Gold-"Treuebonus" 25.11.2020 22:03:00

Fehlender Verkaufsprospekt: BaFin nimmt Goldhändler unter die Lupe

Fehlender Verkaufsprospekt: BaFin nimmt Goldhändler unter die Lupe

• BaFin sieht Anhaltspunkte für fehlenden Verkaufsprospekt bei Goldhändlern
• Aurimentum bietet "Goldkauf mit Treuebonus" an
• Prospektpflichtige Vermögensanlage oder reines Handelsgeschäft?


Die BaFin warnte in der Vergangenheit wiederholt vor möglicherweise riskanten Geschäftsmodellen in der Branche. Nun haben die Aufseher die R & R Consulting GmbH, die hinter der Marke Aurimentum steht, im Visier.

Prospektpflichtige Vermögensanlage?

Die BaFin veröffentlichte Ende Oktober einen Hinweis für Verbraucher, in dem sie verlautet, dass sie Anhaltspunkte dafür habe, "dass die R & R Consulting GmbH in Deutschland unter der Markenbezeichnung Aurimentum eine Vermögensanlage in Form einer ‚sonstigen Anlage, die eine Verzinsung und Rückzahlung oder einen vermögenswerten Barausgleich im Austausch für die zeitweise Überlassung von Geld gewährt oder in Aussicht stellt‘ i. S. d. § 1 Abs. 2 Nr. 7 Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) mit der Bezeichnung ‚Goldkauf mit Treuebonus‘ öffentlich anbietet".

Dafür sei allerdings kein Verkaufsprospekt veröffentlicht worden. Doch ohne diesen, von der BaFin zuvor gebilligten Verkaufsprospekt dürfen Vermögensanlagen in Deutschland grundsätzlich nicht öffentlich angeboten werden, erklärt die BaFin in ihrer Meldung.

"Goldkauf mit Treuebonus"

Beim sogenannten "Goldkauf mit Treuebonus" bietet Aurimentum seinen Kunden die Möglichkeit, Gold zu einem festgelegten Tagespreis - so zum Beispiel für 66,659 Euro pro Gramm (Stand: 16. November 2020) - ab einem Kaufbetrag von 5.000 Euro zu erwerben. Das Feingold in physischer Form werde dann, wie Aurimentum auf seiner Website erklärt, kostenfrei zum Kunden nach Hause geliefert. Anleger sollen ihr Gold jederzeit frei veräußern können. Behalten sie ihr Edelmetall, sollen sie nach zwei Jahren Vertragslaufzeit acht Prozent Treuebonus auf das erworbene Gold erhalten.

Allerdings zahlten Anleger beim "Goldkauf mit Treuebonus" bei Aurimentum am 16. November mit einem Preis von etwa 1.889,75 Euro pro Unze, im Vergleich zum Goldpreis, der zeitweise bei 1.593,10 Euro lag, einen Aufschlag von rund 18 Prozent, um sich ihren Treuebonus zu sichern.

Sollte es sich bei dem Angebot von Aurimentum also, wie von der BaFin vermutet, um eine Vermögensanlage handeln, dürfte dies ein Problem für die R & R Consulting GmbH darstellen. Wie das Handelsblatt berichtet, erklärte eine beauftragte Hamburger Juristin auf Anfrage bei R & R aber, dass die BaFin lediglich den Verdacht einer möglichen Prospektpflicht geäußert habe und sich dieser "als unbegründet erweisen" werde, da das Goldhaus keine Geschäfte mit Vermögensanlagen, sondern ein reines Handelsgeschäft betreibe.

Redaktion finanzen.at

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