+++ Jetzt mehr über Kryptowährungen erfahren und direkt mit dem Handel beginnen** +++-w-
Keine Dividende 28.06.2018 15:19:00

ZUMTOBEL machte 2017/18 deutlichen Verlust - Aktie stürzt ab

ZUMTOBEL machte 2017/18 deutlichen Verlust - Aktie stürzt ab

Die Kosten müssen runter, auf dem Prüfstand sind unter anderem Strukturen, Geschäftsbereiche, Produkte. 2018/19 ist für den neuen Vorstandschef Alfred Felder ein "Übergangsjahr", in dem das operative Geschäft stabilisiert und das Fundament für profitables Wachstum gelegt werden soll.

Die ZUMTOBEL-Aktie notierte am Nachmittag mit 6,98 Euro um 13,3 Prozent unter Vortagesschluss und lag nach Bekanntgabe der Zahlen zeitweise um mehr als 18 Prozent im Minus.

Die neue komplette Gruppenstrategie soll bis zum ersten Quartal 2018/19 vorgestellt werden. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres rechnet der Vorstand noch mit weiter sinkenden Umsätzen, dann soll es besser werden. Auch die Maßnahmen sollten greifen. Beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis ist das Ziel eine schwarze Null. Für 2017/18 beziffert ZUMTOBEL die Sondereffekte mit 27 Mio. Euro. Sie betrafen vor allem Anpassungen im globalen Fertigungsverbund - so wurde etwa ein Werk in Frankreich verkauft - in der Managementstruktur sowie Wertminderungen.

Mehr Fokus werde wieder auf den Kunden gelegt, bei gleichzeitig weniger Komplexität. Anschauen will man sich Geschäftsbereiche und Länder, die nicht nachhaltig profitabel sind, ebenso wie Produkte. Die Kosten will die neue Führung weiter senken. Finanzvorstand Thomas Tschol erklärte, das Ausmaß werde von der Geschäftsentwicklung abhängen. Es soll um einen zweistelligen Millionenbetrag, unter 50 Mio. Euro, gehen. Sparen will ZUMTOBEL vor allem in der Verwaltung. In den nächsten Monaten werde es Anpassungen im Management und in der Verwaltung geben, so Felder. Die Industrie habe sehr viel Speck angesetzt, dort werde man ansetzen, um Kapazitäten für umsatzrelevante Teile zu schaffen. Die Branche sei im Umbruch, es sei auch eine Konsolidierung zu erwarten. Felder verwies auch auf den Preisdruck im Leuchtengeschäft im europäischen Markt. Zukäufe wollte er nicht ausschließen, man müsse auszuloten, welche Geschäftsbereiche zur Gruppe passten. Ein Angebot für ZUMTOBEL selbst gibt es nicht, wie es heute hieß.

Die Zahl der Fabriken steigt mit dem neuen Werk in Serbien auf 13. Felder schloss heute nicht aus, dass man Fabrikskapazitäten anpassen müsse, abhängig von der weiteren Entwicklung. Die Fabriken in England würden für den dortigen Markt produzieren. England ist der größte Einzelmarkt von ZUMTOBEL, der Umsatz ging dort 2017/18 um mehr als 20 Prozent zurück.

In der neuen Fabrik in Serbien kann günstig produziert werden. Gestartet wird nun mit Komponenten, dann kommen Leuchten dazu. Bis Ende des Jahres sollen 60 Prozent der derzeitigen China-Produktion in Serbien hergestellt werden, wo man günstiger fertigen könne. Man spare Transportkosten und Kunden legten auch Wert auf eine Produktion in Europa. Kostensensitive Produkte werden auch von Dornbirn und Deutschland nach Serbien verlagert. Wie vergangenen Herbst bekannt gegebenen wird die Produktion der Komponententochter Tridonic nach Serbien verlegt.

Das Verhältnis des Vorstandes zum Aufsichtsrat sei ausgezeichnet, betonte Felder heute. Der gebürtige Südtiroler Felder ist seit Anfang Juni formell Vorstandsvorsitzender. Er hatte die Funktion des CEO bereits am 1. Februar bis auf weiteres übernommen, nachdem Ulrich Schumacher und das Unternehmen im Unfrieden auseinandergegangen waren. Thomas Tschol ist seit Anfang April Chief Financial Officer (CFO). Zum Rechtsstreit Schumacher/ZUMTOBEL gab Felder unter Hinweis auf ein laufendes Verfahren keine Stellungnahme ab.

(Schluss) itz/cri

Weitere Links:


Bildquelle: Zumtobel,Zumtobel Group AG