26.02.2015 15:22:30

EU will im Gasstreit zwischen Moskau und Kiew vermitteln

   BRÜSSEL (AFP)-- Die EU will erneut im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine vermitteln, der auch ihre eigene Versorgung beeinträchtigen könnte. EU-Vizekommissionspräsident Maros Sefkovic habe die Energieminister der beiden Länder zu einem trilateralen Gespräch am Montag nach Brüssel eingeladen, sagte eine Kommissionssprecherin am Donnerstag. "Wir warten jetzt auf eine finale Bestätigung" der beiden Minister, fügte sie hinzu.

   Der Gasstreit ist im Rahmen des Konflikts um die Ostukraine in den vergangenen Tagen wieder aufgeflammt. Russland hatte vergangene Woche damit begonnen, von prorussischen Rebellen kontrollierte Gebiete in der Ostukraine mit Erdgas zu beliefern. Die Rebellen hatten zuvor mitgeteilt, die von ihnen gehaltenen Gebiete würden nicht mehr vom ukrainischen Gaskonzern Naftogas beliefert.

   Außer um die Versorgung selbst geht es auch um die Bezahlung. Nach Auffassung des russischen Versorgers Gazprom muss Kiew zum einen auch für die jüngsten russischen Lieferungen in die Ostukraine zahlen. Die ukrainische Führung weigert sich und macht geltend, dass sie weder die Mengen kontrollieren noch über die Verwendung entscheiden könne. Daneben geht es noch um die Bezahlung für die russischen Lieferungen an die Ukraine generell.

   Gazprom erklärte am Donnerstag, dass beide Fragen getrennt verhandelt werden könnten. Kiew müsse jedoch neues Geld überweisen, um grundsätzlich die Lieferungen in die Ukraine für März sicherzustellen. Für den Fall, dass dies nicht geschieht, drohte Gazprom mit einem Lieferstopp. Die bisherigen Überweisungen reichten nur "bis Ende der Woche", erklärte der Sprecher. "Wenn das Geld nicht rechtzeitig ankommt, wird kein Gas geliefert werden."

   Russland und die Ukraine befinden sich im Dauerstreit um die Begleichung ukrainischer Schulden aus dem Gashandel. Im Oktober hatte der damalige EU-Energiekommissar Günther Oettinger eine Verhandlungslösung vermittelt, die bis Ende März gelten sollte. Von dem Streit ist immer auch die EU als möglicher Leidtragender betroffen, da rund 15 Prozent des in der EU verbrauchten Gases aus Russland durch die Ukraine geleitet werden.

   DJG/apo

   (END) Dow Jones Newswires

   February 26, 2015 08:52 ET (13:52 GMT)- - 08 52 AM EST 02-26-15

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