Position im Krypto-Sektor 11.06.2022 22:57:00

Nach Kurssturz von TerraUSD: Jake Chervinsky warnt vor überzogenen Regulierungsmaßnahmen

Nach Kurssturz von TerraUSD: Jake Chervinsky warnt vor überzogenen Regulierungsmaßnahmen

• TerraUSD-Einsturz erschüttert Vertrauen in Stablecoins
• Stärkere Regulierung gefordert
• Jake Chervinsky betont die Bedeutung von Stablecoins

Mitte Mai brach der TerraUSD, dessen Kurs eigentlich eins zu eins an den US-Dollar gebunden sein sollte, massiv ein. Eigentlich sollten solche Kurskapriolen bei Stablecoins ausgeschlossen sein, doch während die meisten anderen Anbieter von Stablecoins über Finanzreserven beispielsweise in US-Dollar oder Gold verfügen, die den Token decken und damit die Kursbindung gewährleisten, handelt es sich bei TerraUSD um einen "dezentralen" Stablecoin. Hierbei soll automatisiert ein komplexer Mechanismus von Handelsgeschäften mit anderen Kryptowährungen den Kurs bei einem US-Dollar pro TerraUSD halten. Hinter Terra stehen somit keine realen US-Dollar, sondern Kryptowährungen.

Ruf nach Regulierung

Vor diesem Hintergrund wird der Ruf lauter, die Regulierung des Krypto-Sektors voranzutreiben. Unter anderem hatte die US-Notenbank kürzlich vor Kurseinbrüchen bei Stablecoins gewarnt.

Auch die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sieht zunehmende Gefahren für die allgemeine Finanzmarktstabilität durch Krypto-Turbulenzen. Laut dem BaFin-Vorsitzenden Mark Branson hat sich der Terra-Absturz zwar kaum auf die traditionelle Finanzbranche ausgewirkt - doch könnte dies bei künftigen Krypto-Abstürzen anders sein. Im Rahmen der vierten Tech-Konferenz der BaFin sagte Branson bezüglich einer potenziellen Vermischung der bisher voneinander getrennten Bereiche: "Derzeit sehen wir das nicht, aber künftig könnte es auch in diese Richtung gehen, wenn die Verflechtungen mit dem traditionellen Finanzsystem noch enger werden".

Warnung vor falscher Regulierung

Jake Chervinsky, Head of Policy bei der Blockchain Association, fordert laut "CoinDesk" jedoch in diesem Zusammenhang eine "kluge, bedachtsame Diskussion um eine potentielle Regulierung". Er erinnert daran, dass Stablecoins trotz der jüngsten Turbulenzen eine wichtige Innovation seien, die zahlreiche Vorteile für die Nutzer bieten. So würden sie die Effizienz im Zahlungsverkehr verbessern, die Kosten reduzieren und Geschäftsprozesse beschleunigen. Zudem würden sie das Finanzsystem inklusiver machen, indem sie überall und jedem die Teilnahme ermöglichen.

"Stablecoins bieten eine zu große Gelegenheit, als dass wir es riskieren könnten, es bei der Regulierung falsch anzugehen. Die USA befinden sich in einem internationalen Wettrennen, um die Heimat für Web 3 zu werden. Daher ist es nun an der Zeit für strategisches Denken und bedachtsames Handeln. Die Zukunft der USA als ein Hub für globale Krypto-Innovationen steht auf dem Spiel", erklärte Chervinsky.

Das weitere Vorgehen

Den Verantwortlichen rät Jake Chervinsky nun ein weiteres Vorgehen in drei Schritten: Zu Anfang sollten die Regulierer ein tieferes Verständnis für Stablecoins entwickeln und dabei auch die Meinung von Branchenvertretern wie beispielsweise der Blockchain Association einholen.

Danach sollte im US-Kongress ein Konsens entwickelt werden, der von beiden Parteien getragen wird. Das Krypto-Thema sei zu wichtig als dass darüber ein Parteienstreit ausgetragen werden sollte, meint Chervinsky. Deshalb sei es nötig, dass die Führer beider Parteien gemeinsam zu einer Lösung kommen, wie der Kryptomarkt am besten reguliert werden könnte. Wichtig sei, dass über eine solche Lösung letztlich vom Kongress entschieden werde, nicht von den Regulierungsbehörden.

Schlussendlich müsse darauf geachtet werden, dass die beschlossenen Regelungen ausgewogen seien und die wichtige Rolle berücksichtigen, die US-Dollar-dominierende Stablecoins in den kommenden Jahrzehnten bei der Sicherheit des US-Finanzwesens spielen werden. "Wir benötigen maßgeschneiderte regulatorische Rahmenbedingungen, welche die spezifischen Vorteile und Risiken von Stablecoins berücksichtigen", so Jake Chervinsky laut "CoinDesk".

Redaktion finanzen.at

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