05.06.2024 13:39:00
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Industrie 4.0: Mehr Kontinuität, Weiterbildung und Speed notwendig
Roland Sommer, Geschäftsführer der Plattform Industrie 4.0, verwies heute vor Journalisten auf den hohen Automatisierungsgrad in den Produktionsbetrieben, etwa die Hälfte von ihnen setzte bereits Roboter ein. Und Österreich brauche sich keinesfalls verstecken, so sei die TU Graz bei IT-Security hervorragend aufgestellt und in Salzburg gebe es eine lebendige IT-Start-up-Szene.
Trotzdem gibt es Österreich noch viel Luft nach oben, so Isabella Meran-Waldstein, Technologieexpertin der Industriellenvereinigung (IV). Grundsätzlich sei Österreich bei der Forschungsquote in Europa ganz vorne mit dabei, hervorzuheben sei hier die Forschungsprämie. Nachholbedarf herrsche aber bei der Förderung von themenoffenen Forschungsfeldern. Hier spiele die EU eine wichtige Rolle, wie überhaupt nationalstaatliche Maßnahmen alleine nicht ausreichen würden. "Da sind dicke Bretter zu bohren", so Stefan Rohringer, Vizepräsident von Infineon Österreich.
Rund 80 Expertinnen und Experten aus den unterschiedlichsten Sektoren haben an den heute präsentierten Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Politik gearbeitet. Im Ergebnispapier Technologie & Innovation hat die Plattform acht Schlüssel-Forschungsfelder definiert, um die unzähligen Vorteile der Digitalisierung in der Wertschöpfungskette zu nutzen. Dies reicht von Produkt- und Prozessinnovationen und neuen Geschäftsmodellen über Produktivitäts- und Qualitätsverbesserungen bis hin zu effizienterem Ressourcen- und Energieeinsatz.
"Das nun vorliegende Ergebnispapier hat sich als Roadmap zum Ziel gesetzt, aufzuzeigen, wie technologische Entwicklungen und Innovationen bestmöglich und sozialverträglich für Unternehmen und Beschäftigte genutzt werden können. Damit wollen wir Unternehmen und Politik Orientierungshilfe bieten, um durch Digitalisierung die richtigen Pflöcke für einen resilienten, wettbewerbsfähigen Standort Österreich einzuschlagen", so Sommer. Für den Arbeitsmarkt würde Künstliche Intelligenz (KI) jede Menge neuer Berufsfelder eröffnen.
Sinkende Kosten für Sensoren, Rechenleistung und Netzwerke sowie Entwicklungen im Softwarebereich würden den Einsatz von Industrie-4.0-Technologien immer niederschwelliger gestalten. Durch Virtualisierung können Objekte oder Systeme im digitalen Raum über einen sogenannten digitalen Zwilling modelliert oder simuliert werden. Sensorsysteme ermöglichen es, qualitative und quantitative Daten zu erfassen. Die daraus abgeleiteten Informationen spielen eine wichtige Rolle bei Qualitätskontrolle, vorausschauender Instandhaltung oder Produktlebenszyklus. Mittels Software, Daten und Künstlicher Intelligenz können einzelne Systeme und ganze Prozessketten gesteuert und kontrolliert werden, um nur einige der Punkte in der 4.0-Roadmap zu nennen.
stf/cri/cs

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