25.04.2024 13:29:38

Türkische Notenbank lässt Leitzins trotz hoher Inflation unverändert

ANKARA (dpa-AFX) - Die türkische Zentralbank hat ihre Zinsen trotz hoher Inflation nicht verändert. Der Leitzins bleibe bei 50,0 Prozent, wie die Notenbank am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in Ankara mitteilte. Volkswirte hatten diese Entscheidung erwartet. Auf der vorherigen Sitzung im März hatten die Währungshüter noch mit einer kräftigen Zinserhöhung um 5 Prozentpunkte gegen die starke Teuerung angekämpft.

Die Notenbank verwies in der Stellungnahme zur Zinsentscheidung auf die Zinserhöhung im März. Die Währungshüter machten deutlich, dass die Auswirkungen des Zinsschritts erst mit einer Verzögerung ihre Wirkung entfalten. Sie bekräftigten, dass man "die Inflationsrisiken weiterhin sehr aufmerksam beobachtet".

Die türkische Lira zeigte nach der Zinsentscheidung zu Euro und US-Dollar keine nennenswerte Kursreaktion. Seit März bewegt sich die Lira in einer vergleichsweise engen Handelsspanne. Aktuell wird ein Euro für fast 35 Lira gehandelt.

Die Inflation in der Türkei liegt deutlich höher als der Leitzins der Notenbank. Im März hatte sich die Teuerung verstärkt. Die Inflationsrate stieg auf 68,5 Prozent, von zuvor rund 67 Prozent. Damit spitzt sich die Preisentwicklung wieder zu. Nach einem Anstieg auf 85 Prozent im Jahr 2022 war die Inflationsrate zeitweise gefallen.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den geldpolitischen Kurs der Notenbank zuletzt nicht kritisiert, obwohl er sich zuvor gegen hohe Zinsen ausgesprochen hatte. Da aber weiter keine Entspannung bei der Inflation in Sicht ist, wollen Experten nicht ausschließen, dass Erdogan seine Haltung ändern könnte. "Die ausbleibende Verbesserung der Dynamik hat den Devisenmarkt zunehmend nervös gemacht, da immer davon ausgegangen wurde, dass Präsident Tayyip Erdogan nur eine begrenzte Geduld mit hohen Zinsen haben würde", sagte Devisenexperte Tatha Ghose von der Commerzbank./jkr/bgf/jha/

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