| Amundi ETF | ComStage |
| Credit Suisse ETFs | db x-trackers |
| iShares plc | Lyxor AM |
| Source Markets |
CBOE Holdings Aktie
WKN DE: A1CZTX / ISIN: US12503M1080
| ETF-Strategien |
20.08.2026 21:43:00
|
Optionsstrategie-ETFs im Vergleich: Buy-Write, Covered Call und Cash-Secured Put
• Der CBOE S&P 500 BuyWrite Index BXM misst eine Covered-Call-Strategie auf den S&P 500
• Cash-Secured-Put-ETFs verkaufen Puts gegen Cash statt Calls gegen Aktien
Warum "Buy-Write" und "Covered Call" nicht zwei Strategien sind
Anleger, die Optionsstrategie-ETFs vergleichen, treffen regelmäßig auf drei Begriffe nebeneinander: Buy-Write, Covered Call und Cash-Secured Put. Tatsächlich beschreiben die ersten beiden Begriffe operativ die gleiche Strategie. Wie aus der offiziellen Methodologie des CBOE S&P 500 BuyWrite Index (BXM) hervorgeht, misst der BXM-Index die Gesamtrendite einer hypothetischen Covered-Call-Strategie, bei der eine Long-Position im S&P 500 mit einer monatlichen, am Geld liegenden Short-Call-Option auf den S&P 500 kombiniert wird. "Buy-Write" ist dabei die Bezeichnung für den Gesamtvorgang aus Kauf der Basiswerte und gleichzeitigem Verkauf von Call-Optionen darauf. Wer eine Aktie kauft und einen Call auf diese Aktie verkauft, schreibt einen Covered Call und führt damit eine Buy-Write-Strategie aus.
Die wirkliche strategische Trennlinie verläuft zwischen Covered-Call-ETFs auf der einen und Cash-Secured-Put-ETFs auf der anderen Seite. Beide Varianten verkaufen Optionen, um Prämien zu kassieren, und beide vereinnahmen damit die sogenannte Volatilitätsrisikoprämie, also den Aufschlag, den Optionskäufer dafür zahlen, dass sie ihr Risiko an den Verkäufer abgeben. Der entscheidende Unterschied liegt in der Sicherung: Bei Covered-Call-ETFs hält der Fonds die Aktien beziehungsweise einen Aktienindex als Basiswert und verkauft darauf Calls. Bei Cash-Secured-Put-ETFs hält der Fonds stattdessen kurzlaufende US-Staatsanleihen und verkauft Put-Optionen auf den Index. Die Cash-Position dient als Sicherheit für den Fall, dass die Put-Käufer den Basiswert tatsächlich andienen.
Was das in der Praxis für das Renditeprofil bedeutet
Der CBOE S&P 500 PutWrite Index (PUT), den die CBOE 2007 als Pendant zum BXM eingeführt hat, dient als Benchmark für Cash-Secured-Put-Strategien. Wie die offizielle Methodologie des PUT-Index zeigt, werden dabei monatlich am Geld liegende Put-Optionen auf den S&P 500 verkauft. Die Erlöse plus ein Geldmarktanteil werden in ein- bis dreimonatige US-Staatsanleihen investiert. Die Zahl der verkauften Puts ist begrenzt durch die Höhe der Treasury-Bills, die im schlimmsten Fall den vollen Andienungswert abdecken müssen.
Aus dem Strategie-Design ergeben sich charakteristische Renditemuster: Covered-Call-ETFs partizipieren über den Aktienanteil grundsätzlich an steigenden Märkten, geben aber den oberhalb des Strike-Preises liegenden Kursgewinn ab. In Seitwärts- und leichten Abwärtsphasen federt die kassierte Prämie Verluste teilweise ab, in starken Bullenmärkten bleiben sie strukturell hinter dem Basisindex zurück. Cash-Secured-Put-ETFs zeigen ein ähnliches Risiko-Rendite-Profil, partizipieren aber nicht direkt an steigenden Aktienkursen, sondern nur über die kassierte Optionsprämie zuzüglich der Zinserträge aus den Treasury-Bills. Eine ältere CBOE-eigene Auswertung des CBOE S&P 500 BuyWrite Index durch Callan Associates ergab über den Zeitraum vom 1. Juni 1988 bis 31. August 2006 eine annualisierte Rendite des BXM von 11,77 Prozent gegenüber 11,67 Prozent für den S&P 500, allerdings bei einer Standardabweichung von 9,29 Prozent gegenüber 13,89 Prozent für den S&P 500.
Welche ETFs in Deutschland tatsächlich handelbar sind
Für deutsche Privatanleger ist die Auswahl an UCITS-konformen Optionsstrategie-ETFs überschaubar, aber gewachsen. Im Covered-Call-Segment dominieren Produkte auf große US-Aktienindizes wie NASDAQ 100 oder S&P 500, die einen Aktien-Long-Bestand mit monatlich verkauften Calls kombinieren und entsprechend monatlich ausschütten. Daneben gibt es Covered-Call-ETFs auf europäische Basiswerte wie den EURO STOXX 50 sowie aktiv gemanagte Varianten mit globalem Aktienuniversum, die nicht an einen einzelnen Index gebunden sind. Die laufenden Kosten von Optionsstrategie-ETFs liegen typischerweise höher als bei klassischen Index-ETFs, weil das aktive Optionsmanagement zusätzlichen Aufwand verursacht.
Im Cash-Secured-Put-Segment ist die UCITS-Auswahl kleiner. Verfügbare Produkte verkaufen typischerweise Put-Optionen auf den EURO STOXX 50 und halten das Kollateral zum dreimonatigen Bubill-Zinssatz, also dem Zinssatz kurzlaufender deutscher Bundesanleihen. Wer Optionsstrategie-ETFs in Erwägung zieht, sollte deren Charakteristik kennen: Beide Varianten geben in starken Aufwärtsbewegungen Rendite ab und entfalten ihre Stärke in Seitwärtsphasen und volatilen, leicht negativen Märkten. Für die Wahl zwischen Covered Call und Cash-Secured Put ist weniger die Renditeerwartung als das gewünschte Marktexposure entscheidend. Wer eine Aktien-Long-Position haben will und die monatliche Prämie als Bonus betrachtet, ist beim Covered-Call-ETF richtig. Wer auf ein direktes Aktien-Exposure verzichten und stattdessen Optionsprämien als eigenständige Renditequelle vereinnahmen will, findet dieses Profil im Cash-Secured-Put-ETF in konzentrierterer Form.
Dominik Maier, Redaktion finanzen.at
Der finanzen.at Ratgeber für ETFs!
Wenn Sie mehr über das Thema ETFs erfahren wollen, finden Sie in unserem Ratgeber viele interessante Artikel dazu!
Jetzt informieren!
Weitere Links: