Ausblick 06.01.2018 23:48:00

So könnte sich der Goldpreis 2018 entwickeln

So könnte sich der Goldpreis 2018 entwickeln

In diesem Jahr zeigte sich die Preisentwicklung von Edelmetallen eher durchwachsen. Gold hält sich im Vergleich zum Vorjahresende noch im Plus, konnte im laufenden Jahr dennoch keine außerordentlichen Sprünge nach oben verzeichnen. Aktuell bewegt sich der Goldpreis um die 1.260 US-Dollar pro Feinunze. Hält das neue Jahr einen klaren Kurs nach oben bereit? Faktoren, die dafür oder dagegen sprechen, gewähren erste Einblicke.

Geldpolitik als Goldgegner?

Die Geldpolitik und politische Entscheidungsträger bleiben zweifelsohne "bedeutende Treiber der Goldnachfrage", sagte John Reade, Chef-Marktstratege beim World Gold Council (WGC), gegenüber dem Finanzportal "MarketWatch". Reade vermutet, dass die Europäische Zentralbank ihre "außerordentlichen geldpolitischen Maßnahmen" drosseln werde. Währenddessen traut er der Bank of Japan zu, solche Maßnahmen in weiterer Sicht zu lockern. Der Chef-Marktstratege geht außerdem davon aus, "China könne weiterhin versuchen, das Wirtschaftswachstum auszugleichen und möglicherweise einige Sektoren der Wirtschaft zu entlasten", zitiert "MarketWatch". Im Rahmen seiner Prognose bezüglich der Geldpolitik warnt Reade allerdings auch vor Risiken, wie die geplante Bilanzreduzierung der Federal Reserve (Fed): In den nächsten Jahren will diese ihre Anleihen auf bis zu 2,5 Billionen US-Dollar im Portfolio abbauen. Die Zinsen sollen möglicherweise nochmals in diesem Jahr angehoben werden. Die Commerzbank erwartet für 2018 sogar drei zusätzliche Zinsschritte durch die Fed.
Insgesamt geht der Experte vom WGC davon aus, dass die geldpolitische Straffung bedachtsam umgesetzt und gleichzeitig einer Inflation entgegengearbeitet werde. Wirtschaftsexperten der Commerzbank prognostizieren, dass die Geldpolitik einem steigenden Goldpreis jedoch nicht im Wege stehen werde.

Markttrends im Wandel

Dass die Gold-Performance im Jahr 2017 nicht besonders glänzen konnte, führt der Chef-Marktstratege Reade auf den Bullenmarkt der US-Aktien zurück. Wenn der hochbewertete US-Aktienmarkt endet, könnte die Goldnachfrage wieder steigen.
Zusätzlich wird erwartet, dass die physische Goldnachfrage dieses Jahres im neuen Jahr nach oben korrigiert werde. Besonders die Nachfrage nach Münzen und Barren entpuppte sich 2017 als sehr verhalten. Ob sich dieser Punkt bessert, ist mitunter von der geplanten US-Steuerreform abhängig.

Strukturänderung des Goldmarktes

Während 2013 die Netto-Einkäufe von Gold durch die Zentralbanken noch bei rund 650 Tonnen lagen, gehen Experten davon aus, dass es 2017 zu einem Siebenjahrestief kommen könnte, mit etwa 370 Tonnen. Ab 2018 soll China wieder als Käufer auf den Goldmarkt treten, zeitgleich dürften die Zentralbanken weiterer Schwellenländer, beispielsweise Türkei und Kasachstan, ihren Goldbestand erweitern, berichtet "BÖRSE ONLINE". Des Weiteren bemühe man sich in Indien Kassadevisen für Gold einzuführen, mit dem Ziel, einen transparenten Markt zu schaffen und den Goldhandel des Landes voranzutreiben, wie John Reade gegenüber "MarketWatch" erklärte.
Ändert sich die Struktur des Goldmarktes, können wesentliche Veränderungen in den kommenden Jahren ausgelöst werden. Als Beispiel ist die Mehrwertsteuer für Goldbarren in Russland zu sehen: "Eine Strafexplosion von 18 Prozent hat das Marktwachstum gebremst", verriet der Marktstratege gegenüber "MarketWatch".

In Deutschland, das der drittgrößte Markt für Barren und Münzen ist, könnte es für den Goldpreis optimal laufen, da die Arbreitslosigkeit sinken und der Wirtschaftsschwung fortgeführt werden soll, vermutet Reade.

Erwartungen für 2018

Für 2018 könnte dem Edelmetall Gold ein positives Wertwachstum gelingen: Die Commerzbank geht davon aus, dass der Goldpreis im vierten Quartal des kommenden Jahres bei um die 1.350 US-Dollar gehandelt werden dürfte. Für das vierte Quartal 2019 sieht Deutschlands zweitgrößte Bank einen weiteren Goldpreis-Anstieg um durchschnittlich 150 US-Dollar auf 1.500 US-Dollar kommen.
Da die Zentralbanken weiterhin nicht restriktiv sein werden, blieben die Opportunitätskosten bei der Goldhaltung auch im Jahr 2018 fast bei null, wie die Commerzbank annimmt. Die Goldnachfrage könne besonders im Westen steigen und von politischer Unsicherheit in den USA und in Europa, wie auch geopolitischen Krisenherden profitieren. Insgesamt halten es die Volkswirte der Commerzbank für möglich, dass der vor zwei Jahren begonnene Anstieg des Goldpreises in naher Zukunft fortgeführt werde.

Redaktion finanzen.at

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