Analysten: Hedgefonds haben noch immer mit Auswirkungen des GameStop-Runs zu kämpfen | 28.02.21 | finanzen.at
GameStop-Saga 28.02.2021 16:28:00

Analysten: Hedgefonds haben noch immer mit Auswirkungen des GameStop-Runs zu kämpfen

Analysten: Hedgefonds haben noch immer mit Auswirkungen des GameStop-Runs zu kämpfen

• Hedgefonds geraten ins Visier von Kleinanlegern
• Hohe Verluste durch Shortpositionen belasten die Fonds
• Dennoch 2021 mehr positiver Kapitalzufluss erwartet

Die GameStop-Saga steckt den Hedgefonds noch immer in den Knochen. Auch einen Monat nachdem sich zahlreiche Reddit-User über das Subforum WallStreetBets zu Käufen der massiv geshorteten GameStop-Aktie verabredeten, sind die Folgen für die betroffenen Hedgefonds noch immer greifbar. Was war passiert? Durch die in kürzester Zeit sprunghaft ansteigenden Käufe der GameStop-Papiere wurden zahlreiche Hedgefonds gezwungen, ihre Shorts auf die Anteilsscheine aufzulösen und die Aktien zu einem weit höheren Preis zurückzukaufen. Dies wiederum befeuerte den Kurs des schwächelnden Computerspiele-Einzelhändlers noch zusätzlich, sodass er letztlich innerhalb nur einer Woche 400 Prozent gewann. Mittlerweile hat sich die Aufruhr um den Spielehändler wieder etwas gelegt und der Kurs ist nun wieder weit von seinem Rekordhoch bei 483 US-Dollar zurückgekommen.

Verluste durch Shortpositionen zwingen Hedgefonds gut laufende Longpositionen aufzugeben

Für die beteiligten Hedgefonds war die konzertierte Aktion ganz klar ein Desaster. Wie Daten von Goldman Sachs zeigen, haben die Fonds in der besagten von starken Kursschwankungen bei der GameStop-Aktie geprägten Woche so viele Aktien gekauft und verkauft wie in mehr als zehn Jahren nicht. Denn um die massiven Verluste beim Geschäft mit Shortpositionen auszugleichen, sahen sich die Hedgefonds gezwungen, viele ihrer gut laufenden Longpositionen aufzulösen.

Dies hat auch die Performance der Hedgefonds im Januar und Februar stark in Mitleidenschaft gezogen. Wie CNBC eine Analyse der Royal Bank of Canada wiedergibt, würden die 20 beliebtesten Longpositionen der Hedgefonds seit Jahresbeginn dem marktbreiten US-Index S&P 500 hinterherhinken. Das hat die Bank mithilfe einer Analyse von 330 Hedgefonds herausgefunden.

Rotation belastet zusätzlich

Dabei belastet zusätzlich, dass die großen Fonds ohnehin zu einer schwierigen Zeit ins Visier der Kleinanleger gelangten. So seien auch schon vor dem GameStop-Desaster die bei Hedgefonds so beliebten Tech-Titel - laut GS gehören hier Amazon, Microsoft, Facebook, Alphabet und Alibaba seit zehn aufeinander folgenden Quartalen dazu - bereits vermehrt unter Druck geraten und hätten eine Rotation in konjunkturabhängige Werte eingeläutet, die von der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung Rückenwind bekamen. Verstärkt habe den Abwärtstrend der Hedgefonds zusätzlich die Kombination von einem hohen Maß an Leverage und Konzentration, wie CNBC Goldman Sachs wiedergibt. So hätten Hedgefonds das Jahr 2021 bereits mit einem Rekordlevel an Netto- und Brutto-Exposure begonnen, was natürlich auch mit einem hohen Grad an Risiko verbunden sei.

Hedgefonds dennoch weiterhin beliebt

Wer nun jedoch glaubt, dass die Fonds in diesem Jahr an Beliebtheit verlieren werden, ist laut der britischen Bank Barclays schief gewickelt. Im Laufe des letzten Jahres hätten diese nämlich im Zuge der Corona-Pandemie bereits 30 Milliarden US-Dollar an netto Kapitalabflüssen verzeichnet, wie Bloomberg mit Bezug auf die Bank berichtet. Während Investoren in 2020 vor allem Geld aus Hedgefonds abzogen, um während der Krise ihre Reserven aufzustocken, sei ihnen nun daran gelegen, das Geld erneut anzulegen, wie Barclays in einer Umfrage von 240 Investoren herausfand, die insgesamt 725 Milliarden US-Dollar in Hedgefonds deponiert hatten.

Aus diesem Grund rechnet Barclays damit, dass 2021 10 bis 30 Milliarden US-Dollar in Hedgefonds fließen dürften, was wiederum erstmals seit 2017 wieder einen jährlichen positiven Kapitalzufluss für die Branche bedeuten würde.

Redaktion finanzen.at

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Bildquelle: Sergej Lebedev / Shutterstock.com,JIM WATSON/AFP via Getty Images

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