26.06.2024 12:48:00

Lackindustrie spürte 2023 kräftig die Flaute am Bau

Die heimische Lackindustrie mit ihren 27 Betrieben und 2.700 Beschäftigten hat ein schwieriges Jahr hinter sich, nicht zuletzt wegen der schwachen Baukonjunktur. Der Umsatz gab 2023 um 8,6 Prozent aus 503 Mio. Euro nach. Auch für das erste Halbjahr wird ein negatives Ergebnis erwartet. Dazu würden die Zinsen zu langsam sinken um den Bau zu beleben. Weiters würden hohe Lohnabschlüsse und zu viel Bürokratie belasten.

Letztere liegt den Branchenvertretern spürbar im schwer im Magen. Fachverbandsobmann Hubert Culik und Kollege Klaus Schaubmayr beklagten heute vor Journalisten eine Lawine an Vorschriften, während China und die USA deutlich auf der Überholspur wären. Zusätzlich schwäche den Standort noch der Trend zur Teilzeit-Arbeit, schon bei den Berufseinsteigern.

Positiv sei jedenfalls, dass bei den Kollektivvertragsverhandlungen im Frühjahr unter der Jahresinflation abgeschlossen worden sei, so Culik. Außerdem habe es beim KV-Anstieg eine Deckelung bei 5.000 Euro Brutto-Monatseinkommen gegeben. Trotzdem wurde in den vergangenen zwei Jahren deutlich höher abgeschlossen als in Deutschland, so der Verbandsobmann. Einer Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit erteilte Culik eine klare Absage, Forderungen nach einer 32-Stunden-Woche seien ein "Wahnsinn".

"Lasst uns wieder mal durchatmen", so Culik in Richtung nationaler und europäischer Politik. Auf den Green Deal müsse nun ein Industrial Deal folgen. Es dürfe keine "verengte Nachhaltigkeitsdefinition" verwendet werden.

Für das Gesamtjahr 2024 sind die Erwartungen der Branchenvertreter stark gedämpft. "Wir sind froh wenn wir das Ergebnis von 2023 erreichen", so Culik. Dies sollte aber zu schaffen sein, vor allem im Baubereich, wo es im Vorjahr einen besonders kräftigen Rückgang gab. "Wir müssen uns mehr Richtung Amerika bewegen", erklärte Culik. Übrigens: Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch an Lacken und Anstrichmitteln in Österreich liegt bei 15 Kilogramm.

stf/hel

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