Bitcoin - Japanischer Yen
| Krypto-Stimmung |
17.07.2026 10:09:00
|
Bitcoin unter Druck: Die Stimmung der Anleger trübt sich ein
- Wieder eskalierter Nahost-Konflikt treibt Ölpreise erneut hoch und nährt Inflationssorgen
- Zinserhöhungen bei der Fed wieder im Gespräch
- Tech-Aktien und Bitcoin geraten gemeinsam unter Verkaufsdruck
Die Stimmung unter Bitcoin-Investoren bleibt derzeit angespannt. Am Freitag steht der Kurs der größten Cyberdevise zeitweise bei rund 62.840 US-Dollar. Damit hat der Coin in den letzten 24 Stunden rund 2,7 Prozent an Wert verloren. Gleich mehrere Belastungsfaktoren greifen derzeit ineinander: Neue US-Angriffe auf iranische Ziele, ein wieder steigender Ölpreis und Fed-Mitglieder, die eine Zinserhöhung nicht mehr ausschließen. Für Anleger, die am Kryptomarkt investiert sind, bedeutet das einen dicht getakteten Fluss negativer Nachrichten.
Ölpreis als neuer Unsicherheitsfaktor
Am 15. Juli 2026 flog das US-Militär eine zweite Angriffswelle gegen Ziele nahe der Straße von Hormus, nachdem zuvor bereits eine Insel in der Meerenge attackiert worden war. Am 16. Juli 2026 setzten sich die Angriffe der US-Streitkräfte dann bereits am sechsten Tag in Folge fort. Die Ölpreise reagierten entsprechend: Bereits nach dem Ende des Waffenstillstands kletterte der Preis für Öl der Sorte Brent wieder deutlich - und liegt mittlerweile wieder über der Schwelle von 80 US-Dollar. Am heutigen Freitag notierte Brent zeitweise bei 84,37 US-Dollar je Barrel. Steigende Energiepreise nähren neue Inflationssorgen und dämpfen damit auch die Risikobereitschaft an den Kryptomärkten.
Offenbar zunehmende Zinserhöhungsdebatte bei der US-Notenbank Fed
Zudem belastet, dass die US-Notenbank Fed ihre Tonlage in den letzten Tagen offenbar zunehmend verändert. Im Zinsausblick vom Juni 2026 verschob das Gremium den Median-Leitzins für das Jahresende auf 3,8 Prozent, nachdem zuvor noch Zinssenkungen erwartet worden waren. Neun der 18 Entscheidungsträger rechnen demnach jedoch nun mit einem höheren Leitzins zum Jahresende, sechs davon sogar mit zwei Anhebungen.
"Ich bin derzeit der Ansicht, dass etwas höhere Zinssätze die Aussichten und Risiken im Hinblick auf die Ziele des Doppelmandats des Federal Open Market Committee besser in Einklang bringen würden", erklärte am Donnerstag etwa Lorie Logan, Präsidentin der Federal Reserve Bank of Dallas und stimmberechtigtes Mitglied der Zentralbank.
Die Verbraucherpreise stiegen im Juni 2026 zwar lediglich um 3,5 Prozent zum Vorjahr, nach 4,2 Prozent im Mai, doch der Pfad sei "unsicher", so Logan laut Investing.com. Er setze voraus, dass kurzfristig keine weiteren Preissteigerungen durch Energieschocks und oder mittelfristig durch eine anziehende Nachfrage entstehen. Dies sei vorerst aber eher eine Hoffnung als eine wahrscheinliche Entwicklung. Sollte die Fed tatsächlich in naher Zukunft die Zinsen anheben, würde das spekulative Vermögenswerte wie den Bitcoin tendenziell belasten.
Tech-Aktien und Bitcoin im Gleichlauf
Der NASDAQ 100 bekam die Zinssorgen ebenfalls zuletzt deutlich zu spüren: Der technologielastige Index schloss am gestrigen Donnerstag bei 29.025,77 Punkten, ein Minus von 1,62 Prozent, während der Dow Jones lediglich um leichte 0,20 Prozent nachgab. Diese Rotation aus Wachstumswerten heraus trifft auch Bitcoin, das zunehmend im Gleichschritt mit US-Technologieaktien gehandelt wird.
Spot-ETFs mit deutlichen Mittelabflüssen
Innerhalb des Bitcoin-Markts selbst zeigt sich ein ungewöhnlicher Bruch. Bitcoin war am 1. Juli 2026 auf ein Tief von 57.747,76 US-Dollar gefallen, den niedrigsten Stand seit 21 Monaten, nachdem der Juni mit einem Kursminus von rund 20 Prozent zum schwächsten Monat seit dem Start der US-Spot-ETFs im Januar 2024 geworden war. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten allein im Juni netto 4,5 Milliarden US-Dollar an Abflüssen - ein Rekordwert.
Für die weitere Richtung dürften nun zwei Termine entscheidend werden: die FOMC-Sitzung am 29. Juli 2026, bei der die Fed über eine mögliche Zinserhöhung berät, und die weitere Entwicklung an der Straße von Hormus, wo jede neue Eskalationsstufe unmittelbar auf den Ölpreis und damit auf die Risikobereitschaft an den Kryptomärkten durchschlagen dürfte.
Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.at
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
Anzeige: Coinbase-Aktie und tausende weitere Wertpapiere provisionsfrei bei finanzen.net zero.
Weitere Links:
Devisenkurse
| Name | Kurs | +/- | % | |
|---|---|---|---|---|
| Dollarkurs |
1,1433
|
-0,0014
|
|
-0,12
|
| Japanischer Yen |
185,66
|
-0,1500
|
|
-0,08
|
| Britische Pfund |
0,8511
|
0,0019
|
|
0,23
|
| Schweizer Franken |
0,9232
|
-0,0020
|
|
-0,22
|
| Hongkong-Dollar |
8,9629
|
-0,0070
|
|
-0,08
|