Dividende trotzdem höher 26.02.2015 17:45:00

Wienerberger macht 2014 herben Verlust

Wienerberger macht 2014 herben Verlust

Abschreibungen von 217 Millionen Euro vervielfachten den Verlust nach Steuern gegenüber 2013 von 7,8 auf 170 Millionen Euro. Nach Abzug von nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen stieg der Fehlbetrag laut aktueller Bilanz von 38,9 Millionen auf 202 Millionen Euro. "Wir haben die Bewertung des Portfolios an die Marktsituation angepasst", erklärte Wienerberger-Chef Heimo Scheuch heute, Donnerstag, bei der Bilanzpressekonferenz. In den USA wurden den Angaben zufolge 100 Mio. Euro wertberichtigt, in Italien 44 Mio. Euro und in Deutschland 34 Mio. Euro. Sonderabschreibungen im Volumen von 30 Mio. Euro entfielen auf Russland, Frankreich und kleinere Randmärkte. Russland - "2015 weiterhin sehr unsicher" - mache aber nur 2 Prozent des Umsatzes aus, relativierte Finanzchef Willy Van Riet.

Im abgelaufenen Jahr erhöhte sich der Gesamtumsatz der Baustoff-Gruppe um 6 Prozent auf 2,83 Mrd. Euro. Die weltweit 208 Ziegelwerke seien zwischen 62 und knapp unter 65 Prozent ausgelastet gewesen - 10 Werke seien derzeit noch eingemottet. Die durchschnittliche Personalstand wuchs im abgelaufenen Jahr um 8 Prozent auf 14.828 Mitarbeiter.

"Das negative Ergebnis nach Steuern ist zur Gänze auf die Wertminderungen und Firmenwertabschreibungen zurückzuführen", so der Finanzchef. Vor allem im vierten Quartal schlugen Sonderwertberichtigungen in Höhe von 208 Mio. Euro durch.

"Die Wertberichtigungen fallen alle ins vierte Quartal, daher hatten wir da 'ein sehr negatives Nettoergebnis'", sagte Wienerberger-Chef Heimo Scheuch zur APA. Gleichzeitig verwies er auf "das operativ sehr positive Ergebnis". Denn vor Wertminderungen von Vermögenswerten (100,7 Mio. Euro) und Firmenwertabschreibungen (106,9 Mio. Euro) habe die Wienerberger ein Betriebsergebnis (EBIT) von 100,2 Mio. Euro erzielt. Diese Sondereffekte eingerechnet bilanzierte der Konzern aber mit einem operativen Verlust von 107,4 Mio. Euro.

Für die Aktionäre gibt es ein kleines Trostpflaster: Die Dividende für 2014 soll gegenüber dem Vorjahr von 12 auf 15 Cent je Aktie angehoben werden. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Scheuch mit einer guten operativen Performance. "Operativ haben wir die Gewinnzone auch 2014 erreicht und das werden wir 2015 erneut schaffen - zu Bewertungen nehme ich keine Stellungnahme, das hängt von anderen Faktoren ab, das kann ich derzeit nicht einschätzen", meinte er auf die Frage, ob die Wienerberger heuer auch unter dem Strich einen Gewinn schaffen werde.

2015 erwartet der Wienerberger-Chef jedenfalls ein Umsatz- und Ergebnisplus. Weitere Abschreibungen kann Scheuch naturgemäß nicht ausschließen: "Das ist ein kontinuierlicher Prozess - wir leben in einem sehr reglementieren Umfeld." Grundsätzlich sei die Wienerberger "kostenmäßig für die Märkte sehr gut aufgestellt" worden. "Das Italien-Geschäft haben wir mehr oder weniger abgeschrieben, das heißt, wenn es wieder besser läuft, werden wir es wieder zuschreiben."

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll heuer von 317,2 Mio. (2014) auf rund 350 Mio. Euro steigen, erwartet Scheuch. Dazu werde die im abgelaufenen Jahr übernommene Tondach Gleinstätten einen Beitrag von 8 Mio. Euro leisten; deren Umsatzbeitrag werde "um die 70 Mio. Euro" liegen. Der Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Liegenschaften soll heuer 10 Mio. Euro einspielen. Weiters rechnet das Management mit Abschreibungen von 220 Mio. Euro und einem Zinsergebnis von 50 Mio. Euro. Geplant sind auch Investitionen in Höhe von rund 140 Mio. Euro. Die Übernahme der Tondach Gleinstätten kostete 35,7 Mio. Euro plus 23,2 Mio. Euro für den Aktienumtausch.

rf/ggr

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