FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Donnerstag nach anfänglichen Verlusten an ihren jüngsten Aufwärtstrend angeknüpft. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future stieg bis zum Mittag um 0,24 Prozent auf 135,68 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf 2,17 Prozent. Dies ist der tiefste Stand seit Mai.

Die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im kommenden Jahr mit Zinssenkungen beginnen könnte, belastet die Renditen. Hinzu kamen schwache Daten aus der deutschen Industrie. Die Gesamtproduktion ist im Oktober den fünften Monat in Folge gefallen, während Volkswirte mit einem Anstieg gerechnet hatten.

"Die Misere der deutschen Industrieproduktion setzt sich fort", kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Seiner Einschätzung nach steht die Industrieproduktion repräsentativ für die gesamte deutsche Wirtschaft, die derzeit nicht vom Fleck komme.

In Japan stiegen die Renditen hingegen deutlich an. Dies wirkte sich jedoch nur kurzzeitig auf den europäischen Markt aus.

In Japan führten Bemerkungen aus den Reihen der Notenbank zu steigenden Kapitalmarktzinsen. Notenbankchef Kazuo Ueda hatte vor dem Parlament gesagt, ab dem Jahreswechsel werde der Umgang mit der Geldpolitik schwieriger. Einen Tag zuvor hatte Vizechef Ryozo Himino sich öffentlich Gedanken über die Folgen eines Abschieds von den jahrelangen Negativzinsen gemacht. Japanische Staatsanleihen standen am Donnerstag daher unter hohem Druck./jsl/jkr/mis

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