28.10.2019 14:05:00

Fondssparen als Alternative zu klassischen Spareinlagen

Die niedrigen Zinsen auf Bankeinlagen haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass Sparer immer weniger profitieren, berichteten der Fachverband Finanzdienstleister der WKÖ und das Finanzjournalistenforum am Montag auf einer Pressekonferenz. Um dem Kaufkraftverlust zu entgehen, sei Fondssparen eine rentable Alternative zur konventionellen Spareinlage, so die Experten.

Derzeit liegt der Zinssatz für neue Spareinlagen laut der Österreichischen Nationalbank durchschnittlich bei 0,12 Prozent (mit einer Bindung von bis zu einem Jahr). Bei einer jährlichen Inflationsrate von zwei Prozent, hätte man unter diesen Konditionen als Sparer nach 25 Jahren rund 40 Prozent seines Geldwertes verloren, rechnete Martin Kwauka vom Finanzjournalistenforum vor. Klassisches Sparen sei demnach nur noch sinnvoll "als Liquiditätspolster und für den Teil des Vermögens, das keinerlei Kursschwankungen ausgesetzt sein soll", so Kwauka.

Wer sein Vermögen langfristig real vermehren möchte, "kommt um Anlangen mit höheren Chancen nicht herum", erklärte Hannes Dolzer vom Fachverband der Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer Österreich. "Es ist schade, dass viele Menschen nicht vom Wirtschaftsaufschwung profitieren", entsprechend sei es "sinnvoll, nicht nur dafür zu arbeiten, dass man mehr Geld bekommt, sondern umgekehrt das Geld für sich arbeiten zu lassen", so der Finanzexperte.

Fondssparpläne hätten den Vorteil des sogenannten "Cost-Average-Effektes", der Kursschwankungen langfristig dämpft, indem auch bei tiefen Kursen automatisch investiert werde. Somit habe auch der Startzeitpunkt eines Fondssparplanes langfristig nur einen geringen Einfluss auf das Endergebnis, "der richtige Zeitpunkt für den Abschluss eines Fondssparplanes ist jetzt", so Martin Kwauka.

Fondssparpläne seien jedoch nicht für jede Person und für jeden Zweck geeignet, "eine ausreichende Liquiditätsreserve ist natürlich die Grundvoraussetzung", erklärte Dolzer. Außerdem sei ein zeitlicher Horizont von zumindest fünf bis zehn Jahren notwendig. Derzeit fehle es vielen Menschen noch am notwendigen Wissen um sicher in Wertpapiere zu investieren. Dolzer und Kwauka appellieren deshalb an die Politik, Finanzbildung als Fixpunkt in den Lehrplänen zu verankern.

(Schluss) fwi/bel

APA

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