FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Mittwoch etwas zugelegt. Am Nachmittag stieg der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future um 0,04 Prozent auf 170,69 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen betrug minus 0,23 Prozent.

Enttäuschende Konjunkturdaten aus Deutschland stützten die Anleihen etwas. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November erneut verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, gab stärker als erwartet nach. "Lieferengpässe und die vierte Coronawelle machen den Unternehmen zu schaffen", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die befragten Firmen bewerteten sowohl die aktuelle Lage als auch die Zukunftsaussichten ungünstiger als im Vormonat.

Weiterhin dominieren Spekulationen um die künftige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) das Geschehen. EZB-Direktor Fabio Panetta dämpfte die Erwartungen auf eine rasche geldpolitische Wende. Eine verfrühte geldpolitische Straffung drohe, die Wirtschaft im Euroraum zu beschädigen und die Nachfrage zu belasten, sagte er am Mittwoch in Paris. Zuletzt hatten EZB-Vize Luis de Guindos und die deutsche Direktorin Isabel Schnabel die hohe Inflation kritischer gesehen. Einige Beobachter deuteten die Aussagen schon als vorsichtigen Hinweis auf ein Umdenken in der EZB.

Am Nachmittag wurde in den USA eine wahre Flut an Konjunkturdaten veröffentlicht. Auffällig waren vor allem starke Daten vom Arbeitsmarkt: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 1969 gefallen. Die Daten könnten den Druck auf die US-Notenbank Fed erhöhen, rascher aus ihrer lockeren Geldpolitik auszusteigen. Allerdings könnten die Zahlen laut Experten auch durch statistische Sondereffekte verzerrt sein./jsl/he

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