Familienimperium 27.03.2019 21:33:00

Madame Bettencourt - Wer ist die reichste Frau der Welt?

Madame Bettencourt - Wer ist die reichste Frau der Welt?

Françoise Bettencourt-Meyers, die Enkelin des L'Oréal-Gründers Eugéne Schueller, ist mit einem Vermögen von rund 49,3 Milliarden US-Dollar die reichste Frau der Welt.

Das Milliarden-Erbe des L'Oréal-Gründers

Madame Bettencourt-Meyers ist somit die 15. reichste Person der Erde. Diese Position hält sie jedoch erst seit dem Tod ihrer Mutter, Liliane Bettencourt, inne. Die Tochter des L'Oréal-Gründers verstarb am 21. September 2017 im Alter von 94 Jahren und hinterließ somit ihrer Tochter ein Milliarden-Erbe.

Liliane Bettencourt erbte im Jahr 1957, nach dem Tod ihres Vaters, rund 27,5 Prozent des Kosmetikimperiums und war somit auch schon lange Jahre die reichste Frau der Welt. Dieser Titel wurde ihr zeitweise nur von der Walmart-Erbin Alice Walton, die mit einem Vermögen von 44,4 Milliarden aktuell den 17. Platz der Forbes-Liste belegt, entzogen.

Die bedeutendste Unternehmerfamilie in Frankreich

Die Enkelin von Eugéne Schueller, Françoise Bettencourt-Meyers, kam am 10. Juli im Jahr 1953 als einzige Tochter von André und Liliane in einem Vorort von Paris zur Welt. Bettencourt-Meyers wurde so in eine der bedeutendsten Unternehmerfamilien von ganz Frankreich geboren. Denn ihr Großvater erfand einen Vorläufer des heutigen Haarfärbemittels, machte sich mit dieser Idee im Jahr 1909 selbstständig und legte damit den Grundstein für das heutige L'Oréal-Imperium.

Konfessionsstreit führte zum Bruch in der Familie

Als Bettencourt-Meyers im Jahr 1984 Jean-Pierre Meyers heiratete kam es jedoch zum Bruch mit ihren Eltern. André und Liliane konnten es nicht akzeptieren, dass ihre Tochter mit dem Sohn eines in Auschwitz ermordeten Rabbiners den Bund der Ehe einging und daraufhin ebenfalls zum Judentum konvertierte. Als dann auch die Söhne von Françoise und Jean-Pierre, Jean-Viktor und Nicolas, welche im Jahr 1986 und 1988 geboren wurden, im dem jüdischen Glauben erzogen wurden, kam es zu heftigen Streitigkeiten innerhalb der Familie, welcher sich auch bis zum Tod von Liliane Bettencourt hinzog.

Millionenzuwendungen an den Geliebten

Jedoch sorgten nicht nur unterschiedliche Auffassungen über die richtige Religion für Streit in der Familie. Als im Jahr 2008 bekannt wurde, dass die damals schon demente Liliane eine Beziehung zu dem französischen Fotografen François-Marie Banier pflegte, kam es zur juristischen Auseinandersetzung zwischen den Generationen. Da Liliane Bettencourt ihrem fragwürdigen Geliebten im Zeitraum von 2001 bis 2007 diverse Gemälde, Immobilen und Lebensversicherungen im Gesamtwert von fast einer Milliarde Euro überschrieb und François-Marie Banier auch noch als ihren rechtmäßigen Erben eingesetzt hatte, schritt Françoise Bettencourt-Meyers juristisch ein und beantragte die Vormundschaft für ihre Mutter.

Unerwünschte Aufmerksamkeit

Diese gerichtliche Auseinandersetzung bescherte der Familie - unerwünschter Weise - große, mediale Aufmerksamkeit und endete damit, dass die Vormundschaft für Liliane Bettencourt an ihren Enkel Jean-Victor Meyers übertragen wurde. Für die Familie, die öffentliche Auftritte in ihrer Historie weitestgehend vermieden hatte, war dieser gerichtliche Erbstreit dennoch ein hoch unangenehmes Unterfangen.

L'Oréal-Aktie auf Allzeithoch

Françoise Bettencourt-Meyers besitzt zum gegenwärtigen Zeitpunkt rund 33 Prozent der Anteile des L'Oréal-Imperiums. Mit einem aktuellen Aktienkurs von 237 Euro bringt es das Unternehmen derzeit auf eine Marktkapitalisierung von knapp 133 Milliarden Euro. Allein das Aktienpaket von Madame Bettencourt-Meyers bringt es so auf einen Gegenwert von 43,89 Milliarden Euro. Die Anteilsscheine von L'Oréal kletterten in den vergangenen fünf Jahren an der Pariser Börse um mehr als 100 Prozent und notieren derzeit auf ihrem absoluten Allzeithoch.

Pierre Bonnet / finanzen.at

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Bildquelle: MARTIN BUREAU/AFP/Getty Images,Kristy Sparow/Getty Images
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