Auflösung des mid markets 04.01.2019 14:14:00

Wiener Börse - Neues KMU-Segment startet am 21. Jänner

Wiener Börse - Neues KMU-Segment startet am 21. Jänner

Acht bis zehn Aktiengesellschaften sollen im direct market plus zu Beginn gelistet sein. Das Investorennetzwerk startup300 hat seine Aktiennotiz bereits angekündigt, weitere Kandidaten sollen ihr Listing in Kürze bekanntgeben.

Der mid market der Wiener Börse mit derzeit sechs börsennotierten Unternehmen wird aufgelöst. Vier Firmen - ATHOS Immobilien, Hutter Schrantz Stahlbau, Sanochemia Pharmazeutika und Deutsche Werte Holding - wandern in den direct markt plus, HTI (High Tech Industries) und die Unternehmens Invest AG (UIAG) kommen in den standard market (Amtlicher Handel). Auch das Segment Other Securites der Wiener Börse mit mehr als 20 Aktiengesellschaften wird aufgelöst und Firmen können in den direct market wechseln.

Weitere Kandidaten für den direct market plus sollen im Laufe des Jahres folgen, kündigte Börse-Chef Christoph Boschan Mitte Dezember an.

Um Zugang zum direct market zu haben, muss ein Unternehmen eine Aktiengesellschaft (AG) sein und einen gewissen Streubesitz herstellen. Es muss jedenfalls gewährleistet sein, dass ein Aktien-Handel stattfinden kann. Beim direct market plus kommen weitere Voraussetzungen dazu, unter anderem ein veröffentlichter Jahresabschluss, ein Halbjahresbericht, die Veröffentlichung eines Unternehmenskalenders im Internet und Begleitung des Unternehmens durch einen Capital Market Coach.

Der Nationalrat hat im Herbst mit einer Änderung des Aktiengesetzes den Handel mit Inhaberaktien am Dritten Markt der Wiener Börse ermöglicht und damit die Voraussetzungen für ein KMU-Marktsegment geschaffen. Dadurch soll die Kapitalbeschaffung für kleine und mittlere Unternehmen erleichtert werden.

Ende November haben die rund 200 Aktionäre von startup300 bei der Hauptversammlung grünes Licht für den Gang an die Wiener Börse gegeben. Zu startup300 gehören unter anderem die kürzlich erworbene Crowdinvestingplattform conda und der Start-up-Konferenzveranstalter Pioneers und mit factory300 ein Start-up-Campus in der Linzer Tabakfabrik.

startup300 wurde im Jahr 2015 von Michael Eisler, Bernhard Lehner und 86 Business Angels gegründet. Mittlerweile hat startup300 rund 200 Business Angels und Unternehmer als Aktionäre, darunter der Milliardär Hermann Hauser, die Start-Up-Investoren Hansi Hansmann, Michael Altrichter und Markus Ertler, die Gründer von Runtastic und karriere.at sowie Serien-Firmengründer Stefan Kalteis. Das Unternehmen hält derzeit rund 40 Beteiligungen an Start-ups und strategischen Partnern, unter anderem Talent Garden AT (Anteil: 10 Prozent), Hadi App (Anteil: 10 Prozent) und Waytation (Anteil: 6,8 Prozent).

Startup300 und die Töchterfirmen haben 2018 mit 55 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,5 Mio. Euro erwirtschaftet, hieß es am Freitag auf APA-Anfrage. Im laufenden Jahr will das Unternehmen sein Start-up-Ökosystem mit weiteren Zukäufen ausbauen. Genauere Details zum Börsengang sollen in Kürze folgen.

cri/kan

APA

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