Vergleich mit Dotcom-Blase 08.07.2024 23:43:00

Volatile NVIDIA-Aktie: Droht NVIDIA ein Crash wie einst Cisco oder Intel während der Dotcom-Blase?

Volatile NVIDIA-Aktie: Droht NVIDIA ein Crash wie einst Cisco oder Intel während der Dotcom-Blase?

• KI-Hype sorgt für rasanten Anstieg der NVIDIA-Aktie
• Parallelen zu Cisco - Grundlagen allerdings "ganz anders"
• Vergleich mit Intel: NVIDIAs Geschäftsmodell "nachweislich überlegen"


Vom Hype um das Thema künstliche Intelligenz beflügelt, legte die NVIDIA-Aktie bereits im vergangenen Jahr einen kometenhaften Anstieg hin und auch in diesem Jahr hat sich die Rally in der ersten Jahreshälfte fortgesetzt. Zeitweise konnte NVIDIA gar an Microsoft und Apple vorbeiziehen und zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufsteigen.

Diese beeindruckende Rally und die jüngste Volatilität der NVIDIA-Aktie rufen jedoch auch Skeptiker auf den Plan. Am Markt wird darüber spekuliert, ob NVIDIA das gleiche Schicksal ereilen könnte, wie zum Beispiel Cisco oder Intel, die zu Zeiten der Dotcom-Blase zu ihrer Höchstform aufliefen, mit dem Platzen der Blase jedoch zurückfielen und ihre damaligen Höhen nie wieder erreichten.

Parallelen zu Cisco

Wie MarketWatch berichtet, wurde die NVIDIA-Aktie kürzlich rund 100 Prozent über ihrem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt gehandelt. Laut Jonathan Krinsky, Chefmarkttechniker bei BTIG, sei der größte Spread seit 1990, den ein US-Unternehmen als größtes Unternehmen über dem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt gehandelt wurde, bisher bei 80 Prozent gelegen. Erreicht habe dies Cisco im März 2000. "Mit anderen Worten, NVIDIA spielt in einer eigenen Liga", zitiert MarketWatch aus einer Kundenmitteilung von Krinsky.

Eine weitere Parallele sei, dass auch Cisco im Frühjahr 2000 kurzzeitig mit seiner Marktkapitalisierung an Microsoft vorbeigezogen und zum größten US-Unternehmen aufgestiegen ist. In den zehn Jahren nach dem Börsengang im Jahr 1990 stiegen die Anteilsscheine um mehr als das Tausendfache und erreichten im März 2000 ein Rekordhoch von 80 US-Dollar, zu dem sie bis heute nicht wieder zurückfanden. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Oktober 2002 stürzten sie bis auf weniger als 10 US-Dollar ab.

Laut Krinsky seien die Grundvoraussetzungen bei NVIDIA heute zwar vollkommen anders als bei Cisco damals, dennoch merkt er an, dass es die Parallele gebe, dass die Aktien beider Unternehmen ein rasantes Wachstum erfahren haben: "Während wir uns zwar voll und ganz bewusst sind, dass die Grundlagen dieses Mal ganz anders sind, ist NVIDIA in den letzten fünf Jahren um 4.280 % gestiegen, während Cisco in den fünf Jahren bis zu seinem Höhepunkt [im März 2000] einen Zuwachs von 4.460 % verzeichnete", so Krinsky.

Vergleich mit Intel

Ein weiteres Unternehmen, das man mit NVIDIA vergleichen könnte, da es ebenfalls während der Dotcom-Blase zu den Gewinnern am Aktienmarkt zählte, ist Intel. Das Unternehmen hat es zwar durch die Dotcom-Blase geschafft und ist auch heute noch einer der größten Halbleiterhersteller der Welt, doch die Intel-Aktie konnte, ähnlich wie die von Cisco, ihren Höchststand von 75,89 US-Dollar pro Aktie, den sie laut FactSet-Daten im August 2000 erreichte, nie wieder erreichen.

Beim Vergleich von NVIDIA und Intel stellte Nicholas Colas, Mitbegründer von DataTrek Research, allerdings fest, dass NVIDIAs Geschäftsmodell dem von Intel "nachweislich überlegen" sei, zu "jeder Kennzahl, die für Aktienanleger wichtig ist", berichtet MarketWatch. So seien die Umsätze von NVIDIA im abgelaufenen Geschäftsjahr "gleich" gewesen wie Intels inflationsbereinigte Umsätze am Ende der Dotcom-Blase im Jahr 2000, jedoch würden Wall Street-Analysten davon ausgehen, dass NVIDIA in diesem Jahr einen Umsatz von 120 Milliarden US-Dollar verbuchen wird, schrieb Colas in einer Notiz. "Das ist im Grunde eine Verdoppelung gegenüber 2023, im Gegensatz zu Intels Umsatzrückgang im Jahr 2001. NVIDIAs Dynamik setzt sich dort fort, wo die von Intel am Ende der Dotcom-Blase nachgelassen hat", zitiert MarketWatch.

Auch NVIDIAs Geschäft sei heute "erheblich besser" als das von Intel zu Zeiten seines Höhepunkts während der Dotcom-Blase, so Colas. So habe die Nettogewinnmarge von Intel im Jahr 2000 31,2 Prozent betragen, während jene von NVIDIA im letzten Jahr bei 48,9 Prozent gelegen sei. Die Eigenkapitalrendite von Intel sei 2000 bei 28,2 Prozent gelegen, während die von NVIDIA im letzten Jahr auf 69,2 Prozent gekommen sei. "Die aktuellen Margen und die Eigenkapitalrendite von NVIDIA sind 57-145 % besser als die von Intel bei seinem Höhepunkt im Jahr 2000 und es hat dies mit einem Drittel der Mitarbeiterzahl erreicht", gibt MarketWatch Colas wieder. Des Weiteren sei NVIDIAs Marktkapitalisierung sechsmal so hoch wie die von Intel damals auf inflationsbereinigter Basis.

"Viele gute Gründe" für NVIDIAs Aufstieg

Colas sieht also "viele gute Gründe", warum es NVIDIA unter die wertvollsten Unternehmen der Welt geschafft hat und glaubt, "dass seine anhaltende Präsenz dort eine Funktion des anhaltenden Glaubens des Marktes an die Fundamentaldaten sein wird". Sein Team wäre angesichts der Volatilität in der Halbleiterbranche allerdings "nicht überrascht", sollte die Aktie in den kommenden Wochen "eine gewisse Volatilität" aufweisen. Dennoch ist sich Colas sicher: "[NVIDIA] ist nicht Intel in 1999, sondern etwas, das viel besser positioniert ist, um das Vertrauen der Investoren zu halten".

Auch insgesamt zeigen sich die Analysten zuversichtlich für die NVIDIA-Aktie. Bei TipRanks haben in den letzten drei Monaten 41 Wall Street-Analysten der NVIDIA-Aktie ein 12-Monats-Kursziel verpasst. Von diesen 41 Analysten empfehlen 38 die Aktie zum Kauf und nur drei haben ein "Hold"-Rating vergeben. Entsprechend empfiehlt keiner der Analysten das Papier zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 136,49 US-Dollar und impliziert somit ein Aufwärtspotenzial von 8,47 Prozent im Vergleich zum letzten Schlusskurs, der bei 125,83 US-Dollar lag (Stand: 05.07.2024). In diesem Jahr konnte die NVIDIA-Aktie an der NASDAQ bereits um 154 Prozent zulegen.

Redaktion finanzen.at

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