20.11.2020 14:22:00

Greiffbar – Investments zum Anfassen Nr. 80

Skandal im Sperrbezirk! In der aktuellen Greiffbar erfahren Sie, warum das Weiße Haus aktuell einem Sperrbezirk gleicht und welche Musiktitel die weiteren Geschehnisse der Woche beschreiben. Jetzt mehr lesen.

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

  • Skandal im Sperrbezirk
  • Das bisschen Haushalt macht sich von allein
  • Ein bisschen Frieden


Skandal im Sperrbezirk

Wer die Tage mal am Weißen Haus war, dem ist vielleicht aufgefallen, dass das gesamte Areal einem großen Sperrbezirk gleicht. Der Präsident schirmt sich ab. Beide Seiten der US-politischen Landschaft skandieren Skandal. Der eigentliche Skandal aber ist die anhaltende Schaffung von Fakten des noch amtierenden US-Präsidenten, um dem Neuen so viele Steine wie möglich in den Weg zu legen. Ich habe dies letzte Woche als „Politik der verbrannten Erde“ bezeichnet und auch diese Woche ging es weiter: US-Finanzminister Steven Mnuchin lässt die Corona- Hilfsprogramme zum Ende Dezember auslaufen. Zahlreiche Notfallkreditprogramme, die gemeinsam mit der US- Notenbank aufgesetzt wurden, werden kurzerhand damit gestoppt. Gegen den Protest der Notenbank und der Handelskammern fordert der Finanzminister zugesagte Hilfsgelder wieder zurück. Kein gutes Signal für die ohnehin schon stark verschuldeten US-Unternehmen. Alleine im Russell 3000 Index gibt es aktuell mehr als 500 Unternehmen, die nicht einmal ihre Zinsen mit ihren Erträgen bedienen können. Wenn Sie jetzt glauben, dass die Aktienmärkte daher fallen müssen, irren Sie, denn die werden weiter reüssieren. Wenn auch aus anderen Gründen, aber für den US-Anleihemarkt für Hochverzinsliches würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen. Daher Finger weg von hochverzinslichen US-Unternehmensanleihen.

Das bisschen Haushalt macht sich von allein

Der gleichnamige Schlager von Johanna von Koczian von 1977, der zugegebenermaßen jede Gleichberechtigungsbeauftragte auf die Barrikaden treiben dürfte, würde diese Woche wohl liebend gerne von der Europäischen Union angestimmt werden. Doch die Kakophonien zweier osteuropäische Chorknaben bringen Missklänge in die sonst einstimmigen Verhandlungen zu den EU-Haushaltsplänen. Zur Erinnerung: Es stehen 1,1 Billionen Euro für die nächsten 7 Jahre zur Debatte und die aktuell sehr wichtigen Coronahilfen von 750 Milliarden Euro. Gerade letztere werden dringend in vielen südeuropäischen Staaten gebraucht, um Europas Wirtschaft zu stabilisieren. Die ungarisch-polnische Boy-Combo gibt das Boykott-Duett und verweigert die Zustimmung, da man den Rechtstaatlichkeitsüberprüfungsmodus, welch ein Wort, ablehnt. Jetzt muss neu verhandelt werden. Man darf gespannt sein, welches Lied am Ende angestimmt wird. Mein Vorschlag: Wunder gibt es immer wieder. Apropos Wunder: Was diese Woche aus Asien gemeldet wurde, hat doch viele überrascht:

Ein bisschen Frieden

In Asien entsteht die größte Freihandelszone der Welt: Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP). Während sich der Rest der Welt weiter in nationalstaatlicher „Ich komme zuerst“-Politik ergeht, schließen sich in Asien 15 Staaten zu einer Wohlstandsgemeinschaft zusammen. Immerhin 2,2 Milliarden Menschen. Das entspricht aktuell einem Drittel der Weltbevölkerung. Lokalisierung statt Globalisierung? Zumindest ein deutliches Signal, das den Hunger der boomenden Region nach Wohlstand unterstreicht. Wer jetzt noch keinen Asienfonds in seinem Depot hat, der sollte dies schleunigst nachholen. Auch wenn es nach ein bisschen Frieden klingt, so bleibt dennoch die Vormachtstellung Chinas in der Region ein Problem. Allerdings ein Problem, welches man mit Kooperation wahrscheinlich besser lösen kann als mit Konfrontation. In diesem Sinne werden für die asiatisch-pazifische Region hier wichtige Grundlagen für die kommenden Jahre geschaffen. Schade nur, dass Indien letztes Jahr aus den Verhandlungen ausgestiegen ist. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. In diesem Sinne verabschiede ich mich und freue mich auf die nächste Woche mit einem „Hello again“.

Ihr Volker Schilling

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