23.01.2023 20:31:38

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Anlagegenies im Härtetest, Kommentar zu den Hedgefonds von Andreas

Hippin

Frankfurt (ots) - Egal ob Bill Ackman, Chase Coleman oder Christopher Hohn - das

vergangene Jahr ist für eine ganze Reihe von bekannten Hedgefondsmanagern nicht

gut gelaufen. Für die vermeintlichen Anlagegenies, die mit ihren Vehikeln

versuchen, eine höhere Rendite als im Marktdurchschnitt zu erwirtschaften, war

das vergangene Jahr ein Härtetest sondergleichen.

Ackmans Pershing Square Capital fuhr den ersten Verlust seit 2018 ein. Colemans

Tiger Global verlor mehr als die Hälfte seines Werts. Hohns TCI Fund zeigte nach

13 profitablen Jahren ein Minus für 2022. Shareholder-Aktivisten, die in den

vorangegangenen Jahren große Erfolge feiern und sich der Aufmerksamkeit der

Öffentlichkeit erfreuen durften, konnten sich dem Abwärtssog an den

Aktienmärkten nicht entziehen. Der vom Marktforscher HFR ermittelte Index für

entsprechende Fonds verzeichnete einen Verlust von 16,2 Prozent. Damit schnitt

er nur wenig besser ab als der S&P 500, der Anlegern im vergangenen Jahr eine

Gesamtrendite von minus 17,7 Prozent bescherte. Der Fonds aller

Geschmacksrichtungen umfassende HFRI Fund Weighted Composite ging lediglich 4,6

Prozent schwächer ins neue Jahr. Damit stellte die Branche insgesamt unter

Beweis, dass sie durchaus in der Lage ist, marktunabhängige Renditen zu liefern.

Und das ist, was institutionelle Anleger von ihr erwarten.

Die Gewinner von 2022 waren Makrostrategien, die auch im laufenden Jahr eine

gute Performance liefern dürften. Dabei handelt es sich um mehr oder weniger

komplexe Wetten­ auf die Zinsentwicklung, Wechselkursschwankungen oder

Rohstoffpreise. Inflationsängste, der starke Dollar und stark schwankende

Gaspreise boten beste Voraussetzungen für außerordentliche Gewinne. AHL

Diversified, der Vorzeigefonds der börsennotierten­ Man Group, der mit Hilfe von

Computeralgorithmen Trends an den Fi­nanzmärkten erkennen soll, warf 2022 eine

Rendite von 13,1 Prozent ab. Damit übertraf er den HFRI Macro Index, der um

knapp 9 Prozent zu­legte. Der Hauptfonds von Ken Griffins Citadel, der über eine

ganze Reihe von Assetklassen hinweg­ investiert, schoss um 38 Prozent nach oben.

Am Ende helfen Indizes bei der Anlageentscheidung nicht viel, denn die

enthaltenen Vehikel verfolgen oft gegenläufige Anlagestrategien. Und manchmal

spielt das Genie des Managers eben auch eine Rolle. David Einhorns Greenlight

Capital hätte sich als Stockpicker eigentlich auf der Verliererseite

wiederfinden müssen. Doch des einen Leid ist des anderen Freud: Einhorns Wetten

gegen hochgejubelte Technologiewerte verschafften ihm eine Performance von 37

Prozent.

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