroffenen auch die Möglichkeit geschaffen, sich indirekt über Genossenschaften an der Vorarlberger Energienetze GmbH - dem größten VKW-Tochterunternehmen - zu beteiligen. Bei dieser Beteiligung erhalten die Kleinaktionäre eine garantierte Dividende über zehn Jahre in Höhe von 3,5 Prozent.

(Schluss) jh/itz

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