Dieselskandal 14.02.2020 17:55:00

VW-Aktie gibt ab: Vergleich für VW-Dieselkunden geplatzt - Kunden sollen dennoch Geld bekommen

VW-Aktie gibt ab: Vergleich für VW-Dieselkunden geplatzt - Kunden sollen dennoch Geld bekommen

Wie der Konzern Volkswagen am Freitag mitteilte, soll die Höhe der Honorarforderungen der Anwälte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) der Grund sein. Zuvor hatte die Funke-Mediengruppe darüber berichtet.

Der vzbv vertritt im Verfahren um die Musterfeststellungsklage zahlreiche Dieselfahrer, die Schadenersatz für ihre Fahrzeuge mit zu hohen Abgaswerten verlangen.

VW zufolge hatte es eigentlich schon eine Einigung gegeben. Demnach wurde eine Vergleichssumme "in einer Größenordnung von insgesamt 830 Millionen Euro erzielt", wie es hieß. "Diese faire Lösung für die Kunden scheiterte nur daran, dass die Prozessanwälte des vzbv bis zum Schluss auf eine Pauschalzahlung in Höhe von 50 Millionen Euro für die Abwicklung des Vergleichs bestanden." Der vzbv äußerte sich zunächst nicht dazu, wollte aber am Nachmittag auf einer Pressekonferenz seine Einschätzungen zu der Entwicklung abgeben.

Der Autokonzern erklärte, es hätten keine "ausreichend konkreten Nachweise" vorgelegen, welche Leistungen der vzbv-Anwälte mit der geforderten Summe abgerechnet werden sollten. "Eine Zahlung ohne einen ausreichend konkreten Leistungsnachweis oder ohne rechtlichen Grund ist für Volkswagen jedoch unmöglich." Man bedaure dies und weitere nun im Vorstand die weiteren Schritte beraten.

Anfang Januar hatte VW und vzbv erklärt, über einen außergerichtlichen Vergleich zum Musterprozess sprechen zu wollen. Beide Seiten nannten dabei das "gemeinsame Ziel einer pragmatischen Lösung im Sinne der Kunden". Lange hatte VW dies skeptisch gesehen.

VW-Dieselkunden sollen trotz geplatzten Vergleichs Geld bekommen

Volkswagen will den klagenden Dieselkunden trotz des geplatzten Vergleichsverfahrens mit Verbraucherschützern eine Entschädigung zahlen. Die bereits ausgehandelten 830 Millionen Euro sollen "auch ohne die Unterstützung des Verbraucherzentrale-Bundesverbands" angeboten werden, teilte das Unternehmen nach einer außerordentlichen Vorstandssitzung am Freitag mit. Über den Schritt des Konzerns hatte zuvor auch das digitale Wirtschaftsmagazin "Business Insider" berichtet.

VW-Papiere drehen ins Minus nach geplatztem Vergleich

Die VW-Aktien sind am Freitag nach Enttäuschungen über einen geplatzten Vergleich mit Hunderttausenden von geschädigten Dieselkunden in die Verlustzone gedreht. Die VW-Vorzüge büßten zuletzt via XETRA 1,21 Prozent auf 170,46 Euro ein.

Wie der VW-Konzern mitteilte, ist die Höhe der Honorarforderungen der Anwälte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (VZBV) der Grund dafür, dass der Deal mit den Geschädigten nicht zustande kam. Laut VW habe es eigentlich bereits eine Einigung über eine Vergleichssumme "in einer Größenordnung von insgesamt 830 Millionen Euro" gegeben, die nur daran gescheitert sei, dass die Prozessanwälte des VZBV auf eine Pauschalzahlung von 50 Millionen Euro für die Abwicklung des Vergleichs bestanden hätten.

Ein Händler setzte hinter diese Behauptung ein dickes Fragezeichen und sagte: Laut "Business Insider" hat VW angeblich 2.000 Euro je Kunde geboten, was bei 400.000 Kunden die Summe von 800 Millionen Euro ergibt und "Peanuts" wären.

/jap/DP/eas

WOLFSBURG (dpa-AFX)

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