30.09.2014 11:20:48

Großbritanniens Wirtschaft wächst stark - Rezession kürzer als gedacht

LONDON (dpa-AFX) - Die britische Wirtschaft hat ihr hohes Wachstumstempo noch beschleunigt. Wie das Statistikamt ONS am Dienstag meldete, erhöhte sich die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 0,9 Prozent zum Vorquartal. Vorläufige Daten korrigierte die Behörde um 0,1 Punkte nach oben. Es ist bereits das sechste Quartal in Folge mit einem äußerst robusten Wachstum. Im ersten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung noch um 0,7 Prozent zugelegt. Im Jahresvergleich wuchs die drittgrößte Volkswirtschaft Europas im zweiten Quartal um starke 3,2 Prozent.

Die Zahlen dürften Investoren und Analysten in ihrer Auffassung bestätigen, dass die britische Notenbank zielsicher auf eine erste Zinsanhebung nach der Finanzkrise zusteuert. Für dieses Jahr rechnet aber kaum noch ein Experte mit der Zinswende. Wichtigster Grund ist die anhaltend moderate Inflation, insbesondere aber die schwache Entwicklung der Löhne und Gehälter. Die Bank of England dürfte deswegen bis zum Frühjahr 2015 warten, bevor sie - vermutlich als erste große Notenbank - die Zinsen anhebt.

Darüber hinaus ergibt sich aus einer Neuberechnung von Wachstumszahlen, dass die Rezession nach der Finanz- und Bankenkrise weniger stark und kürzer ausgefallen ist als bisher gedacht. Demnach hat die britische Wirtschaft ihr Vorkrisenniveau bereits im dritten Quartal 2013 wieder erreicht. Bislang war dies für das zweite Quartal 2014 angegeben worden. Die gesamten Wachstumsverluste als Folge der Krise belaufen sich nun auf 6,0 Prozent, nach bisher errechneten 7,2 Prozent.

Die Neuberechnung der Wachstumszahlen geht auf internationale Vereinbarungen zurück. Sie schreiben vor, dass auch Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Militärausgaben als Investitionen zu werten sind und damit in das Bruttoinlandsprodukt (BIP) eingehen. Gleiches gilt für verschiedene illegale Aktivitäten wie Drogenverkauf und Prostitution. Deren Bedeutung für die Wirtschaftsleistung ist aber viel geringer als die Relevanz von Forschungsausgaben./bgf/jsl

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