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25.09.2019 09:00:00

Durchschnittlicher Privatpleitier hat 153.000 Euro Schulden

In den ersten drei Quartalen ist die Zahl der insolventen Unternehmen in Österreich mit insgesamt 3.760 gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres mit 3.773 Fällen gleich geblieben. Die Privatinsolvenzen sind um 7 Prozent auf 7.245 Fälle gesunken. Das sind immer noch 39 Fälle pro Gerichtstag, teilte der KSV1870 am Mittwoch mit.

Die Gläubigerschützer weisen darauf hin, dass es in den ersten neun Monaten aber immer noch mehr Privatpleiten gab als im Vergleichszeitraum des Jahres 2016. Seit dem Herbst 2017 gelten neue Regeln, wodurch die Zahlen aus Sicht der Gläubigervertreter im Vorfeld nach unten verzerrt wurden, denn ihrer Diktion zufolge hätten viele Privatschuldner die neuen Regeln abgewartet, bevor sie ihre Insolvenz offiziell in die Wege geleitet hätten. Auch die Zahlen 2018 würden demnach ein verfälschtes Bild zeigen.

Die durchschnittlichen Schulden, die reguliert wurden, betragen bei Privaten aktuell 153.000 Euro. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Schulden "echter Privater, also jene, die Konsumschulden angehäuft haben", knapp unter 60.000 Euro liegen, die von ehemals Selbstständigen jedoch rund 339.000 betragen. Insgesamt sind es jedenfalls rund 1,11 Mrd. Euro, die Privatinsolvente an Schulden haben.

Der KSV rechnet fürs Gesamtjahr mit 9.400 Privatinsolvenzen. Das würde einem Rückgang gegenüber 2018 von rund sechs Prozent entsprechen.

Bei den Unternehmenspleiten stehen einem neuerlichen kleinen Plus von einem Prozent bei den Eröffnungen (2.275 Fälle) um rund zwei Prozent weniger mangels Vermögens nicht eröffnete Verfahren gegenüber (1.485 Fälle), so der KSV. Der Stillstand erstreckt sich auch auf die betroffenen Verbindlichkeiten von rund 1,32 Milliarden Euro. Hingegen wurde bei den rund 12.100 betroffenen Dienstnehmern ein spürbares Minus von gut 12 Prozent verzeichnet.

Die Liste der Pleiten mit Passiva über 10 Mio. Euro umfasst heuer bisher bereits 23 Fälle. "Und dabei ist der üblicherweise 'heiße' Insolvenzherbst noch gar nicht ins Land gezogen", gibt . KSV-Experte Hans-Georg Kantner zu bedenken. "Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2018 gab es überhaupt nur 17 Fälle über diesem Schwellenwert." Dennoch gleiche sich die Lage bisher in den Summen aller Verfahren weitgehend aus.

Während manche Bundesländer klare Rückgänge bei den Firmeninsolvenzen verzeichneten, lassen Tirol, das Burgenland, Vorarlberg und Oberösterreich einen Zuwachs. Darin ist für Kantner ein Trend erkennbar.

Für das Gesamtjahr lässt es sich demnach schon jetzt abschätzen, dass alle Bereiche, die sich auf Automotive beziehen, in den nächsten Monaten besonders gefordert sein werden. Ohne große Überraschungen dürften sich die Unternehmenspleiten auf dem Vorjahresniveau, also bei rund 5.000 Unternehmensinsolvenzfällen, einpendeln.

(Schluss) phs

APA

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