Umsatz gestiegen 16.05.2019 17:51:00

Wienerberger-Aktie steigt: Im ersten Quartal fast 27 Millionen Euro Gewinn

Wienerberger-Aktie steigt: Im ersten Quartal fast 27 Millionen Euro Gewinn

"Ich bin nach wie vor sehr optimistisch für dieses Jahr", bekräftigte Heimo Scheuch am Donnerstag nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen im Gespräch mit der APA. Daran kann offenbar auch der chaotische Brexit nicht rütteln.

An der bisherigen Prognose für den erwarteten bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 560 und 580 Mio. Euro im Gesamtjahr hält der CEO jedenfalls fest. 2018 hatte Wienerberger hier einen Wert von 442,6 Mio. Euro erzielt. "Wir gehen davon aus, dass wir ein sehr starkes Wachstum des EBITDA und ein gutes Umfeld haben werden."

Im ersten Quartal drehte der Nettogewinn von Wienerberger gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres von minus 19,6 Mio. auf plus 26,8 Mio. Euro, der Umsatz legte um 15 Prozent auf 776,8 Mio. Euro zu. Dies sei nicht nur auf den witterungsbedingt frühen Start in die Bausaison zurückzuführen. Der Konzern hat auch teurere Produkte entwickelt und fährt seit Jahren einen stringenten Sparkurs.

"Wir haben in den letzten Jahren sehr intensiv an der Neuausrichtung der Wienerberger-Gruppe gearbeitet und können nun mit neuen und innovativen Produkten in allen Bereichen punkten", so Scheuch. Das bedeute "Wachstum und bessere Preise, weil wir an neuen Lösungen gearbeitet haben, die den Kunden etwas wert sind". Teilweise habe Wienerberger die Produkte mit mehr Leistung verkauft. Das Anbieten von Gesamtlösungen inklusive einer Dienstleistung seien "die Zukunft".

Im Auftaktquartal erzielte der Baustoffkonzern in allen drei Geschäftssegmenten - Building Solutions, Piping Solutions und North America - höhere Verkaufserlöse. Den größten Beitrag zum Gewinn lieferte aufgrund der Größe und der Marktposition naturgemäß das Ziegelgeschäft, "aber auch der Rohrbereich hat sich sehr stark entwickelt", betonte der Konzernchef. Das Geschäft im April und im Mai sei auch "sehr gut angelaufen".

Auf die Eindämmung der Kosten innerhalb des Konzerns liegt schon seit Jahren ein Fokus. Seit 2010 liefen bei Wienerberger "kontinuierlich Optimierungsprogramme", so Scheuch. "Die haben wir letztes Jahr zusammengefasst", sagte er unter Verweis auf das Programm "Fast Forward 2020", mit dem zwischen 2018 und 2020 in Summe "120 Mio. Euro nachhaltige Ergebnisverbesserung" herbeigeführt werden soll. Der erste Block im Volumen von 20 Mio. Euro sei schon im abgelaufenen Jahr realisiert worden, heuer sollen 40 Mio. Euro an Einsparungen folgen - 15 Mio. Euro davon seien im ersten Quartal bereits umgesetzt worden -, und 60 Mio. Euro seien für das kommende Jahr geplant.

Vom anstehenden EU-Ausstieg der Briten lässt sich Scheuch weiterhin nicht beirren, obwohl Großbritannien der größte Einzelmarkt des Konzerns ist. "Wir müssen uns damit anfreunden und bereiten uns kontinuierlich darauf vor", sagte der Manager zur APA. "Wenn er kommt, dann werden wir es bewältigen - da lass ich mir keine zusätzlichen grauen Haare wachsen." Der Wienerberger-Chef erwartet zudem eine gewisse Übergangsfrist, also keinen harten, ungeregelten Brexit: "Wenn er kommt, dann wird er sicher mit einer Vorlaufzeit kommen."

Mit 14 Fabriken und über 1.200 Mitarbeitern erwirtschaftet das Unternehmen im Vereinigten Königreich 10 Prozent des Konzernumsatzes von zuletzt 3,3 Mrd. Euro. Weltweit ist Wienerberger an mehr als 200 Standorten mit rund 16.700 Mitarbeitern aktiv.

Die Wienerberger-Aktie zeigte sich am Donnerstag zeitweise rund eineinhalb Prozent höher. Bis Börsenschluss gewann sie schlussendlich 1,17 Prozent auf 20,78 Euro.

kre/sp

APA

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Bildquelle: Wienerberger,Wienerberger AG