15.09.2020 14:54:50

VW – der ID.3 läutet neue Ära ein!

Kolumne

Die Aktie von VW (Vz.) zählte in den zurückliegenden drei Monaten zu den stärkeren Werten im DAX®. Dabei steckt der Automobilsektor im größten Umbruch seit Jahrzehnten und die Coronakrise hinterläßt kräftige Bremsspuren. Nach Angaben von Thomson Reuters ist ein großer Teil der Analysten aktuell dennoch optimistisch, dass VW-Lenker Herbert Diess den Wolfsburger Konzern zurück auf die Erfolgsspur führt. Am Freitag liefert VW den voll-elektrischen ID.3 erstmals aus. Weiter ID-Modelle werden folgen.

Zum Wolfsburger Konzern zählen neun Pkw- und drei Lkw-Marken. Mit der Hausmarke VW sowie Seat und Skoda deckt das Unternehmen den Pkw-Massenmarkt und mit Audi, Porsche, Bugatti, Bentley, Lamborghini und Ducati bedient VW das Luxussegment. In den zurückliegenden Jahren wurde der Konzern stark vom Dieselkonzern und Strafzahlungen gebeutelt. Nun steht ein Paradigmenwechsel vom Verbrennungs- zum Elektromotor bevor. Dort liegt nun auch der Fokus der VW-Strategie Together 2025+. Im Rahmen dieser Konzernstrategie soll die Modellpalette insgesamt deutlich reduziert und ab 2026 keine reinen Verbrenner mehr vom Band fahren.

Vergangene Woche machte Vorstandschef Herbert Diess mit Tesla-Chef Elon Musk eine Spritztour im voll-elektrischen ID.3. Am Freitag will VW das erste Modell ausliefern. Aktuell gibt es über 20.000 Bestellungen. In Q4 2020 soll der voll-elektrische Tiguan, ID.4, vom Band rollen. Bis 2024 will VW bis zu 60 Milliarden Euro in Elektromobilität, Digitalisierung und autonomes Fahren investieren und bis 2029 sind konzernübergreifend 75 reine E-Modelle und 60 Hybridfahrzeuge auf die Strasse bringen.

Die Investitionen in die Transformation verschlingen Milliarden Euro. Um die Kosten im Griff zu behalten, drückt Diess auf die Kostenbremse. Mit der Modularen Querbaukasten-Strategie produziert der Konzern bereits über 40 Modelle mit Verbrennungsmotoren. Gemeinsamen Produktionsplattformen sorgen für eine effiziente Auslastung der Produktionskapazitäten und Sparpotenziell bei der Beschaffung der Komponenten. Bis 2029 sollen 20 Millionen E-Fahrzeuge über den Modularen E-Antriebs-Baukasten des Konzerns (MEB) produziert werden. Um den E-Antrieb zu sichern hat sich VW Batterielieferungen im Wert von 25 Milliarden Dollar gesichert. 2019 schmiedete VW zudem ein Joint Venture mit dem Norwegischen Batteriehersteller Northvolt. Ab 2024 soll die Produktion von Batteriezellen in Salzgitter beginnen.

Die Bundesregierung hält einen großen Fördertopf für E-Autos bereit. Aktuell profitieren jedoch in erster Linie ausländische Hersteller davon. Mit dem ID.3 könnte nun auch VW von den Förderungen profitieren. Das ist auch dringend nötig. Die Corona-Krise hinterließ bei Autobauern wie VW tiefe Spuren. Nach der Rekordfahrt im Jahr 2019 brach der Umsatz der Wolfsburger im zweiten Quartal 2020 um 65 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein. Zudem verbuchte der Autobauer einen Milliardenverlust und kürzte die Dividende für 2019. Für das zweite Halbjahr 2020 zeigt sich der Konzern zuversichtlich. “Aufgrund des positiven Trends unseres Geschäfts in den letzten Wochen und der Einführung zahlreicher attraktiver Modelle blicken wir vorsichtig optimistisch auf das zweite Halbjahr”, sagte Finanzvorstand Frank Witter bei der Vorlage der Halbjahres-Zahlen. Mit einem KGV von 14,1 und einer Dividendenrendite von 3,3 Prozent (Quelle: Thomson Reuters) ist das Papier moderat bewertet. Nach Angaben von Thomson Reuters sieht ein Großteil der Analysten mittelfristig noch Potenzial. Dennoch sollten Anleger mit Rücksetzer rechnen. Eine allgemeine Marktschwäche oder mögliche Strafzölle seitens der USA könnten auf den Aktienkurs drücken.

Charttechnischer Ausblick: VW  (Vz.)

Widerstandsmarken: 149,20/173,80 EUR

Unterstützungsmarken: 125,20/135,40/140 EUR

Die Aktie von VW (Vz.) bildet einen Aufwärtstrend und schielt nun über das Junihoch bei EUR 149,20. Gelingt der Ausbruch über das Level besteht die Chance auf eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung bis EUR 173,80. Auf der Unterseite findet die Aktie zwischen EUR 135,40 und 140 eine breite Unterstützungszone.

VW  (Vz.) in EUR; Tageschart (1 Kerze = 1 Tag)

Betrachtungszeitraum: 16.01.2020 – 15.09.2020. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: tradingdesk.onemarkets.de

VW  (Vz.) in EUR; Wochenchart (1 Kerze = 1 Woche)

Betrachtungszeitraum: 16.09.2014 – 15.09.2020. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: onemarkets.tradingdesk.de

Investmentmöglichkeiten

Bonus-Cap-Zertifikate auf die Aktie von VW (Vz.) für Spekulationen, dass sich die Aktie seitwärts oder moderat aufwärts bewegt

Basiswert WKN Verkaufspreis in EUR Barriere in EUR Cap (obere Kursgrenze) in EUR Finaler Bewertungstag
VW (Vz.) HR1E6H 144,62 115,00 165,00 19.03.2021
VW (Vz.) HZ3DCE 176,28 197,50 210,00 18.06.2021

Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 15.09.2020; 14:55 Uhr

Investmentmöglichkeiten

Express Aktienanleihe Protect auf die Aktie von VW (Vz.) für Spekulationen, dass sich die Aktie seitwärts bewegt

Basiswert WKN Emissionspreis in EUR Barriere in EUR Zinssatz Rückzahlungstermin
VW (Vz.) HVB4Q6* 100% des Nennwerts 50%** 3,8 % 14.10.2024
*In Zeichnung bis 08.10.2020 (vorbehaltlich einer vorzeitigen Schließung); **des Referenzpreises am Anfänglichen Beobachtungstag; Quelle: HypoVereinsbank onemarkets; Stand: 27.08.2020; 13:49 Uhr
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Funktionsweisen der HVB Produkte

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Auf dem onemarkets Blog bieten Ihnen HypoVereinsbank onemarkets täglich aktuelle Marktinformationen, charttechnische Einschätzungen, Investmentideen und mehr. Richard Pfadenhauer interessiert sich schon seit über 20 Jahren für das Thema Börse. Dabei war er über 12 Jahre als Wirtschaftsredakteur für den Finanzen Verlag tätig. Nach zwei Jahren als Redakteur bei der Spezialpublikation für Hebelprodukte, Finanzen und Optionsscheine wechselte er zunächst zum Derivatebereich des Magazins €uro am Sonntag und später verantwortete der DVFA-Analyst den Bereich der strukturierten Hebel- und Anlageprodukte beim Anlegermagazin €uro. Seit Oktober 2011 ist er bei der HypoVereinsbank unter anderem für das onemarkets Kundenmagazin und seit März 2013 für den onemarkets Blog verantwortlich.



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